Stand: 08.08.2026, 07:15 Uhr
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Kostenloses WLAN im Hotel klingt praktisch. Doch genau dort können Passwörter, Zahlungsdaten und private Fotos in Gefahr geraten. So schützen Sie sich.
Einloggen, kurz Mails prüfen, Fotos verschicken, Flugzeiten prüfen, vielleicht noch schnell etwas online kaufen: Für viele Urlauber gehört Hotel-WLAN inzwischen selbstverständlich zur Reise dazu. Fast 44 Prozent der Deutschen nutzen im Urlaub häufig öffentliche WLAN-Netze. Hotels bieten den Zugang meist kostenlos an.
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PrivateFinanzen.de ist ein unabhängiges Webmagazin rund um Geld, Vorsorge und Verbraucherwissen. Dieser Artikel basiert auf Material des Artikels „WLAN im Hotel: So surfen Urlauber sicher“.
Doch genau dieser Komfort kann zur Falle werden. Denn öffentliche oder halböffentliche Netze sind nicht automatisch sicher, nur weil an der Rezeption ein Passwortzettel liegt.

Warum Hotel-WLAN gefährlich werden kann
Ein WLAN-Passwort wirkt erst einmal beruhigend. Doch in vielen Hotels bekommen alle Gäste dasselbe Passwort. Es hängt an der Rezeption, liegt auf dem Zimmer oder wird auf Nachfrage einfach weitergegeben. Damit ist klar: Der Zugang ist nicht wirklich privat.
Besonders gefährlich sind sogenannte WLAN-Zwillinge. Kriminelle richten dabei ein eigenes Netzwerk ein, das fast genauso klingt wie das echte Hotelnetz. Statt „Hotel Sonnblick WLAN“ heißt es dann etwa „Hotel Sonnblick Free WiFi“ oder „Hotel Guest WiFi“. Wer sich damit verbindet, landet nicht im sicheren Hotelnetz, sondern möglicherweise direkt im Netz eines Angreifers.
Dann können Daten abgefangen werden. Passwörter, Logins, Zahlungsdaten oder private Nachrichten sind besonders sensibel. Noch schlimmer: Schadsoftware kann auf Smartphone, Tablet oder Laptop gelangen und später auch zu Hause im heimischen WLAN Probleme verursachen.
Online-Banking im Hotelnetz? Besser nicht.
Die wichtigste Regel: Sensible Dinge gehören möglichst nicht ins öffentliche Hotel-WLAN.
Dazu zählen vor allem:
- Online-Banking
- Kreditkartenzahlungen
- Einkäufe in Online-Shops
- Log-ins bei Versicherungen, Banken oder Behörden
- Versand vertraulicher Dokumente
- Zugriff auf berufliche Systeme
Wenn es dringend sein muss, ist das mobile Datennetz oft die bessere Wahl. Das verbraucht zwar Datenvolumen, ist aber in vielen Fällen sicherer als ein öffentliches WLAN.
Wer dennoch über das Hotelnetz surft, sollte mindestens darauf achten, dass Webseiten verschlüsselt sind. Erkennbar ist das an „https“ in der Adresszeile. Das kleine Schloss im Browser ist aber kein Freibrief. Es ist nur ein Mindestschutz.
Diese Einstellung sollten Urlauber vor der Reise ändern.
Viele Smartphones und Laptops verbinden sich automatisch mit bekannten Netzwerken. Das ist zu Hause bequem, im Urlaub aber riskant. Denn das Gerät kann sich unbemerkt mit einem unsicheren Netz verbinden, wenn Name und Signal passend wirken.
Deshalb sollten Urlauber vor Reisebeginn prüfen:
- Automatische WLAN-Verbindung deaktivieren
- Alte gespeicherte Netzwerke löschen
- Automatisches Beitreten zu Hotspots ausschalten
- Betriebssystem und Apps aktualisieren
- Sicherheitsupdates installieren
- Bluetooth und WLAN nur aktivieren, wenn sie gebraucht werden.
Auf dem Smartphone finden Sie diese Punkte in den WLAN-Einstellungen. Dort lässt sich bei vielen Geräten „Automatisch verbinden“ ausschalten. Bei iPhone und Android gibt es außerdem Optionen wie „Automatisch Hotspots beitreten“ oder ähnliche Funktionen.
Am Laptop funktioniert es ähnlich. Bei Windows und macOS kann man bekannte Netzwerke entfernen oder den Haken bei „automatisch verbinden“ deaktivieren.
Nach dem Surfen: Verbindung trennen
Viele Nutzer loggen sich einmal ins Hotel-WLAN ein und bleiben dann den ganzen Urlaub verbunden. Genau das ist riskant. Apps laufen im Hintergrund weiter, synchronisieren Fotos, rufen Mails ab oder senden Standortdaten.
Besser: Nach der Nutzung aktiv trennen. WLAN ausschalten, wenn es nicht gebraucht wird. Das spart nebenbei auch Akku.
Besonders wichtig ist das bei Geräten, die viele persönliche Daten enthalten: Smartphone, Tablet und Arbeitslaptop.
Erst den richtigen Netzwerknamen prüfen
Bevor Sie sich einloggen, sollten Sie an der Rezeption den exakten Namen des Hotel-WLANs erfragen. Nicht raten. Nicht einfach das stärkste Signal nehmen. Nicht auf „Free WiFi“ klicken, nur weil es gut klingt.
Am besten fragen Sie:
- „Wie heißt das offizielle WLAN genau?“
- „Gibt es ein Passwort?“
- „Gibt es ein separates Netz für Gäste?“
Wenn mehrere ähnliche Netze angezeigt werden, lieber noch einmal nachfragen. Genau hier setzen Betrüger häufig an.
VPN: Der Extra-Schutz für unterwegs
Wer im Urlaub regelmäßig online arbeitet, Bankdaten abruft oder sensible Dienste nutzt, sollte ein VPN verwenden. VPN steht für „Virtual Private Network“. Dabei wird der Datenverkehr verschlüsselt durch einen geschützten Tunnel geleitet.
Das macht es Dritten deutlich schwerer, mitzulesen oder Daten abzufangen.
Für private Nutzer gibt es viele VPN-Dienste, die sich einfach auf Smartphone und Laptop installieren lassen. Kostenpflichtige Anbieter sind meist stabiler, schneller und datenschutzfreundlicher als kostenlose Varianten. Gratis-VPNs können dagegen Einschränkungen beim Datenvolumen, Werbung oder fragwürdige Datenschutzregeln haben.
Der schnelle Sicherheits-Check fürs Hotel-WLAN
Bevor Sie sich im Hotel einloggen, sollten Sie diese Punkte prüfen:
- Stimmt der WLAN-Name exakt mit den Angaben des Hotels überein?
- Ist die Verbindung passwortgeschützt?
- Sind Gerät und Apps aktuell?
- Ist automatisches Verbinden ausgeschaltet?
- Nutzen Sie für sensible Daten lieber Mobilfunk oder VPN?
- Trennen Sie die Verbindung nach der Nutzung wieder?
Das klingt nach Aufwand. Dauert aber nur wenige Minuten und kann viel Ärger verhindern.
Der gefährlichste WLAN-Fehler passiert aus Bequemlichkeit.
Die größte Gefahr im Hotel-WLAN ist nicht immer der Profi-Hacker im Nebenzimmer. Oft ist es Bequemlichkeit. Schnell verbinden, nicht prüfen, dauerhaft online bleiben, Bankdaten eingeben, Updates ignorieren. Genau das macht es Angreifern leicht.
Die wichtigste Regel für den Urlaub lautet deshalb: Kostenloses WLAN nutzen, aber nicht blind vertrauen. Für Wetter, Restauranttipps und Nachrichten reicht das Hotelnetz meistens. Für Banking, Zahlungen und vertrauliche Daten besser Mobilfunk oder VPN verwenden. So bleibt das WLAN ein Urlaubsservice und wird nicht zur teuren Sicherheitslücke.