Interview
ETH-Nuklearforscher: «Zehn weitere Jahre Betrieb von Altanlagen sind riskanter als ein neues AKW»
Andreas Pautz forscht am Paul-Scherrer-Institut zur Kernenergie. Er hält neue Kernkraftwerke für eine sinnvolle Ergänzung zu Solar- und Windenergie. Zwei neue Reaktoren würden ausreichen, damit die Schweiz in Zukunft genügend Strom habe.
10.08.2026, 05.31 Uhr
10 Leseminuten

Schnellere Bewilligungsverfahren und neue finanzielle Unterstützung für Kernkraftwerke: Das fordert Andreas Pautz. Im Bild das Kernkraftwerk Gösgen.
Gaëtan Bally / Keystone
Herr Pautz, Sie forschen zur Atomenergie. Braucht es diese für die Energiewende überhaupt noch?
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Ganz bestimmt. Die Kernkraftwerke Leibstadt und Gösgen werden möglicherweise bis zu achtzig Jahre laufen statt wie bisher angenommen sechzig Jahre. Der Langzeitbetrieb ist wohl einer der kosteneffizientesten Wege, Strom zu produzieren, und wird die Energiewende deutlich vergünstigen. Gleichzeitig brauchen wir stetig verfügbaren und regelbaren Strom. In diesem Punkt ist der Nuklearstrom im Vergleich mit Wind- und Sonnenenergie, deren Angebot stark schwankt, im Vorteil.
Ginge es auch ohne neue Kernkraftwerke?
Wir sind in einer Studie mit der ETH kürzlich zu dem Schluss gekommen, dass das grundsätzlich möglich ist – wenn die ambitionierten Ausbauziele bei den Erneuerbaren eingehalten werden und ein effizienter Stromhandel mit dem Ausland gewährleistet ist. Aber genauso könnten neue Kernkraftwerke zur Energiestrategie und zum Erreichen des Netto-Null-Ziels beitragen. Kernkraft und Erneuerbare können sich sinnvoll ergänzen – auch das ist ein wichtiges Ergebnis der Studie.
Zwingend notwendig ist der Bau neuer Kernkraftwerke aber nicht.
Es sprechen einige Gründe dafür. Mit neuen Kernkraftwerken reduzieren wir die Abhängigkeit von Stromimporten im Winter. Setzen wir hauptsächlich auf die Photovoltaik, führt das dazu, dass die Produktion im Winter einbricht. Kernkraftwerke dagegen produzieren gerade dann mehrheitlich Strom. Neben der Stromerzeugung kann Kernenergie zudem zur Produktion von Wärme, Wasserstoff und Synthesebrennstoffen genutzt werden. Das würde auch in diesen Sektoren die Abhängigkeit vom Ausland verringern. Auch der Netzausbau dürfte mit Kernenergie günstiger ausfallen.
Atomgegner sagen: Neue Kernkraftwerke sind viel zu teuer.
Das haben wir in unserer Studie ebenfalls untersucht. Wir schätzen darin die reinen Baukosten auf zwischen 5000 und 12 000 Franken pro installiertes Kilowatt. Beim britischen Kernkraftwerk Hinkley Point, das noch im Bau ist, sind es rund 12 000 Franken. Tschechien hat 2025 für den Standort Dukovany einen Preis von 7500 Franken ausgehandelt, und in Südkorea liegen die Baukosten pro Kilowatt bei verblüffend geringen 2500 Franken. Erreichen wir in der Schweiz einen Wert zwischen 8000 und 10 000 Franken pro Kilowatt, wird eine Kombination von Kernkraftwerken und Erneuerbaren zur kostenoptimalen Lösung für unser Gesamtenergiesystem. Für ein Kraftwerk von der Grösse von Gösgen ergäben sich damit Baukosten von etwa 8 bis 10 Milliarden Franken.
«Es darf nicht sein, dass in einem mehrstufigen Genehmigungsprozess beim letzten Verfahrensschritt das Aus für die Anlage erfolgt.»
Die Schweiz gilt als ausserordentlich teurer Standort. Wie sollen da die Kosten für den Bau gedrückt werden können?
Bei den jüngsten europäischen Reaktoren handelt es sich durchwegs um Erstanlagen. Nehmen wir das Beispiel Grossbritannien: Dort wurde in den letzten vierzig Jahren kein Kernkraftwerk mehr gebaut. Entsprechend fehlten die Lieferketten, qualifiziertes Personal und Firmen, die für Bautätigkeiten mit nuklearer Kompetenz beauftragt werden können. All das musste wiederaufgebaut werden. Entscheidet sich ein Land politisch für neue Kernkraftwerke, stellt sich aber rasch ein Lerneffekt ein.
In der Schweiz ist es ebenfalls vierzig Jahre her, seit das letzte Kernkraftwerk gebaut wurde.
Wir würden das Kernkraftwerk ja nicht in Eigenregie entwickeln, sondern Anlagen aus Frankreich, den USA oder Korea kaufen. Mit jedem Kernkraftwerk, das gebaut wird, lernen die Hersteller hinzu. Dieser Effekt wird auch in Frankreich mit dem Bau der nächsten sechs Reaktoren eintreten, wie es auch schon bei den Vorgängeranlagen in der Vergangenheit der Fall war.
Gemäss den Berechnungen des französischen Rechnungshofs betrugen die Kosten für die Planung und den Bau des Reaktors in Flamanville aber fast 24 Milliarden Euro.
Die reinen Baukosten beliefen sich laut der Betreiberin EdF auf rund 17 Milliarden Euro, das entspricht etwa 10 000 Franken pro Kilowatt. Es sind die langen Bauverzögerungen, die dazu führten, dass letztlich die Finanzierungskosten aus dem Ruder liefen. Ich bin aber optimistisch, dass sich dies künftig mit mehr Anlagenerfahrung, standardisierter Serienfertigung und guter Projektplanung verhindern lässt.
Schweizer Stromkonzerne sind nicht bereit, ohne staatliche Absicherung in neue Kernkraftwerke zu investieren.
Heimische Stromproduktion ist leider generell kein besonders einträgliches Geschäft. Streicht man die staatliche Unterstützung für den Bau von Wind- und Solaranlagen, würde auch hier niemand mehr investieren. Sich aber primär auf Importe zu verlassen, ist keine gute Strategie – daher ist staatliche Absicherung notwendig.
Müsste der Staat neue Kernkraftwerke stärker subventionieren als Wind- oder Solaranlagen?
Das Subventionsvolumen dürfte vergleichbar hoch sein. Eine Studie der Axpo ergab kürzlich, dass die Windkraft bei der Förderung am besten abschneide, Dach-Solar-Anlagen dagegen benötigten mit Abstand am meisten Förderung. Die Kernkraft liegt dazwischen.
Der Bau eines Kernkraftwerks ist jedoch mit ungleich grösseren Risiken verbunden als die Installation einer PV-Anlage.
Ja, aber dafür produziert ein AKW auch einige tausend Mal mehr Energie als die grösste laufende alpine Solaranlage der Schweiz. Die Risiken sind in erster Linie Planungsrisiken: Einsprachen sowie ein negativer Ausgang von Volksabstimmungen können ein Projekt erheblich verzögern oder gar verhindern. Investoren werden deswegen tatsächlich einen Risikozuschlag verlangen. Solche Risiken müssen minimiert werden. Es darf nicht sein, dass in einem mehrstufigen Genehmigungsprozess beim letzten Verfahrensschritt das Aus für die Anlage erfolgt. Überhaupt dauern diese Verfahren viel zu lange.
Was schlagen Sie vor?
Man könnte auf das Rahmenbewilligungsverfahren für die bestehenden Standorte Gösgen und Leibstadt verzichten. Wir wissen, dass Reaktoren westlicher Hersteller in der Schweiz prinzipiell genehmigungsfähig und die Areale für den Bau neuer Kernkraftwerke geeignet sind. Schliesslich werden dort schon vergleichbare Anlagen betrieben. Werden diese stillgelegt und besteht ausreichend Platz für eine zweite Anlage, braucht es keine aufwendige Standortbewilligung.

Der Langzeitbetrieb eines AKW, im Bild das Kernkraftwerk Leibstadt, sei einer der kosteneffizientesten Wege, Strom zu produzieren, sagt der Wissenschafter Andreas Pautz.
Gaëtan Bally / Keystone
Und was ist mit der Sicherheit?
Die bleibt dabei nicht auf der Strecke. Es braucht ja immer noch die Bau- und Betriebsbewilligung. Das dreistufige Verfahren in der Schweiz ist im internationalen Vergleich aussergewöhnlich komplex. Ein zweistufiges Verfahren ohne die Rahmenbewilligung stünde dem demokratischen Grundverständnis der Schweiz nicht entgegen.
Wie viele Jahre gewänne man dadurch?
Sicherlich drei bis fünf Jahre, das wäre also durchaus signifikant. Finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten, wie es sie in anderen europäischen Staaten bereits gibt, müssten ebenfalls abgeklärt werden. In Grossbritannien gewährt der Staat privaten Investoren eine langfristige Preisgarantie für den produzierten Atomstrom, einen sogenannten «contract for difference».
Davon spricht auch Bundesrat Albert Rösti bereits.
Das ist eine mögliche Finanzierungsvariante. In Grossbritannien wird ein solcher Strompreis mit der Regierung ausgehandelt – nicht nur für Kernkraftwerke, sondern zum Beispiel auch für Offshore-Windparks. In Schweden gewährt der Staat darüber hinaus zinsgünstige Staatsdarlehen und steigt als Teilhaber mit ein.
Wie wollen Sie die Bevölkerung von einer so weitreichenden staatlichen Unterstützung überzeugen?
Als Wissenschafter kann ich nur darauf hinweisen, dass die Kernenergie eine sehr sichere und zuverlässige Energiequelle ist. Mit den neuen Reaktoren ist die nukleare Sicherheit dabei noch einmal deutlich angestiegen. Es erstaunt mich manchmal, dass in der Schweiz viele Menschen mit dem Langzeitbetrieb der bestehenden Anlagen wenig Probleme haben, sich aber strikt gegen neue Kernkraftwerke aussprechen. Unsere existierenden Anlagen sind auf einem sehr hohen technischen Sicherheitsniveau – trotzdem sind zehn weitere Jahre Betrieb von Altanlagen grundsätzlich mit grösseren Risiken verbunden als ein neues Kraftwerk, das achtzig Jahre laufen würde.
Was macht moderne Kernkraftwerke denn so viel sicherer?
Bei wassergekühlten Reaktoren gibt es eine Reihe neuer Sicherheitssysteme. Im Zentrum stehen passive Systeme, die ohne menschliches Eingreifen auskommen und allein nach den Gesetzen der Physik funktionieren. Dadurch lässt sich menschliches Versagen weitgehend ausschliessen. Selbst bei einem schweren Kernschmelzunfall käme es nicht zu einer grossen Freisetzung von radioaktivem Material. Langfristig dürften sich zudem fortgeschrittene Reaktortypen durchsetzen, die nicht mehr mit Wasser, sondern etwa mit Flüssigmetall oder Gas gekühlt werden.
Vor der Katastrophe von Fukushima hätte wohl auch niemand gesagt, das dortige Kraftwerk sei unsicher.
Schon lange vor und erst recht seit Fukushima sind enorm viele Erkenntnisse aus unserer Forschung in den Betrieb der Schweizer Kernkraftwerke eingeflossen. Zudem kann man festhalten, dass moderne Reaktoren auch gegen Naturkatastrophen sicher ausgelegt sind.
Trotzdem: Wäre es nicht sinnvoll, dass die Schweiz abwartet, bis eine neue Generation von Reaktoren Marktreife erlangt?
Auch mit der Generation IV gibt es nicht den einen Reaktortyp, der alles kann. Entscheidend ist der Einsatzzweck: Manche Reaktoren können bei sehr hohen Temperaturen Wasserstoff erzeugen und eignen sich für industrielle Anwendungen. Andere sollen dereinst radioaktive Abfälle unschädlich machen. Bei Generation-III-Reaktoren wie dem EPR steht dagegen die sichere Stromproduktion im Vordergrund. Im Prinzip würden zwei zusätzliche solcher Anlagen ausreichen, um die gesamte Stromlücke der Schweiz bis 2050 zu schliessen. Verschiedene Reaktortechnologien können sich also ergänzen. Man setzt sie dort ein, wo sie gebraucht werden und wirtschaftlich sinnvoll sind – und das muss nicht zeitgleich passieren, sondern kann auch gestaffelt geschehen.
Kommen neue Kernkraftwerke, droht im Sommer doch eine massive Überproduktion.
Je früher neue Kernkraftwerke in der Schweiz in Betrieb gehen, desto besser bekommen wir einen ausgewogenen Strommix hin, halten die Systemkosten tief und die Sicherheit hoch. Zudem werden Kernkraftwerke bereits heute im Sommer für etwa einen Monat zur Revision abgeschaltet. Überkapazitäten im Sommer könnten zudem vorteilhaft für die Erzeugung von Wasserstoff genutzt werden. Im Winter mögen höhere Erträge möglich sein, weil die Solarstromproduktion geringer ist und die Marktpreise steigen.
Die Energieversorgung wird immer dezentraler. Passen grosse Kernkraftwerke denn überhaupt noch in dieses Stromsystem?
Es geht oft vergessen, dass das europäische Stromsystem immer noch sehr zentralisiert ist. Die Kernkraft allein trägt europaweit fast 25 Prozent zur Stromproduktion bei. Ihre Bedeutung wird zwar gerne marginalisiert, aber Stand heute wird in Europa fast doppelt so viel Strom in Kernkraftwerken produziert wie von Solaranlagen. Die europäischen Kernkraftwerke werden nicht einfach über Nacht verschwinden, sondern Teil eines Strommixes gemeinsam mit Wasser-, Wind- und Solarenergie bleiben. So wie es heute in der Schweiz der Fall ist.
«Stand heute wird in Europa fast doppelt so viel Strom in Kernkraftwerken produziert wie von Solaranlagen.»
Man spricht nun schon sehr lange von einer neuen Generation von Kernkraftwerken. Marktreife haben sie immer noch nicht erlangt.
Grosse Generation-III-Kraftwerke sind schon längst marktreif. Zudem werden in den nächsten Jahren eine ganze Reihe kleiner modularer Reaktoren (SMR) auf den Markt drängen. Gerade von den USA geht eine erhebliche Dynamik aus. Grosse Konzerne wie Amazon, Meta und Google investieren massiv in deren Entwicklung.
Wann werden diese Anlagen zur Verfügung stehen?
General Electric baut derzeit einen solchen Reaktor, der bis zum Ende dieses Jahrzehnts laufen wird. Bis Mitte der dreissiger Jahre werden mehrere grosse Hersteller eine Reihe von Reaktortypen präsentieren, die in Serie gebaut werden können.
Was ist an diesen Reaktoren so viel besser als an den bekannten?
Grundsätzlich werden in den wassergekühlten SMR der gleiche Brennstoff und die gleichen Sicherheitssysteme verwendet. Der entscheidende Unterschied ist die Grösse: Wenn der Druckbehälter eines Reaktors bloss noch ein Zehntel des bisherigen Volumens hat, wird der Bau viel einfacher und vor allem ungleich günstiger. Komponenten können bequem in der Fabrik vorgefertigt und vor Ort transportiert und montiert werden.
Für wen kommen solche Reaktoren infrage?
Zum Beispiel für energieintensive Chemiefirmen und Raffinerien sowie für Zement- und Stahlwerke. Und natürlich für Rechenzentren. Für sie alle wäre es sinnvoll, eine kleinere Anlage mit einer Leistung von 30 bis 100 Megawatt direkt vor Ort zu betreiben. Aber auch für kleinere Volkswirtschaften wie die Schweiz mögen sie eine echte Alternative zu grossen Kraftwerken sein.
Wie stark engagieren Sie sich an der Erforschung von solchen Minireaktoren?
Am PSI forschen wir an Flüssigsalzreaktoren und wollen auf unserem Gelände ein wegweisendes Reaktorexperiment gemeinsam mit der dänischen Firma Copenhagen Atomics betreiben. Damit wollen wir demonstrieren, dass diese Technologie funktioniert und nicht mehr Jahrzehnte von der Marktreife entfernt ist. Die Entwicklung dieser vierten Generation wird in den nächsten Jahren rasant voranschreiten.
Neue Kernkraftwerke benötigen Uran. Verstärkt die Schweiz damit nicht die Abhängigkeit vom Ausland?
Diese Abhängigkeit ist überschaubar. Ein Gramm angereichertes Uran enthält im Vergleich zu einem Gramm Kohle das Einhunderttausendfache an Energie. Somit wäre es kein Problem, in der Schweiz Uranvorräte langfristig anzulegen – der Jahresverbrauch eines Kernkraftwerks hätte bequem in Ihrer Garage Platz. Bei Gas ist das hingegen nicht möglich, da wir schweizweit nicht über die notwendigen Speichervolumina verfügen. Die Beschaffung des Urans ist unproblematisch, denn das Portfolio der exportierenden Staaten ist relativ breit. Es reicht von Australien, Kanada bis zu Namibia und Kasachstan. Die Abhängigkeit beim Bau von Solarzellen und seltenen Erden ist deutlich grösser.
Ach ja?
Über 80 Prozent der in der Schweiz verbauten Solarpanels kommen aus chinesischer Produktion. Auch die wichtigsten seltenen Erden, die wir etwa für den Bau von Windturbinen brauchen, kommen zu über 80 Prozent aus China. Abhängigkeiten bestehen in jedem Fall, deshalb sollte man dieses Argument auch nicht heranziehen, um verschiedene Energieformen gegeneinander auszuspielen.
Bleibt das Entsorgungsproblem. Das Endlager für radioaktive Abfälle ist nicht für den Abfall neuer Kraftwerke konzipiert.
Das liegt daran, dass die zuständige Genossenschaft, die Nagra, eine Betreiberorganisation ist und gemäss Verursacherprinzip nur für den Abfall der existierenden Kraftwerke verantwortlich ist. Wenn man auf die Karten der Nagra schaut, erkennt man, dass in den geeigneten geologischen Formationen noch viel Platz für weitere Nuklearabfälle wäre. Aber natürlich wäre für ein neues Tiefenlager ein vollständiges Genehmigungsverfahren notwendig.
Am 28. Februar wird die Schweizer Stimmbevölkerung voraussichtlich über die Aufhebung des AKW-Verbots abstimmen. Was würde sich bei einem Ja für Sie ändern?
Ein Ja würde sicherlich verstärkt junge Leute zu einer Nuklearausbildung in der Schweiz und am PSI motivieren und neue, frische Talente ins Land bringen, die wir so nötig für den Weiterbetrieb der bestehenden Anlagen brauchen. Grundsätzlich würde ich mir wünschen, dass die gesamte AKW-Debatte auf ein sachliches Fundament gestellt wird – und so zum Beispiel eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den internationalen Forschungsarbeiten zur Tiefenlagerung stattfindet, die seit Jahrzehnten auch am PSI laufen –, anstatt die Abfallproblematik pauschal als ungelöst oder gar unlösbar abzuurteilen.
Zur Person

PD
Andreas Pautz, Kernenergie-Forscher
Der gebürtige Deutsche ist Professor für Nuklearingenieurwesen an der ETH Lausanne. Er leitet den Forschungsbereich Nukleare Energie und Sicherheit am Paul-Scherrer-Institut (PSI), dem zentralen nuklearen Kompetenzzentrum der Schweiz mit rund 250 Mitarbeitenden.
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