iPhone Duo: Wie sich Apple ein Foldable vorstellt

Das kleine aber wachsende Segment der High-End-Foldables ließ Apple lange links liegen, jetzt aber nicht mehr: Am Mittwochabend hat der Hersteller auf seiner traditionellen September-Keynote mit dem „iPhone Duo“ das erste hauseigene Smartphone mit faltbarem Display vorgestellt (siehe auch Mac & i-Liveticker). Die Enthüllung übernahm der vormalige Hardware-Chef und frischgebackene CEO John Ternus selbst.

Das iPhone Duo ähnelt einem Reisepass und wird wie ein Buch auf- und zugeklappt. Es ist damit deutlich kleiner aber auch merklich breiter als ein klassisches Smartphone. Das OLED-Außendisplay hat eine Diagonale von 5,4" (1398 x 2034 Pixel), der aufgeklappte OLED-Innenbildschirm misst 7,6" (1878 x 2670 Pixel) und spielt damit im Klein-Tablet-Segment. Das Seitenverhältnis entspricht aktuellen iPads. Eine Animation lässt den sonst beim Aufklappen von Foldables schroffen Display-Wechsel fließend wirken.

Im geschlossenen Zustand ist das Duo 8,4 cm breit, 11,8 cm hoch und 1,1 cm dick. Das Gewicht beziffert der Hersteller mit 254 Gramm, das Gehäuse ist aus Titan.

iPhone Duo 2026 (24 Bilder)

Das iPhone Duo lässt sich aufgeklappt im Hoch- und Querformat nutzen.

Auf dem Foldable läuft eine angepasste Version von iOS 27, die die vom iPad bekannte geteilte Ansicht (Split View) bietet, um auf dem aufgeklappten Innendisplay zwei Apps nebeneinander anzuzeigen. Drag & Drop von Inhalten ist dabei ebenfalls möglich, solange die jeweiligen Programme das sinnvoll unterstützen. Viele hauseigene Apps sind bereits für die beiden neuen Bildschirme angepasst, betonte Apple. Dazu gehört auch, Bedienelemente und das Dock auf dem Außendisplay an die rechte Seite zu verlagern, damit wichtige Bereiche mit dem Daumen leichter zu erreichen ist. Das relativ breite Format dürfte die Einhandbedienung selbst im zusammengeklappten Modus knifflig gestalten. Dafür unterstützt das iPhone Duo demnächst den (nicht beigepackten) Apple Pencil (USB-C) als Eingabegerät, wie Apple ankündigte – ein Novum für iPhones.

Das Apple-Foldable lässt sich nach Apples Präsentation auch „geknickt“ betreiben und so etwa halb aufgeklappt auf dem Tisch positionieren. Apps sind dabei offensichtlich in der Lage, den Winkel zu erkennen und die Bedienoberfläche anzupassen.

eSIM-only, Apple verspricht gute Akkulaufzeit

Ebenso wie im iPhone 18 Pro kommt der neue A20 Pro-Chip zum Einsatz, mitsamt Vapor Chamber zur Wärmeableitung. Mit einer Dual-Neural-Engine und verbesserten Neural Accelerators in der 7-Core-GPU soll er auf die schnellere Ausführung lokaler KI-Modelle hin optimiert sein. Der Prozessor setzt auf zwei Hochleistungskerne (bei Apple inzwischen Super Cores genannt) und vier Effizienzkerne.

Neu ist Apples C2-Mobilfunkmodem, das für schnellere Uploads und insgesamt geringeren Energieverbrauch sorgen soll. Um Bluetooth 6, Thread und WLAN 7 kümmert sich der bereits aus anderen iPhone-Modellen bekannte Apple-Chip N1. Ultrabreitband (Generation 2) unterstützt das Duo ebenfalls.

Das iPhone Duo eSIM-only und zwar weltweit, den SIM-Kartenslot spart sich Apple hier also wie zuvor schon im dünnen iPhone Air. Der Akku soll im Normaleinsatz bis zu 24 Stunden durchhalten und sich schnell aufladen lassen. Die 50-Prozentmarke lässt sich bei einem leeren Akku angeblich in rund 20 Minuten erreichen, wenn ein mindestens 60-Watt-Netzteil zum Einsatz kommt. Auch beim Duo liegt nur das USB-C-Kabel bei, das Netzteil muss der Käufer selbst mitbringen. Drahtloses Laden per MagSafe und Qi2 sind ebenfalls möglich mit bis zu 25 Watt.

Über den USB-C-Port kann das Duo zwar Video ausgeben, es unterstützt aber offensichtlich – ganz im Unterschied zu iPads mit M-Prozessoren – keinen erweiterten Bildschirmmodus. Entsprechend lassen sich Inhalte nur spiegeln oder Videos ausgeben. Eine Art Desktop-Modus für den Betrieb an externen Monitoren fehlt somit.

Vier Kameras, aber kein Face ID

Beim rückseitigen Kamerasystem beschränkt sich Apple auf zwei physische Objektive: eine Hauptkamera (Blende 1,6; 26mm-Äquivalent plus gecropptes 52mm-Äquivalent) sowie eine Ultraweitwinkelkamera (13mm) beide mit 48 Megapixeln. Im Außendisplay ist eine 12-Megapixel-Selfie-Kamera untergebracht, unter dem Innendisplay steckt eine weitere Kamera für Videokonferenzen. Hier fehlen genauere Spezifikationen, glorreiche Bilder dürfte sie kaum liefern. Apple stellte bei der Präsentation die Möglichkeit hervor, das Außendisplay beim Fotografieren als Bildschirm zu verwenden: Kinder könnten etwa durch Cartoons bei Laune gehalten werden und bei Selfies lasse sich das Bild besser arrangieren.

Die Gesichtserkennung Face ID fehlt, entsperrt wird das iPhone Duo per Fingerabdruck. Der Touch-ID-Sensor ist wie etwa bei vielen iPads in der Standby-Taste untergebracht – eine im Alltag oft nervende Lösung. Nur Apple-Watch-Besitzer haben es leichter, die am Handgelenk getragene Uhr entsperrt das Foldable wahlweise nämlich auch.

Genauso wie bei anderen modernen iPhones führt Apple beim Duo eine IP68-Zertifizierung ins Feld, das Foldable soll somit sowohl Staub als auch Wasser standhalten.

Das iPhone Duo gibt es in Weiß oder sehr dunklem Blau („Nachthimmel“). Die Startausführung mit 256 GByte Speicher kostet bei Apple 2300 Euro, die Maximalkonfiguration mit 2 TByte schließlich 3800 Euro. Das Foldable kommt erst am 23. Oktober auf den Markt, auch in Deutschland. Die Vorbestellung ist ab dem 16. Oktober möglich.

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(lbe)