Jamal Musiala: FC Bayern sieht keinen Grund für ein Karriereende von Jamal Musiala

Trotz neurologischer Dysfunktionen geht der FC Bayern davon aus, dass Jamal Musiala seine Karriere fortsetzen kann. Die Häufung der Vorfälle kommt aber wohl überraschend.

Quelle: DIE ZEIT, dpa,

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Aktualisiert am 19. August 2026, 13:34 Uhr

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Jamal Musiala vom FC Bayern München beim Spiel gegen RB Leipzig, bei dem er das erste Mal zusammengesackt war. Nach einem zweiten Vorfall tritt der Verein Befürchtungen entgegen, Musiala müsse womöglich seine Karriere beenden. © Alex Grimm/​Getty Images

Der FC Bayern München rechnet damit, dass Jamal Musiala seine Karriere trotz einer neurologischen Dysfunktion fortsetzen kann. Nach Angaben des Bundesligisten gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass der Nationalspieler nicht weiter auf seinem bisherigen Niveau Fußball spielen könne. Dies hätten die behandelnden Neurologen dem Verein in einer schriftlichen Erklärung versichert, sagte FC-Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß in einem RTL/Sky-Interview.

Der 23-Jährige war am Vorabend beim Testspiel gegen den 1. FC Heidenheim zusammengesackt. Es war nicht der erste Vorfall dieser Art. Ähnliches war ihm schon vor vier Tagen beim Spiel gegen RB Leipzig passiert. Musiala wurde jeweils kurz behandelt und ging dann selbstständig vom Feld.

Musiala leidet an sogenannten Absencen

Musiala hatte sich am Dienstagabend in den sozialen Medien selbst zu Wort gemeldet: »Es wurden bei mir temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt, welche auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind. Diese können zu den zuletzt vorgekommenen Momenten führen, wie gegen Leipzig oder auch jetzt in Heidenheim.«

Das französische Wort Absencen bedeutet im Deutschen so viel wie »Abwesenheit«. Bei beiden Spielen traf dies bei Musiala zu, als er auf dem Platz kurzzeitig weggetreten wirkte. Absencen sind eine Form epileptischer Anfälle.

In seinem Statement schrieb Musiala weiter, dass er »in bester medizinischer Behandlung und sehr optimistisch« sei. Der FC Bayern und sein privates Umfeld seien immer an seiner Seite und unterstützten ihn auf diesem Weg. »Wichtig ist, es besteht kein darüber hinausgehendes gesundheitliches Risiko«, schrieb er in seinem Instagram Posting. Nach Angaben des Vereins waren Musialas Einsätze bei den beiden Spiel vorher ärztlich abgeklärt worden und völlig unbedenklich gewesen.

Der Verein teilte jedoch nicht mit, wie es mit dem Offensivspieler nun in den nächsten Tagen und Wochen weitergeht. Somit ist unklar, ob er im Supercup am kommenden Samstag bei Borussia Dortmund oder beim Liga-Start sechs Tage später gegen den VfB Stuttgart eingesetzt werden kann.

FC Bayern laut Hoeneß von Häufung der Vorfälle überrascht

Wie Uli Hoeneß in dem RTL/Sky-Interview sagte, könnte die Erkrankung Musialas mittelfristig für den deutschen Rekordmeister aber sehr wohl ein Problem werden. »Weil wir im Moment ehrlich gesagt ziemlich sprachlos sind. Wir haben uns darauf nicht vorbereiten können und wir müssen erst lernen, mit dieser Situation umzugehen«, sagte er. Zwar sei der Verein seit einiger Zeit über Musialas Probleme informiert, doch »mit dieser Häufung« der Vorfälle habe man nicht gerechnet.

Dennoch gebe es eine »bedingungslose Unterstützung für Jamal in jeder Hinsicht«, sagte der 74-Jährige. Die Situation sei vor allem für Musiala selbst ein Drama. »Wirklich, ich gehe mit dem Gedanken ins Bett und wache mit dem Gedanken an ihn auf«, sagte Hoeneß