Auf Militärstützpunkt
Hegseth will Erschießung öffentlich übertragen lassen
Von t-online, dpa
Aktualisiert am 09.10.2026 - 07:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein zum Tode verurteilter Ex-Militärpsychiater soll im Dezember erschossen werden. US-Verteidigungsminister Hegseth plant, die Hinrichtung öffentlich zu zeigen.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth plant, die bevorstehende Hinrichtung des verurteilten Attentäters Nidal Hasan öffentlich stattfinden zu lassen. Das kündigte Hegseth dem rechtskonservativen Sender Real America’s Voice an. Die Erschießung ist für den 3. Dezember auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas angesetzt. Sie soll in einem Livestream übertragen werden, teilte das Pentagon laut der Nachrichtenagentur AP mit.
Hasan hatte 2009 auf dem Stützpunkt das Feuer auf Soldaten eröffnet. 13 Menschen kamen dabei ums Leben, 32 weitere wurden verletzt. Er feuerte nach eigenen Angaben auf seine Kameraden, weil diese in Afghanistan Krieg gegen Muslime führten. Ein Militärgericht verurteilte den damaligen Militärpsychiater 2013 zum Tode. Hegseth begründete seinen Plan mit dem Ziel der Abschreckung: "Die Menschen müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen haben."
Öffentliche Hinrichtungen sind in den USA seit Jahrzehnten nicht mehr üblich. Die letzte Hinrichtung durch ein Erschießungskommando des US-Militärs fand 1945 statt. Die letzte allgemein öffentliche Hinrichtung in den USA datiert auf das Jahr 1936, als im Bundesstaat Kentucky ein Mann vor Tausenden Schaulustigen gehängt wurde. Frühere Versuche von Medien, Hinrichtungen in den USA im Fernsehen zu übertragen, wurden von den Gerichten blockiert.
Nach US-Militärrecht muss der Präsident eine Hinrichtung durch ein Erschießungskommando genehmigen. Präsident Donald Trump hatte dies auf Empfehlung von Hegseth getan, wie das Pentagon am Montag mitteilte. Das Weiße Haus wollte sich nicht dazu äußern, ob Trump die Live-Übertragung unterstütze, und verwies bei Fragen auf das Pentagon.
Bislang 25 Hinrichtungen im Jahr 2026
Öffentliche Erschießungen waren unter anderem während des Amerikanischen Bürgerkriegs im 19. Jahrhundert als Abschreckungsmittel eingesetzt worden.
In den USA sind 2026 bislang 25 Menschen hingerichtet worden – alles Männer, alle durch die Giftspritze. Haupttreiber ist der Bundesstaat Florida: Der Bundesstaat verantwortet mit 15 Exekutionen rund 60 Prozent aller Fälle des laufenden Jahres. Gouverneur Ron DeSantis unterzeichnet fast alle zwei Wochen ein Todesurteil.
Begleitet wird der Anstieg von einem politischen Kurswechsel: Präsident Donald Trump wies nach seinem Amtsantritt per Dekret an, die Todesstrafe wieder konsequent zu verfolgen.
Zuletzt erregte eine fehlgeschlagene Hinrichtung in Tennessee Aufsehen. Die wegen Mordes verurteilte Christa Pike hatte am 30. September die Vollstreckung ihrer Todesstrafe mit der Giftspritze überlebt. Nach Angaben der Behörden waren ihr die im Hinrichtungsprotokoll vorgesehenen zwei Dosen Pentobarbital verabreicht worden. Anschließend wurde sie bewusstlos in ein Krankenhaus gebracht. Seit Anfang dieser Woche ist sie wieder bei Bewusstsein und spricht.