Insekten im Saarland: Warum die Gottesanbeterin immer öfter im Saarland zu sehen ist

Insekten im Saarland Warum die Gottesanbeterin immer öfter im Saarland zu sehen ist

Saarbrücken · Sie kann stundenlang ausharren und tarnt sich wie ein Blatt: Die Europäische Gottesanbeterin ist zunehmend auch in deutschen Städten unterwegs.

08.08.2026 , 19:00 Uhr

Die Europäische Gottesanbeterin kann grün oder braun sein.

Die Europäische Gottesanbeterin kann grün oder braun sein.

Foto: Patrick Pleul/dpa/Patrick Pleul

Man kennt sie aus dem Terrarium oder von Filmen wie Kung-Fu Panda: die Gottesanbeterin. Ursprünglich im Mittelmeerraum zuhause, kann man die europäische Sorte immer mehr auch in Deutschland sichten. Zuletzt hat sich das Tierchen an einer Mauer unserer SZ-Redaktion, mitten in Saarbrücken, gerekelt.

Europäische Gottesanbeterin macht sich im Saarland nützlich

Foto: Saskia Leidinger

Rarität hält Einzug in deutschen Stadtgebieten

Naturexperte und Vorsitzender des Nabu Lockweiler-Krettnich Bernd Konrad erklärt: „Die Klimaerwärmung sorgt dafür, dass man die Gottesanbeterin vermehrt in Deutschland sehen kann.“ Außerdem sei dieses Jahr besonders trocken, weshalb schon im Juli viele Insekten sich im Saarland wohlfühlen würden. In Deutschland steht die Gottesanbeterin unter Artenschutz, in ihrer südeuropäischen Heimat kommt sie häufig vor. „In Spanien gehört die dazu“, betont Konrad.

„Normalerweise findet man die Frangschrecken-Art vor allem im Ödland. Aber ich habe das Gefühl, gerade sind sie wirklich überall zu sehen“, schildert der Naturfreund seine Beobachtungen. Die Europäische Gottesanbeterin gibt es in grün und braun. Weibchen werden bis zu acht Zentimeter, Männchen nur bis zu sechs Zentimeter groß. Als eifrige Jägerin ist sie der Natur nützlich: Sie frisst zum Beispiel Fliegen und Heuschrecken und hält so das natürliche Gleichgewicht aufrecht. Dabei geht sie sehr geschickt vor: „Die Fangschrecke kann stundenlang still ausharren. Aber dann schlägt sie blitzschnell zu“, sagt Konrad.

Gottesanbeterinnen beißen keine Menschen

Wer das Insekt zuhause im Garten oder in der Wohnung findet, kann aufatmen: Das Tierchen ist für Menschen und Haustiere völlig unbedenklich. Die Mundwerkzeuge der Europäischen Gottesanbeterin sind zu schwach, um menschliche Haut zu durchdringen. Hat sich eine Gottesanbeterin im menschlichen Heim verirrt, lässt sich schnell Abhilfe schaffen: Man kann ein ausreichend großes Glas über sie stülpen und ein stabiles Stück Karton unter sie schieben. Setzt man sie im Garten oder auf dem Fensterbrett aus, sucht sie sich schnell einen neuen Platz.

Berühmt ist die Gottesanbeterin für ihren Paarungsakt, den sexuellen Kannibalismus. Das bedeutet, das Weibchen frisst während oder nach der Paarung das Männchen auf.

Blühende, insektenfreundliche Pflanzen im Garten können helfen, dass die Gottesanbeterin genügend Nahrung findet, sagt der Nabu. Eine Wasserquelle, wie eine flache Schale mit Wasser oder ein Vogelbad können dem besonderen Insekt auch nützlich sein. (sve)

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