Deutscher Discounter schließt dutzende Filialen: Insolvenz zwingt beliebte Kette zu Schrumpfkurs

Herber Schrumpfkurs nach Insolvenz: Discounter macht dutzende Filialen dicht

Stand: 02.10.2026, 07:11 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Das Firmenschild über einer Filiale des Non-Food-Discounters Kodi.

Das Firmenschild über einer Filiale des Non-Food-Discounters Kodi. © Michael Gstettenbauer / imago

Der insolvente Haushaltswaren-Discounter Kodi schrumpft sein Filialnetz: 43 von 144 Filialen schließen, 100 Standorte werden gerettet.

Oberhausen – Discounter Kodi dünnt sein Filialnetz weiter aus: 43 der zuletzt noch 144 Standorte sowie die Unternehmenszentrale in Oberhausen werden geschlossen. Rund 100 Filialen und die Marke Kodi bleiben jedoch erhalten. Eine neu gegründete Kodi Retail GmbH, hinter der eine internationale Investorengruppe steht, übernimmt diese Standorte und sichert damit den Fortbestand eines Großteils des Unternehmens.

Für die Belegschaft bringt der Schrumpfkurs schmerzhafte Einschnitte mit sich. Von den knapp 1.200 Beschäftigten wurden 265 gekündigt. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für die bisherige Kodi Handels GmbH wurde am Amtsgericht Halle (Saale) offiziell eröffnet.

Entwarnung für Kunden in Bayern: Kaum Filialen im Freistaat

Der Discounter hatte seinen historischen Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen und Teilen Hessens. Die aktuellen Schließungen betreffen vor allem das nordrhein-westfälische Kerngebiet – unter anderem Filialen in Aachen, Ahaus, Emmerich, Erkelenz, Herzogenrath, Jülich, Tönisvorst und Würselen. Während in Köln vier von elf Läden aufgegeben werden und in Wuppertal vier von sechs, bleiben in Düsseldorf acht von neun Standorten bestehen.

Einzelhandel unter Druck: Discounter-Konkurrenz und Billig-Plattformen

Als Gründe für die Schieflage nannte das Unternehmen die anhaltend schwache Konsumstimmung, gestiegene Energie-, Miet- und Lohnnebenkosten sowie den massiven Wettbewerbsdruck durch digitale Geschäftsmodelle. Im Niedrigpreis- und Haushaltswarensegment setzen Online-Giganten wie Temu und Shein den stationären Handel zunehmend unter Druck.

Kodi reiht sich damit in eine Serie prominenter Sanierungsfälle im deutschen Einzelhandel ein. In den vergangenen Monaten sorgten bereits umfangreiche Schließungswellen bei der Deko-Kette Depot sowie das Ringen um Filialschließungen bei Galeria für Verunsicherung bei Kunden und Beschäftigten. Die Filialschließungen bei Kodi hatten sich länger angebahnt.