Intervallfasten wirkt wie Kalorienreduktion – doch bei Tests zeigt sich ein kleiner, „moderater“ Vorteil

Intervallfasten: Studie sieht ähnliche Effekte wie bei Kalorienreduktion

Stand: 27.07.2026, 13:07 Uhr

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Intervallfasten, Teller mit stilisierter Uhr

Neue Daten zeigen: Intervallfasten ist beim Abnehmen nicht viel wirksamer als herkömmliche Diäten. © IMAGO / Westend61

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bestätigen: „Intermittierendes Fasten hat ähnliche Vorteile wie kontinuierliche Energierestriktion“.

Ein kleiner Pilotversuch deutete darauf hin, dass die Beschränkung der täglichen Mahlzeiten auf ein Neun-Stunden-Fenster bestimmte kognitive Funktionen bei älteren Frauen mit Übergewicht oder Adipositas leicht verbessern kann. Dies galt auch dann, wenn die gesamte Kalorienaufnahme in gleichem Umfang wie bei einem längeren Essenszeitraum reduziert wurde, berichtete der Bicester Advertiser.

In der sechsmonatigen Studie reduzierten alle 47 Teilnehmerinnen ihre tägliche Kalorienzufuhr um 500 Kalorien. Diejenigen, die zwischen etwa 10 und 18 Uhr aßen, erzielten bei Tests zur räumlichen Planung und Problemlösung bessere Ergebnisse als Teilnehmerinnen, die ihre Mahlzeiten über zwölf Stunden verteilten. Zudem zeigten sie Anzeichen dafür, bei Gedächtnis- und Lernaufgaben weniger Fehler zu machen.

Die Studienleiterin Sue Shapses erklärte, dass es „zusätzliche Vorteile“ für Personen geben könne, die ihre Nahrungsaufnahme auf ein Acht- bis Neun-Stunden-Fenster begrenzen und vier Stunden vor dem Schlafengehen die Nahrungsaufnahme einstellen. Sie beschrieb die beobachteten Effekte als „moderat“ und wies darauf hin, dass diese das tägliche Gedächtnis und die Aufmerksamkeit beeinflussen könnten.

Die Erkenntnisse fügen sich in eine wachsende Forschungsbasis ein, die die gesundheitlichen Auswirkungen des Essenszeitpunkts untersucht und dabei nicht nur die Menge, sondern auch den Zeitpunkt berücksichtigt.

Intervallfasten integrieren

Eine umfangreiche Übersicht, die verschiedene Intervallfasten-Strategien mit der traditionellen Kalorienrestriktion verglich, zeigte weitgehend ähnliche Vorteile hinsichtlich Gewicht und kardiometabolischem Risiko auf und betonte, dass mehrere Ansätze wirksam sein können. „Die aktuelle Evidenz liefert Hinweise darauf, dass Intervallfasten-Diäten vergleichbare Vorteile wie eine kontinuierliche Energierestriktion für Gewichtsverlust und kardiometabolische Risikofaktoren bieten. Die Forschenden betonten jedoch, dass längerfristige Studien erforderlich seien, um diese Ergebnisse weiter zu bestätigen.

Die im BMJ (British Medical Journal) veröffentliche Übersicht von 99 klinischen Studien mit 6.582 Erwachsenen berichtete lediglich einen leichten Vorteil des alternierenden Tagesfastens beim Körpergewicht. Die Autorinnen und Autoren kamen zu dem Schluss, dass Intervallfasten in einen umfassenden, patientenzentrierten Ernährungsplan eingebunden werden sollte, anstatt andere Methoden zu ersetzen, und erklärten: „Intervallfasten zielt nicht darauf ab, andere Ernährungsstrategien zu ersetzen, sondern sie in einem ganzheitlichen, patientenzentrierten Ernährungsversorgungsmodell zu integrieren und zu ergänzen.“

TRE und Kalorienzählen im Vergleich

Eine separate Analyse fasste zusammen, dass zeitlich begrenztes Essen (Time-Restricted Eating, TRE) und Kalorienzählen bei Nüchternglukose, HbA1c, Körpergewicht und Taillenumfang signifikante Reduktionen bewirkten. Zwischen beiden Methoden gab es insgesamt nur geringe Unterschiede, berichtete NaturalNews.com. In direkten Vergleichen zeigte sich der konsistenteste Vorteil von TRE bei den Cholesterinwerten.

Beide Strategien übertrafen eine standardisierte Diabetes-Diät in Bezug auf zentrale metabolische Marker, so NaturalNews.com. Die Analyse umfasste Studien mit einer Dauer von vier bis 16 Wochen, die Essfenster von acht bis zwölf Stunden für TRE sowie eine reduzierte Kalorienzufuhr bei kontinuierlicher Einschränkung berücksichtigten. Zudem wurden Intervallfasten-Protokolle untersucht, bei denen die Nahrungsaufnahme an zwei oder drei Tagen pro Woche stark eingeschränkt wurde. Für diese Kurzzeitfastenansätze lagen jedoch nicht genügend Daten vor, um belastbare Schlussfolgerungen ziehen zu können, so NaturalNews.com.

Essen vor 17 Uhr

Der Zeitpunkt der Mahlzeiten könnte insbesondere dann von Bedeutung sein, wenn das Essen bereits früher am Tag beendet wird. Daten aus einer metabolischen Analyse zeigten, dass Essfenster, die vor 17 Uhr enden, die stärksten Verbesserungen bei Gewicht und Blutzucker hervorriefen. Dies stützt die Annahme, dass eine Verlängerung des nächtlichen Fastens sowie die Ausrichtung der Nahrungsaufnahme an den zirkadianen Rhythmen die metabolische Belastung reduzieren können, berichtete NaturalNews.com.

Forschende argumentieren, dass das zeitlich begrenzte Essen den Stoffwechsel durch eine längere Fastenphase verbessert, wodurch der Körper verstärkt auf gespeicherte Fette zurückgreifen kann und sich möglicherweise die Fettablagerung in der Leber verringert. Diese Mechanismen könnten erklären, warum der Mahlzeitenzeitpunkt und eine Kalorienreduktion bisweilen vergleichbare klinische Ergebnisse erzielen. (Redaktion)