Botschafter verweigert Königin Letizia Handschlag

Zwei Kulturen treffen aufeinander

Iranischer Botschafter verweigert Königin Letizia den Handschlag

Bei einem festlichen Empfang im spanischen Palast kam es zu einer unangenehmen Situation. Der iranische Botschafter ignorierte die ausgestreckte Hand von Königin Letizia. Im Netz wird heiss diskutiert, wer im Recht ist und wie so etwas gehandhabt werden sollte.

Publiziert: vor 54 Minuten

  • Bei einem Empfang im spanischen Palast kam es beinahe zu einem kleinen Eklat
  • Der iranische Botschafter verweigerte Königin Letizia den Handschlag
  • Fans diskutieren, wer im Recht war und ob religiöse Regeln über Höflichkeit stünden
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Silja AndersRedaktorin People

Am 12. Oktober fand anlässlich des spanischen Nationalfeiertages im Palast in Madrid ein Empfang mit rund 1000 Gästen aus Politik und Gesellschaft statt. Wie es sich gehört, begrüssten das Königspaar König Felipe (58) und Königin Letizia (54) sowie die beiden Töchter Kronprinzessin Leonor (20) und Infanta Sofia (19) ihre Gäste persönlich und gaben ihnen die Hand.

Doch genau diese Geste sorgte beinahe für einen kleinen Eklat. Als der iranische Botschafter Reza Zabib an der Reihe ist, gibt er dem König höflich die Hand. Königin Letizia streckt ihm die ihrige zur Begrüssung entgegen, doch Zabib ignoriert diese. Stattdessen legt er seine eigenen Hände zusammen und nickt der Königin leicht zu. Die gleiche Geste wiederholt er anschliessend bei den beiden Prinzessinnen.

Religiöse Regeln oder Respektlosigkeit?

Was auf den ersten Blick unhöflich wirken könnte, hat einen simplen kulturellen und religiösen Hintergrund. Im konservativen Islam ist der körperliche Kontakt – und damit auch das Händeschütteln – zwischen Männern und Frauen, die nicht miteinander verwandt oder verheiratet sind, untersagt. Während pragmatischere Muslime im westlichen oder beruflichen Umfeld oft eine Ausnahme machen und Frauen aus Höflichkeit die Hand geben, halten streng gläubige Muslime strikt an dieser Regel fest. Im Iran entspricht dieser Verzicht auf den Handschlag zwischen den Geschlechtern der offiziellen Staatsdoktrin und gesellschaftlichen Norm.

Reza Zabib hielt sich an die Regeln seines Landes und seiner Religion. Auf Social Media entbrennt jedoch eine hitzige Debatte um sein Verhalten. Viele Nutzer sind der Meinung, dass er sich an die Gepflogenheiten Spaniens halten müsse. Und selbst wenn er es sonst nicht mache, müsse er aus Höflichkeit zumindest der königlichen Familie den entsprechenden Respekt entgegenbringen. Andere wiederum argumentieren, dass Königin Letizia es hätte besser wissen müssen, als ihm die Hand entgegenzustrecken und anschliessend entrüstet auszusehen, als Zabib die Geste verweigerte. Immerhin ist es nicht das erste Mal, dass es zu einer solchen Situation kommt. Bereits vor drei Jahren wollte Königin Letizia den damaligen iranischen Botschafter per Handschlag begrüssen. Auch Hassan Ghashghavi verweigerte die Geste damals der Monarchin, ebenfalls aus kulturellen und religiösen Gründen.

Es ist jedoch nicht so, als wüsste Königin Letizia nichts von den Gepflogenheiten, denn vor wenigen Monaten traf sie Zabib bereits. Am damaligen Empfang unterliess sie es von Anfang an, ihm die Hand hinzustrecken. Zabib verbeugte sich kurz vor ihr und ging weiter. Gut möglich, dass die Königin am Empfang vom 12. Oktober nicht schnell genug erkannte, wer da vor ihr stand, weshalb es zum peinlichen Moment kam.