Hitzesommer 2026 Hohe Temperaturen stressen Kreislauf – Notfälle nehmen zu
Zürich verzeichnet einen Anstieg der Herz-Kreislauf-Notfälle. Auch andernorts nehmen die Fälle zu – die Übersicht.
11.08.2026, 05:54
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Darum ist die Hitze eine Gefahr: Weil der Körper die Gefässe erweitert und Flüssigkeit verliert, muss das Herz mehr leisten. Eine hohe Luftfeuchtigkeit verschärft das Problem zusätzlich, weil der Körper überschüssige Wärme schlechter über das Schwitzen abgeben kann. Bleiben die Aussentemperaturen über längere Zeit hoch – und sinken auch während der Nacht nicht signifikant –, steigt die Gefahr von Herz-Kreislauf-Notfällen.
Starker Anstieg der Fälle in Zürich: Die Kardiologie am Universitätsspital Zürich verzeichnet seit einigen Wochen einen deutlichen Anstieg von Herz-Kreislauf-Notfällen, wie der «Tages-Anzeiger» am Montag berichtet. Man sei derzeit «voll bis unters Dach», wird der Chefarzt Frank Ruschitzka zitiert. Als Hauptursache nennt er die anhaltende Hitze. 2025 hatte man bereits einen Anstieg von 30 Prozent der Fälle im Vergleich zu den Vorjahresmonaten registriert. In diesem Jahr dürfte es ähnlich aussehen, wie die Verantwortlichen des Spitals gegenüber dem «Tages-Anzeiger» erklären.
So sieht es andernorts aus: SRF hat weitere Spitäler angefragt. Ähnlich wie in Zürich tönt es beim Luzerner Kantonsspital: «Im Vergleich zum letzten Sommer hat die Zahl der Notfalleintritte, die zu einer stationären Aufnahme führen, spürbar zugenommen», schreiben die Verantwortlichen. Felix Mahfoud, Chefarzt Kardiologie am Universitätsspital Basel, sagt hingegen: «Einen Anstieg um 30 Prozent sehen wir in Basel nicht.» Die Verantwortlichen des Kantonsspitals St. Gallen schreiben auf Anfrage: «Wir haben bei uns während der diesjährigen Hitzewellen keine ausgeprägteren Ereignisse oder Belastungen als an anderen Hitzetagen gespürt.» Das Inselspital in Bern meldet einen Anstieg bei Besuchen wegen Dehydration von Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche. Herzkatheteruntersuchungen hingegen hätten nicht zugenommen.
Trotz teilweise steigender Fallzahlen stossen nicht alle Kardiologieabteilungen an ihre Grenzen (aber Zürich z.B. schon).
KEYSTONE / Gian Ehrenzeller
Das sind die Symptome: Laut Felix Mahfoud vom Universitätsspital Basel sind die Symptome häufig unspezifisch und können Schwindel, Schwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Herzrasen beinhalten. «Bei Herzpatientinnen können Atemnot, Brustschmerzen, Wassereinlagerungen oder Rhythmusstörungen hinzukommen.» Klare Warnsignale seien Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit oder eine Ohnmacht, «bei denen man nicht abwarten sollte». Hitze kann zudem bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen verschlechtern und eine Herzschwäche destabilisieren.
Weil bei einem Einzelfall mehrere Faktoren zusammenkommen können, ist der direkte Zusammenhang zwischen der Hitze und Herz-Kreislauf-Notfällen schwierig nachzuweisen.
KEYSTONE / Gaetan Bally
Das sind die Risikogruppen: Besonders gefährdet sind ältere Menschen – vor allem über 75 Jahre – sowie Personen mit Herzinsuffizienz, koronarer Herzkrankheit, Bluthochdruck, Rhythmusstörungen, Niereninsuffizienz, Tumorerkrankungen oder Diabetes. Auch wer entwässernde Medikamente einnimmt, trägt ein erhöhtes Risiko. «Besondere Aufmerksamkeit verdienen zudem alleinlebende Menschen, Personen mit Demenz oder psychischen Erkrankungen sowie polymorbide Patientinnen und Patienten – also Menschen mit mehreren gleichzeitigen Erkrankungen», erklärt Felix Mahfoud.
Schutz vor Hitze
So schützt man sich: Ausreichend trinken ist das Wichtigste – auch ohne Durstgefühl. Körperliche Anstrengungen sollte man in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen, direkte Sonneneinstrahlung meiden und für Luftzug sorgen. Auf Warnsignale wie Schwindel, Müdigkeit, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme sollte man frühzeitig reagieren und medizinischen Rat einholen.
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Echo der Zeit, 4.8.2026, 18 Uhr; wilh