„Im Rahmen interner Prüfungen festgestellt“: Skandal um Mitarbeiter am Gärtnerplatz-Theater

Stand: 08.10.2026, 14:16 Uhr

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Der Tatort: das bekannte Gärtnerplatztheater.

Der Tatort: das bekannte Gärtnerplatztheater. © Marcus SCHLAF

Das Münchner Amtsgericht verurteilt einen Ex-Mitarbeiter des Gärtnerplatztheaters zu zweieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung. In 48 Fällen nutzte er die Theaterkreditkarte für private Einkäufe genutzt.

München – Jahrelang war er für die Kostüme im Gärtnerplatztheater mit verantwortlich. Doch dann geriet Assistent Nemanja K. (36) auf die schiefe Bahn – und begann abzuzocken. Wieder und wieder. Am Ende listete die Staatsanwaltschaft insgesamt 157 Fälle der Untreue: Denn Nemanja K. hatte den Ermittlungen zufolge die Firmenkreditkarte genutzt, um privat damit Waren zu kaufen. Der Schaden: gut 78.000 Euro.

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Hier können Sie den QR-Code scannen – und sich zum True-Crime-Abend anmelden. © MMtz

Zwischen November 2019 und Ende Juli 2025 war der Münchner beim Theater angestellt. In das letzte Jahr seiner Anstellung fallen auch die ausufernden Straftaten. Als Assistent der Kostümdirektion hatte Nemanja K. laut Staatsanwaltschaft die Rolle inne, Kostüme und Requisiten zu bestellen. Hierzu gehörte „auch die finanzielle Abwicklung und vorbereitende Buchhaltung“, heißt es in der Anklage. „Beschaffung und Bezahlung erfolgten somit in Eigenverantwortung.“

Schock am Gärtnerplatz: Mitarbeiter zockte 78.000 Euro ab

Nemanja K. stand für seinen Job eine Firmenkreditkarte zur Verfügung, „deren Umsätze auch keiner gesonderten internen Genehmigung bedurften“, stellten die Ermittler fest. So war es ein Leichtes, Gelder des Theaters auf sein eigenes Konto abzuführen. Um die Abzocke zu verschleiern, änderte er die Zahlungsempfänger und gab bekannte Modemarken an.

Nemanja K. mit seinem Verteidiger Martin Kämpf. Der Täter (vorne) muss nun ins Gefängnis.

Nemanja K. mit seinem Verteidiger Martin Kämpf. Der Täter (vorne) muss nun ins Gefängnis. © SIGI JANTZ

Theater-Assistent muss nach Untreue-Fällen lange ins Gefängnis

Dafür muss der 36-Jährige nun ins Gefängnis! Wegen Untreue in 48 Fällen und drei Fällen des Betrugs verurteilte Amtsrichterin Götz ihn – und verhängte eine Strafe von zweieinhalb Jahren. Ohne Bewährung! Zudem muss Nemanja K. einen Wertersatz in Höhe von 78.451,19 Euro zurückzahlen, bestätigt Gerichtssprecher Dr. Martin Swoboda.

Was sagt das Gärtnerplatztheater? „Die Unregelmäßigkeiten wurden im Rahmen unserer internen Prüfungen festgestellt“, teilt Sprecher Roman Staudt auf Anfrage mit. Danach „haben wir eigene Ermittlungen angestellt und umgehend die zuständigen Stellen eingeschaltet“.

Weitere Mitarbeiter seien in dem Zusammenhang nicht entlassen worden. Damit ähnliche Abzocke nie mehr vorkommt, habe das Theater „die bestehenden Kontroll- und Prüfmechanismen überprüft und dort, wo dies erforderlich erschien, weiterentwickelt“.