Stand: 13.08.2026, 19:07 Uhr
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Im Schönhofviertel entsteht eine von Deutschlands ersten Hybridschulen mit 134 Wohnungen über den Klassenzimmern. Der überwiegende Teil des Wohnraums ist gefördert.
Der Rohbau lässt noch nicht viel von der Einzigartigkeit des mehrgeschossigen Gebäudes erahnen, das im Schönhofviertel in Bockenheim entsteht. Noch verdecken Gerüste die Fassade, doch wenn alles klappt, sollen ab kommendem Schuljahr hier Kinder und Lehrkräfte eine vierzügige Grundschule mit Leben füllen. Und in den oberen Stockwerken sollen Menschen wohnen. Das Konzept einer Hybridschule ist etwas ganz Neues.
Entsprechend groß waren die Lobeshymnen beim Richtfest am Donnerstag. Dabei ist das innovative Konzept, das hier erstmals in Deutschland angewandt wird, aber in anderen Städten schon Nachahmung findet, aus der Not geboren, wie OB Mike Josef (SPD) verriet. Bei der Planung des Schönhofviertels mit seinen gut 2.000 Wohnungen hatte man schlicht keine Schule vorgesehen.
Als der Fehler auffiel, war die Planung des Quartiers schon fertig. Die Lösung, Wohnungen einfach auf eine Schule draufzubauen, war zwar naheliegend, aber durch ihre Einmaligkeit wagemutig. Mittlerweile scheinen sich alle einig zu sein, dass es die beste Lösung war.
„Gute Bildung und bezahlbarer Wohnraum gehören untrennbar zusammen“, resümiert Josef. „Die erste Hybridschule Hessens zeigt, wie innovative Stadtentwicklung gelingen kann, indem sie Lernen, Wohnen und Nachbarschaft unter einem Dach vereint.“ Die Umsetzung soll Modellcharakter haben und könnte auch nochmal angewandt werden.
Mensa mit 200 Plätzen
Letztlich machen das Gebäude an der Joachim-Biermann-Straße aber noch weitere Aspekte zu einem Vorzeigeobjekt im Quartier. So wird es eine Mensa mit 200 Sitzplätzen geben, die bis zu 580 Kinder versorgen kann. Im zweiten Untergeschoss, also unter dem Gebäude, gibt es zudem eine Zweifeld-Sporthalle, die vormittags für den Sportunterricht genutzt wird, aber später am Tag auch Vereinen zur Verfügung steht. Auch ein Musiksaal wurde so geplant, dass er außerhalb der regulären Unterrichtszeiten auch für externe Nutzungen geöffnet werden kann.
Im Innenhof des Gebäudeblocks führt eine Treppe auf das Dach der unterirdischen Turnhalle. Dort im ersten Obergeschoss soll es Wohngärten und einen Pausenhof geben. Wenn die Schule eröffnet wird, sollen auch eine Kletterwand und Spielgeräte fertig installiert sein. Da der Innenhof des Gebäudes nicht ausreichend groß ist, wird den Schülerinnen und Schülern ein direkter Zugang zum benachbarten öffentlichen Park ermöglicht.
Zudem bietet der Komplex 134 Mietwohnungen, wobei 123 gefördert sind. Hessens Wirtschaftsminister Kaweeh Mansoori (SPD) hob am Donnerstag diesen Aspekt hervor. Bezahlbarer Wohnraum, auch für mittlere Einkommen, sei enorm wichtig. Im Hybridgebäude werden die geförderten Wohnungen bei 5,50 Euro pro Quadratmeter beginnen. Für mittlere Einkommen sollen die Quadratmeterpreise zwischen 8,50 Euro und 10,50 Euro liegen. Die elf frei finanzierten Wohnungen sollen bei durchschnittlich 17,30 Euro starten.
Monika Fontaine-Kretschmer, Geschäftsführerin beim Bauträger Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, wies auf den vielfältigen Wohnungsmix im Gebäude hin, der von der 1,5-Zimmer-Wohnung bis zu vier Zimmern reiche. Die zwischen 43,5 und 102,5 Quadratmetern großen Wohnungen seien also für Singles, Paare und Familien mit Kindern geeignet. Das lässt sich die Nassauische Heimstätte 60 Millionen Euro kosten, wobei sie mit insgesamt 22,9 Millionen von Stadt und Land gefördert wird.