Insolvente Baumarkt-Kette: Liste mit geretteten Filialen sickert durch

Insolvente Baumarkt-Kette verkauft Läden: Einige Filialen schließen für immer

Stand: 28.08.2026, 14:19 Uhr

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Die insolvente Baumarktkette Hellweg wird zerschlagen – und ein großer Konkurrent sichert sich jetzt die ersten Filialen, darunter zwei in Berlin.

München – Ende August – das war der angepeilte Termin. Die Sanierungsgeschäftsführer der insolventen Baumarkt-Kette Hellweg hatten Mitte August angekündigt, in etwa zwei Wochen bekanntzugeben, welche der 114 Standorte gerettet werden und welche für immer schließen. Der Ausverkauf ist teils schon gestartet. Am 28. August meldete sich ein weiterer Bieter offiziell zu Wort: Obi gab per Pressemitteilung bekannt, fünf Hellweg- und BayWa-Märkte fest übernehmen zu wollen. Doch in vielen anderen Filialen ist die Realität schon längst angekommen: Neue Ware kommt nicht mehr, Mitarbeiter bekommen Kündigungen, Regale leeren sich.

Baumarktkette Hellweg

Die Baumarktkette Hellweg und die Tochtergesellschaft BayWa Bau- und Gartenmärkte hatten im Juni Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. (Archivbild) © Fabian Strauch/dpa

Obi hat den Zuschlag für fünf Standorte erhalten – vorbehaltlich der Freigabe durch das Bundeskartellamt. Konkret handelt es sich um die Hellweg-Filialen in Berlin-Tiergarten, Berlin-Yorckstraße und Münster-Gievenbeck sowie die BayWa-Märkte in Nördlingen und Wolfratshausen. Rund 250 Angestellte sollen übernommen werden. Geplant ist die Übernahme zum 1. Dezember 2026, die Wiedereröffnung für Kunden voraussichtlich im März 2027. Für sieben weitere Standorte, bei denen Obi als bevorzugter Investor gilt, laufen die Verhandlungen noch. Insgesamt peilt die Kette bis zu zwölf Übernahmen an.

Lokalmedien berichten über Hellweg: Erste Schließungen sind fix

„Mit dem Vorhaben, Hellweg- und BayWa Bau & Garten-Märkte an für uns relevanten Standorten ins Marktnetz zu integrieren, können wir Obi noch näher zu unseren Kundinnen und Kunden bringen“, sagt Hendrik Voigt, Country Manager Deutschland bei Obi. CEO Dr. Sebastian Gundel betont, entscheidend für die Auswahl sei neben der Rentabilitätsprüfung „vor allem die strategische Lage, um die wenigen Präsenzlücken der Marke Obi für unsere Kundinnen und Kunden zu schließen.“

Während Obi seine Übernahmen verkündet, berichten regionale Medien über Standorte ohne Zukunft: Laut Ruhrnachrichten.de hat Hellweg den Mitarbeitern des Standorts Dortmund-Wambel bereits gekündigt. In Brandenburg an der Havel kommt keine neue Ware mehr, der Markt soll Ende November schließen. Im Siegerland trifft es den Standort Buschütten. Offiziell bestätigt ist nichts davon – die Angaben stammen aus Lokalberichten, nicht aus einer Mitteilung des Unternehmens.

Hellweg: Tausende Jobs in der Schwebe

Auch Bauhaus und Hornbach haben laut Lebensmittel Zeitung konkrete Gebote eingereicht. Bauhaus soll sich dabei vor allem auf Berliner Standorte konzentrieren, wie der Berliner Kurier berichtet. Toom, Globus Baumarkt und Hagebau-Partner sollen erst in einer zweiten Runde zum Zug kommen – wenn Vermieter bei unrentablen Standorten die Mieten senken. Für einen erheblichen Teil der 114 Märkte gibt es noch keinen Käufer.

Diese Filialen können laut dpa wohl fortgeführt werden:

Hellweg: Beckum, Berlin-Tiergarten, Berlin-Yorckstraße, Brandenburg, Dahlwitz-Hoppegarten, Dorsten, Dortmund-Hacheney, Dortmund-Kley, Essen-Borbeck, Essen-Rellinghausen, Falkensee, Halberstadt, Iserlohn, Mechernich, Münster-Gievenbeck, Potsdam, Schmalkalden, Steinfurt.

BayWa Bau & Garten: Backnang, Bad Tölz, Bad Urach, Balingen, Burghausen, Dillingen, Grafenau, Herrenberg, Murnau, Nördlingen, Pfarrkirchen, Poing, Schwabmünchen, Viechtach, Weil, Weinsberg, Wolfratshausen.

Bei allen anderen Filialen bleibt die Zukunft laut dpa noch offen.

Die Hellweg-Gruppe betreibt 68 Märkte mit rund 2.900 Beschäftigten, dazu kommen rund 1.300 Mitarbeiter der Tochter BayWa Bau- & Gartenmärkte, die ebenfalls insolvent ist. Die Zentralen in Dortmund und im bayerischen Garching schließen – das trifft rund 340 Menschen. Ihre Gehälter sind laut Unternehmensangaben bis November 2026 gesichert. Sanierungsgeschäftsführer Karl-Friedrich Curtze hatte die Lage für die Belegschaft bereits als „mit großer Unsicherheit verbunden“ beschrieben. Ob Filialmitarbeiter vom neuen Betreiber übernommen werden, hängt vom jeweiligen Käufer ab. (Quellen: OBI-Pressemitteilung, Ruhrnachrichten.de, Lebensmittel Zeitung, Berliner Kurier) (cgsc)