Er ist der politische Hoffnungsträger für den Iran. Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, wird von einem Teil der iranischen Bevölkerung geliebt. Nach ihrer Meinung soll er das Land führen. Pahlavi selbst reist durch die Welt und macht Lobbyarbeit für die Opposition. Stets lässt er erkennen, dass er an der politischen Führung interessiert ist.
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Doch Pahlavis Ambition sei "ins Stocken geraten", berichtete die Nachrichtenagentur Reuters im Juli. Hochrangige US-Beamte haben sich öffentlich von der Idee distanziert, den Kronprinz an die Macht zu bringen. Pahlavi lebt seit 1978 in den USA. Damals war er 17 Jahre alt. Kritiker werfen Pahlavi vor, sich zu stark auf eine ausländische militärische Intervention zu verlassen und es versäumt zu haben, eine dauerhafte politische Koalition für das Land zu bilden.
Wandel der Rhetorik
In der Tat hat der Schah-Sohn den internationalen Druck auf das Regime im Iran immer begrüßt. Im Januar 2026 erklärte er den Iranern, die internationale Gemeinschaft würde jetzt handeln, und schloss sich der Botschaft von US-Präsident Donald Trump an, die Hilfe sei "auf dem Weg". Damals demonstrierten wütende Iraner landesweit gegen die explodierenden Preise.
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"Große Nation des Iran, die Augen der Welt sind auf euch gerichtet. Geht auf die Straße und macht als geeinte Front eure Forderungen publik", schrieb Pahlavi auf X.
Doch der Iran-Krieg konnte nicht wie erhofft zum Wechsel des Regimes führen und er dauert immer noch an. Pahlavi hat seine Rhetorik geändert, denn er merkt, dass im Iran auch die Kritik am Krieg lauter wurde. "Der endgültige Sieg wird dennoch durch unsere Hände errungen werden", sagt Pahlavi. Die Hauptverantwortung liege weiterhin beim iranischen Volk selbst.
Ist Pahlavi überhaupt eine Option?
Pahlavi sei nie eine tragfähige Option für die westlichen Regierungen gewesen, sagt Politologe Mojtaba Najafi. Er ist auf politische und soziale Bewegungen im Iran spezialisiert. "Eine ernst zu nehmende Führungsperson muss in der Lage sein, Macht zu erlangen und sie auszuüben, bestehende Machtstrukturen zu beeinflussen und eine realistische Perspektive für einen strukturellen politischen Wandel zu bieten."
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Pahlavi erfülle diese Kriterien nicht, so Najafi weiter. Auch in der internationalen Gemeinschaft seien die Interessen unterschiedlich. Die EU wolle Stabilität im Iran und wünsche sich keinen weiteren Zustrom von Flüchtenden nach Europa. "Die USA wollen die antiamerikanische Ausrichtung des Regimes beenden und ihre eigenen Interessen schützen", sagt Najafi. "Aus dieser Perspektive strebt Washington nicht unbedingt einen Wandel an, der von einer Persönlichkeit wie Pahlavi angeführt wird." Und in den Augen der Regierung von Israel, das als Erzfeind des Irans gilt, sei Pahlavi wie jede Oppositionsbewegung ein nützliches Mittel für mehr Druck auf den Iran.
Pahlavi konnte nicht überzeugen
Der Kronprinz habe nicht mit seinen Fähigkeiten als Spitzenpolitiker überzeugen können, sagt Arash Azizi, Wissenschaftler an der Boston University. "Seine Strategie stützte sich stark auf ausländische Regierungen, die jedoch wenig Bereitschaft gezeigt haben, ihn entschlossen zu unterstützen." Obwohl er jüngst auch mit israelischen Politikern auf Tuchfühlung gegangen sei, könne er nicht mit mehr Unterstützung rechnen.
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Pahlavi selbst hatte vor der Islamischen Revolution 1979 in den USA eine Ausbildung zum Kampfpiloten absolviert. Später schloss er ein Fernstudium der Politikwissenschaften an der University of Southern California ab.
Schah-Sohn auch im Iran umstritten
Wie beliebt Pahlavi im Iran ist, lässt sich schwer einschätzen. Die Menschen im Iran hätten gesehen, dass ein offener Krieg mit den USA und Israel viel Leid mit sich gebracht habe, sagt Najafi. Sollte der Konflikt nicht zu einem politischen Wandel führen, könnte dies Pahlavis Beliebtheit ernsthaft schaden.
Auch Amir Taheri, ein in Paris ansässiger Aktivist und selbst Befürworter der konstitutionellen Monarchie, sieht einen Rückgang von Pahlavis Beliebtheit. Dieser habe Verbindungen zu konservativen und rechtspopulistischen Parteien in den USA und Europa gepflegt. Er habe einen Krieg unterstützt, den viele Iraner als ungerecht ansehen.
Mehrdad Bozorg ist anderer Meinung. Der Politologe lebt in Deutschland und ist Anhänger von Reza Pahlavi. "Die Regierung im Iran greift hart gegen die Opposition durch. Die Menschen haben klarer verstanden, dass das Regime weg muss", sagt Bozorg. "Reza Pahlavi ist die einzige Oppositionsfigur, die sich aufrichtig und konsequent für einen Übergang weg von der Islamischen Republik eingesetzt hat." Pahlavis Legitimität beruhe auf dem Vertrauen des iranischen Volkes und nicht auf der Anerkennung durch andere Länder.
Aus dem Englischen adaptiert von Dang Yuan.