Kooperation mit der Linken: Die CDU sollte sich ehrlich machen!
Stand: 19.08.2026, 13:39 Uhr
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Franziska Hoppermann beteuert, eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei stehe nicht zur Diskussion. Dabei regiert in Thüringen die CDU nur dank Linken-Stimmen.
Nun hat es auch die neue CDU-Generalsekretärin getan: Franziska Hoppermann beteuert wie ihr Vorgänger Carsten Linnemann, eine mögliche Zusammenarbeit ihrer Partei mit der Linken stehe nicht zur Diskussion. Wäre es nicht an der Zeit für die Christdemokraten, sich ehrlich zu machen?
In Thüringen, wo früher der pragmatische Linken-Politiker Bodo Ramelow regierte, gibt es die Zusammenarbeit längst. Ohne die Linkspartei wäre die Regierung von Ministerpräsident Mario Voigt nicht ins Amt gekommen und hätte keinen Haushalt durchgebracht.
Linke und CDU müssen sich in Sachsen-Anhalt zusammenraufen
Auch in Sachsen-Anhalt, wo im September gewählt wird, dürfte nur dann eine Mehrheit gegen die AfD im Landtag zustande kommen, wenn Union und Linke sich zusammenraufen. Das wissen alle, die es wissen wollen. Die CDU sollte daher nicht die Wählerinnen und Wähler für dumm verkaufen.
„Ich sehe nicht, dass wir das neu diskutieren“, sagt Hoppermann und verweist auf den Parteitagsbeschluss von 2018. Damals hatte die CDU „Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der Alternative für Deutschland“ abgelehnt. Angesichts der Radikalisierung der AfD ist es an der Zeit, die Prioritäten neu zu sortieren.
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Das mag einige in der christdemokratischen Partei verprellen. Doch schlimmer wäre es für die politische Kultur, wenn am Tag nach der Wahl der Wortbruch beginnt.
Dabei trifft zu, dass der neue Linken-Vorsitzende Luigi Pantisano es der Union zusätzlich erschwert hat, den notwendigen Schritt zu gehen – indem er sie mit Faschisten gleichsetzte und sich nur dürftig entschuldigte. Doch die Linke in Sachsen-Anhalt hat den eigenen Genossen sofort zurückgewiesen, und Pantisanos mieses Ergebnis bei der Vorsitzenden-Wahl in der eigenen Partei zeigt, dass er auch an der Linken-Basis Widerspruch erntet.
Einer Kooperation in Magdeburg, die sich an gemeinsamen Themen orientiert, sollte der Vorgang nicht entgegenstehen. Die Union mag es taktisch für klüger halten, das nicht vor der Wahl zu offenbaren. Doch die Wählerschaft ist klüger als sie denkt.