Stand: 21.09.2026, 19:00 Uhr
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Die Jeddinger bekommen einen Neubau – der Vertrag dafür ist jetzt unterschrieben. Im Schulausschuss wurde erstmals vorgestellt, wie das Gebäude der neuen Grundschule künftig aussehen und genutzt werden soll. Fertig sein soll die neue Schule bis zu den übernächsten Sommerferien.
Jeddingen – „Die Tinte ist noch gar nicht ganz trocken!“, eröffnete Bürgermeister André Lüdemann Gremienmitgliedern und Publikum, als es am Donnerstagabend im Schulausschuss um die Zukunft der Jeddinger Grundschule ging. „Wir kommen direkt aus dem Rathaus, denn wir haben heute den Vertrag für den Neubau der Schule unterschrieben.“
Zum Kommentar: „Bloß nicht ins Schwitzen kommen“
Ein freudiger Moment, das war nicht nur dem Bürgermeister, sondern auch Schulleitung Sabine Darboven, Ausschussmitgliedern und Eltern anzusehen, von denen viele gekommen waren. Michael Schröder von Architekten Schröder aus Bremen nahm nach Lüdemanns kurzen Worten sogleich das Zepter in die Hand und führte samt Präsentation durch das anstehende Projekt.
„Wir haben uns am Anfang schon Gedanken gemacht, ob man noch was mit dem alten Schulgebäude anfangen kann“, erklärte der Ingenieur, „weil wir schon Fans von alter Bausubstanz sind.“ Das Problem: Das wäre richtig teuer geworden. Außerdem, so Schröder, sei moderne Pädagogik in den vorhandenen Räumlichkeiten nur schwer umsetzbar gewesen. Und so sei die Entscheidung für einen Neubau gefallen. Der wiederum soll auf der aktuellen Grünfläche entstehen, mit geringen Abbrüchen am Bestandsgebäude.
Was ebenfalls bleibe, sei die große Asphaltfläche und der signifikante Baum. Ebenso werde es natürlich eine Abstellfläche für Müll geben und Fahrradstellplätze. Die vorhandene Spielfläche solle erweitert werden. „Das wird der Platz, der sich zwischen beiden Gebäuden aufspannt und viel ermöglichen soll.“
Von außen solle sich der Neubau zudem gut ins Dorf integrieren, dafür sorge der rote Ziegel mit feinen Strukturen. „Es soll nicht aussehen wie ein Fremdkörper, sondern sich schön einfügen“, so Schröder. Die schweren Wände könnten dank der traditionellen Bauweise außerdem, je nach Jahreszeit, Wärme oder Kälte aufnehmen und speichern.
Das Herz der Schule sei der Eingang, der aber – heutzutage üblich, da knappe Mittel – im Grunde nur ein Treppenhaus sei. Durch die offene Gestaltung, die sowohl den Blick in die Mensa als auch ins Obergeschoss ermöglicht, wirke der Raum trotzdem einladend. „Es ist offen, hell und transparent, aber eben kein riesen Raum, sondern der Größe der Schule angemessen.“
Offenes Raumkonzept
Stattdessen eine offene Fläche, die nach Wunsch möbliert werden könne, „zum Beispiel mit Sitzkissen“. Von diesen offenen Flächen gehen wiederum zwei Gruppenräume ab. „Diese vielen Möglichkeiten sollen ein individuelles Arbeiten ermöglichen“, erklärte der Experte. Natürlich gebe es auch ein Fluchttreppenhaus für das Obergeschoss, das ebenfalls ein Lerncluster mit vier Klassenräumen, offener Fläche und Gruppenräumen haben werde.
Im Erdgeschoss gebe es vorn den Bereich des Hausmeisters sowie den Technikbereich, weiter hinten die Fachunterrichtsräume. Im Kern, in der Mitte des Gebäudes, gebe es weitere Nebenräume und WCs, die Küche gehe zur Straße raus und die Aula beziehungsweise Mensa mit Blick zum Hof. Und natürlich die Lerncluster. Diese bestünden aus vier Klassenräumen, die so offen gestaltet seien, dass sie künftig auch anderweitig nutzbar seien. Vor den Klassenzimmern gebe es keine „notwendigen Flure“ mehr, wie im alten Gebäude.
Eine Besonderheit: die Kinderbühne in der Mensa. Die solle auch von den Kindern mitgestaltet werden. Die Steine vom Abriss des alten Gebäudes sollen einen neuen Platz an der Innenwand der Mensa finden. Geplant ist daher eine Mitmachaktion mit den Kindern.
Die Haustechnik sei „so wie man das heutzutage macht“. Wärmepumpe sei eine Selbstverständlichkeit. Die Dächer seien so geplant, dass später eine Vollbelegung stattfinden könne. Außerdem solle es eine Fußbodenheizung geben. Der Ablauf werde wie folgt aussehen: Von der Bestandschule werde ein kleines Stück zurückgebaut, währenddessen nebenan der Neubau errichtet. „So kann der Schulunterricht weiter stattfinden.“ Wenn der neue Schulbau dann in Betrieb gehe, werde das alte Gebäude zurückgebaut und sobald der Platz dort frei ist, entstehe die Außenanlage. „Bis zu den übernächsten Sommerferien soll das fertig sein“, erklärte Lüdemann. Sportlich sei das, so die Architekten, aber machbar.
Abschließend stellte sich Schröder einigen Fragen aus dem interessierten Publikum. Stellplätze für die Lehrerschaft werde es sechs geben, „wie baurechtlich notwendig“, ansonsten keine. Ein Fußgängerweg sei nicht geplant. Da das Bauvorhaben aber nicht bis an die Straße reiche, bleibe der aktuelle Grünstreifen bestehen. In diesem Zuge kam auch die geplante Einbahnstraße noch einmal ins Gespräch, von der auch die Kita gegenüber profitieren soll. Eine Bring-Zone sei nicht geplant. „Ich finde, die Eltern können sich auch nicht aus der Verantwortung ziehen, einen vernünftigen Umgang da zu finden“, erklärte Schröder, ebenfalls Vater. Lüdemann beendete die Fragerunde schließlich mit einem „Wir dürfen nicht vergessen, das ist erstmal ein Entwurf und zwar ein guter. Detailfragen klären sich sicher noch, wir haben ja gerade erst unterschrieben.“