Paprika zählen zu den beliebtesten Gemüsesorten in Deutschland. Sie sind reich an Nährstoffen und vielseitig. Doch was passiert, wenn du jeden Tag Paprika isst?
Paprika gibt es in vielen Farben, Formen und Größen. Die Farbe zeigt den Reifegrad: Grüne Paprika schmecken herber, rote, gelbe und orangefarbene Früchte sind reifer, süßer und aromatischer. Neben der fleischigen, eckigen Blockpaprika gibt es weitere Sorten wie die Spitz-, Mini- und Tomatenpaprika.
Paprika gehören wie Tomaten zu den Nachtschattengewächsen und stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Sie kam mit den spanischen Eroberern nach Europa und verbreitete sich von dort bis nach Asien. Damals enthielten Paprika noch Capsaicin – ein Stoff, der für den typisch scharfen Geschmack in Chilis sorgt. Die süße Gemüsepaprika, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit dem 20. Jahrhundert, als es gelang, das Capsaicin herauszuzüchten.
Paprika: Anbau und Pro-Kopf-Verbrauch
Heutzutage wird Paprika weltweit angebaut. Der wichtigste Erzeuger ist China; in Europa spielen vor allem Spanien, die Niederlande, Italien, Griechenland, Polen und die Balkanstaaten eine Rolle.
In Deutschland zählt die Paprika zu den beliebtesten Gemüsearten: Laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) liegt die Paprika mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 4,2 Kilogramm auf Platz 5 der beliebtesten Gemüsearten. Sie ist das ganze Jahr über verfügbar, wobei rund 82 Prozent aus Spanien und den Niederlanden importiert werden. In Deutschland werden Paprikas von April bis November in Gewächshäusern oder Folientunneln produziert, allerdings in kleinen Mengen: Lediglich vier Prozent der Ware stammen aus Deutschland.
Kalorien, Vitamine und Nährstoffe von Paprika
Paprika sticht insbesondere durch denhohen Vitamin-C-Gehalt hervor: Er ist bei grünen Paprika zweimal und bei roten Paprika fast dreimal so hoch wie bei Zitronen. Aber Vorsicht: Vitamin C ist sehr hitzeempfindlich, sodass du den größten Gehalt an Vitamin C aufnehmen kannst, wenn du die Paprika roh isst.
Und Paprika hat noch mehr zu bieten: Auf 100 Gramm enthält sie nur 37 Kilokalorien – kein Wunder, da sie zu 90 Prozent aus Wasser besteht. Trotzdem hat sie auf 100 Gramm ganze vier Gramm Ballaststoffe. Paprika ist außerdem reich an Mineralstoffen (Kalium, Calcium, Phosphor), B-Vitaminen, den Vitaminen E und K sowie sekundären Pflanzenstoffen – insbesondere Carotinoiden. Carotinoide sorgen für die kräftige Farbe in gelben, orangenen und roten Paprikas, zudem wirken sie antioxidativ und entzündungshemmend.
Jeden Tag Paprika essen: Das sind die Folgen
Wenn du jeden Tag Paprika isst, kannst du von den vielen Nährstoffen profitieren und die gesundheitlichen Vorteile nutzen; gleichzeitig gibt es auch Risiken beim Paprika-Verzehr.
Gesundheitliche Vorteile
- Du kannst dich abwechslungsreich ernähren: Paprika gibt es in unterschiedlichen Farben und Formen; zudem gibt es diverse leckere Paprika-Rezepte.
- Du nimmst viele wertvolle Nährstoffe auf: Insbesondere Vitamin C, aber auch B-Vitamine, Vitamin E und K, sekundäre Pflanzenstoffe und die Mineralstoffe Kalium, Calcium und Phosphor.
- Dein Risiko für Herz-Kreislauf- und altersbedingte Augenerkrankungen kann sinken: Insbesondere rote Paprika ist reich an Carotinoiden, die laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und altersbedingte Augenerkrankungen senken.
- Deine Verdauung wird angeregt: Paprika haben einen verhältnismäßig hohen Anteil an Ballaststoffen, die deine Verdauung in Gang bringen.
Risiken, wenn du täglich Paprika isst
- Du kannst unter Verdauungsbeschwerden leiden: Je nach Empfindlichkeit deines Verdauungstraktes, kann Paprika Beschwerden wie Magenschmerzen, Sodbrennen, Blähungen oder Übelkeit hervorrufen.
- Du kannst Pestizidrückstände aufnehmen: Paprika gehört zu den Gemüsesorten, die häufig Pestizidrückstände aufweisen. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) untersuchte im Jahr 2023 insgesamt 119 Proben und konnte in 85 Prozent der Proben Rückstände nachweisen. Es lag zwar keine Probe über der zugelassenen Höchstgrenze, dennoch gab es nur 18 Proben ohne Rückstände. Und selbst Bio-Paprika waren betroffen: Von acht Bio-Paprika aus Spanien wiesen drei Proben Rückstände auf, fünf Proben waren pestizidfrei.
- Dein Konsum hat Auswirkungen auf das Klima: Weil die Paprika eine extrem empfindliche Gemüsesorte ist, wird sie in der Regel nur in geschützten Gewächshäusern oder Folientunneln und nicht im Freiland angebaut. Im Sommer müssen diese nicht unbedingt zusätzlich beheizt und beleuchtet werden, in den Wintermonaten hingegen schon. Dadurch hat die Paprika laut dem Umweltbundesamt einen CO2-Fußabdruck von 0,6. Zum Vergleich: Gemüsesorten wie Kohlrabi, Kürbis, Porree, Kartoffeln, Blumenkohl, Aubergine und frischer Spinat haben einen CO2-Fußabdruck von 0,2.
So viel Paprika kannst du pro Tag essen
Es gibt keine konkrete Angabe, wie viele Paprika du jeden Tag essen solltest. Grundsätzlich sind mindestens 400 Gramm Obst und Gemüse pro Tag empfehlenswert – gerne sogar mehr. Wichtig ist ausreichende Abwechslung. Kombiniere Paprika am besten mit unterschiedlichen Gemüsesorten, Hülsenfrüchten oder Stärkebeilagen und probiere verschiedene Zubereitungsarten aus.
Wer besser keine Paprika essen sollte
Einige Menschen vertragen Paprika nicht so gut: Wer einen empfindlichen Magen hat, kann Paprika teilweise schwer verdauen. Die Folgen können Beschwerden wie Magenschmerzen, Sodbrennen, Blähungen oder Übelkeit sein. Wenn du zu diesen Menschen gehörst, kannst du versuchen, die Paprika gehäutet oder gegart zu essen – oft ist sie so verträglicher.
Utopia.de empfiehlt: Paprika während der Saison essen
Paprikas ist nicht nur sehr beliebt, sondern auch sehr gesund. Dennoch solltest du sie nicht das ganze Jahr über täglich essen. Wir empfehlen Paprika nur während der Saison – wenn möglich sogar aus deutschem Anbau – täglich zu essen. So minderst du die Auswirkungen auf das Klima und sorgst für kurze Transportwege. Greife am besten zu Bio-Qualität, um Rückstände von Pestiziden zu vermeiden und die ökologische Landwirtschaft zu unterstützen. Achte darauf, Paprika regelmäßig auch roh zu essen, um von dem hohen Vitamin-C-Gehalt zu profitieren.
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