Wackelt der Traum? Komitee prüft Münchens Olympia-Entscheidung erneut

Nach historischem Bürgerentscheid: IOC hakt bei Münchens Bevölkerung wegen Olympia nach

Stand: 07.10.2026, 14:57 Uhr

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Trotz des eindeutigen Bürgerentscheids will das IOC die Olympia-Befürwortung in München selbst prüfen. Die Stadt ist entspannt und voller Selbstvertrauen.

München – Es gab Zeiten, die noch nicht lange her sind, da suchten das IOC und der damalige Präsident Thomas Bach fast händeringend nach Bewerbern für ihr größtes Gut: die Olympischen Spiele. Nach Ausgaben in Schurkenstaaten (Russland, China) und anschließenden Gigantismus-Beschränkungen hat sich der Wind offenbar gedreht. Neben Deutschland steht das IOC mit sechs weiteren Ländern (Indien, Katar, Ungarn, Türkei, Südkorea und Südafrika) im sogenannten „continuous dialogue“, einem kontinuierlichen Austausch für die Ausrichtung 2036.

T-Shirt mit dem Aufdruck: „München Olympija“

München bewirbt sich intensiv um die Olympischen Spiele 2036. © picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Die genauen Städte wurden der Öffentlichkeit noch nicht preisgegeben. Und doch wissen Münchens Olympiamacher größtenteils, was auf sie zukommt. Schließlich galten zumindest Ahmedabad, Doha, Budapest und Istanbul als relativ gesichert. Spannend in diesem Zusammenhang: Laut dem aktuellen IOC-Handbuch ist es den Interessenten in der jetzigen Phase noch verboten, ihr Konzept international zu bewerben und dafür Unterstützer zu suchen.

München wird erneut zu Olympia-Zustimmung befragt

Ziel sollte es vielmehr sein, nationale Akzeptanz zu gewinnen. Heißt übersetzt: Das IOC will keine Unruhe und keinen Aufruhr in der Bevölkerung. Um das zu garantieren, wird das IOC in allen Städten „eine unabhängige, vom IOC beauftragte Meinungsumfrage“ durchführen. München soll und muss also erneut „Ja“ sagen.

Im Oktober 2025 hatten sich in einem historischen Bürgerentscheid bereits 66,4 Prozent der Bürger für die Ringe-Spiele ausgesprochen – was seinerzeit Eindruck auf IOC-Präsidentin Kirsty Coventry machte. Vergleichswerte der Konkurrenz gibt es nicht – München ist der einzige Kandidat, der eine solche Umfrage bisher durchgeführt hat.

Die nächste richtungsweisende Entscheidung fällt im März 2027, dann legt das IOC den Kreis der Anwärter für den „strategic dialogue“ fest. Bis dahin sollten die Befragungen stattgefunden haben. Wann und in welcher Form das IOC das Interesse abfragt, beantwortet das Handbuch nicht.

Im Münchner Planungszentrum herrscht deshalb jedenfalls keine Aufregung. Die Informationen des IOC zum Verfahren und zu etwaigen Mitbewerbern seien nicht neu und Bestandteil der laufenden weiteren Arbeit an der Bewerbung im Dialog mit dem DOSB und dem IOC, versichert Michael Asbeck, Olympia-Koordinator im städtischen Sportamt, unserer Zeitung. „In diesem Rahmen werden wir natürlich die Münchner Bewerbung weiterentwickeln und unsere Stärken entsprechend darstellen.“

Dazu gehört auch die breite Unterstützung. „Die Begeisterung der Münchner Bevölkerung für Olympia ist eine große Stärke unserer Bewerbung. Wir haben sehr gute Argumente, um uns am Ende auch international durchzusetzen“, so Asbeck. Auch die namhafte Konkurrenz schüchtert ihn nicht weiter ein, im Gegenteil. „Wir freuen uns auf den internationalen Wettbewerb und gehen mit viel Selbstvertrauen in die nächste Phase.“