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- In Deutschland sucht die Polizei nach einem 48-jährigen Mann, der für mehrere Sabotage-Aktionen am Stromnetz in verschiedenen Bundesländern verantwortlich sein soll.
- Seit Sonntagmittag lief am Hambacher Forst bei Köln ein Grosseinsatz der Polizei mit dem Ziel, den Tatverdächtigen zu finden. Die Suche wurde um 19 Uhr erfolglos beendet.
- Seit 2012 errichteten Umweltschützer und Aktivisten Baumhäuser im Hambacher Wald, um die Rodung für den Abbau von Braunkohle zu verhindern.
Am Hambacher Forst bei Kerpen westlich von Köln hat die Polizei seit Sonntagmittag nach dem Tatverdächtigen gesucht. Das bestätigte ein Sprecher der Kölner Polizei. Die Suche nach dem Mann wegen versuchter Sabotage-Angriffe auf das deutsche Stromnetz blieb aber erfolglos und wurde gegen 19 Uhr eingestellt, wie ein Sprecher der Kölner Polizei mitteilte. Rund 100 Polizei-Fahrzeuge standen im Einsatz, nachdem die Ermittler am Samstag einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Tatverdächtigen veröffentlicht hatten.
Die Bedeutung des Hambacher Forsts
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Der Hambacher Forst ist ein Waldgebiet zwischen Köln und Aachen, das in Deutschland zum Symbol für den Kampf um die Energiewende und gegen die Stromproduktion mit Braunkohle wurde. Der Wald liegt am Rand des Braunkohletagebaus Hambach und sollte ursprünglich dem fortschreitenden Tagebau weichen.
Seit 2012 errichteten Umweltschützer und Aktivisten Baumhäuser im Hambacher Forst, um die Rodung des Waldes zu verhindern und vor dem Braunkohletagebau zu schützen. Laut der Kölner Polizei gibt es dort immer noch Baumhäuser, die derzeit durchsucht werden.
2018 liess die Landesregierung den Hambacher Forst in einem der grössten Polizeieinsätze der Geschichte Nordrhein-Westfalens räumen. Nach einem langen Rechtsstreit kam es 2020 zu einer politischen Einigung: Im sogenannten Kohle-Kompromiss zwischen Bund, Bundesländern und Energiekonzernen wurde entschieden, dass der Wald erhalten bleiben soll. Im Juni wurde entschieden, dass der Hambacher Forst ein Urwald werden soll und dafür dauerhaft unter Schutz gestellt wird.
Die generelle Fahndung nach dem Täter gehe nun weiter. Im Wald trafen die Polizisten zwar auf ein bewohntes Baumhaus. Um es zu durchsuchen, hätte es Spezialeinsatzkräfte gebraucht, die spontan allerdings nicht zur Verfügung standen, wie der Polizeisprecher mitteilte. Die Polizei behalte die Situation im Auge.
Die versuchten Sabotage-Akte konzentrierten sich in der vergangenen Woche auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und zuletzt Sachsen. In allen drei Bundesländern wird Braunkohle für die Stromproduktion abgebaut.
Im Hambacher Forst bei Köln bereiten sich Polizeikräfte auf einen grossen Sucheinsatz vor.
KEYSTONE / DPA, Christoph Reichwein
Am Freitag hatte die Polizei in der Wohnung des Tatverdächtigen Sprengstoff gefunden. Später stürmte ein Spezialeinsatzkommando einen Lastwagen, der zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Der Gesuchte wurde aber nicht gefunden.
Bekennerschreiben
Hintergrund der Fahndung sind zwei Bekennerschreiben, die bei mehreren Medienhäusern eingingen. Das Schreiben offenbare «eindeutiges Täterwissen», sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Es handle sich sehr wahrscheinlich um «Klimaterrorismus» eines Einzeltäters. In einem Bekennerschreiben heisst es: «Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen.»
Auch der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, sagte, wer im Namen des Klimaschutzes die Stromversorgung gefährde, der rette nichts, sondern gefährde Leben.
Auffällig ist, dass sich die betroffenen Sabotage-Orte in Gebieten befinden, in denen Braunkohle abgebaut wird. Nach Vorfällen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen, bei denen selbstgebaute Raketen und Abschussvorrichtungen eingesetzt wurden, entdeckte die Polizei am Samstag auch in Sachsen zwölf Sprengvorrichtungen an Hochspannungstrassen.
SRF 4 News, 6.9.2026, 17:00 Uhr ; dpa/kurn;widb