Zehn Jugendliche schauen Clemens an. Er ist 15, trägt die rote Weste – das Zeichen: Er hat das Sagen. Vor ihm ein Anhänger, darunter liegt, zumindest in der Übung, ein Mensch. Das Hebekissen liegt bereit. Clemens muss jetzt entscheiden, wer was macht. "Verletzte Person betreuen. Angriffstrupp sichert mit dem Wasserschlauch die Unfallstelle ab, ihr bereitet das Hebekissen vor", ruft er seinem Team zu. Keine Likes, keine Schulnote zählen hier – nur, ob sich alle aufeinander verlassen können, Verantwortung übernehmen. Genau das unterscheidet die Jugendfeuerwehr von jedem gewöhnlichen Hobby.
Was die Feuerwehr den Jugendlichen bedeutet
Alle 14 Tage, abends nach der Schule, treffen sich 15 Jugendliche aus Düsseldorf-Angermund und 10 aus Hubbelrath an der Freiwilligen Feuerwehr. Es ist ein bemerkenswerter Ort für Jugendliche in einer Zeit, in der viel darüber gesprochen wird, was jungen Menschen angeblich fehlt: Konzentration, Leistungsfähigkeit, Engagement. Hier hören sie genau zu - auch wenn es erst einmal heute mit Theorie startet: An einem Holzmodell sollen Clemens und Oskar einen Anhänger unterbauen, ohne dass ein Wasserbecher umkippt.
"Pass auf, es kippt!" Wenn ein Wasserglas über Leben entscheidet
"Ich bin sehr fit!" - dann geht es mit Blaulicht los
Ausbilder John Wiles von der Freiwilligen Feuerwehr Angermund steht Clemens bei seinem Job als heutiger Gruppenführer zur Seite. Er fragt Clemens: "Wie fit bist du?“ - "Ich bin sehr fit!“, schießt es zurück. Clemens zieht die rote Weste an: "Damit alle an der Einsatzstelle wissen, wer das Sagen hat.“ Jugendleiter Sven Abel erklärt noch einmal die echten Werkzeuge: Steuereinheit, Druckanzeige, Hebekissen.
Feuerwehr - mehr als ein cooles Hobby
Der Druck im Hebekissen steigt, Clemens fordert noch einen Keil: "Vorsichtig, nur minimal!“ Dann der Moment: "Raus!" – der Patient wird befreit, die große Dummy-Puppe auf die Trage gelegt. Geschafft. "Sehr gut geklappt, wir haben die Person erfolgreich gerettet“, sagt Clemens stolz. Am meisten Spaß macht das Teamwork, sagt er – und dass sie die großen Geräte benutzen dürfen. Sein Ziel: "Brandoberinspektor werden und diese Weste dann immer wieder tragen." Der Weg dorthin steht jedem Kind offen: Mitmachen kann man ab zehn Jahren - kostenlos. Auch die komplette Ausrüstung wird gestellt.
Unsere Quellen:
- Freiwillige Feuerwehr Angermund
- Eindrücke der Reporterin vor Ort
Sendung: WDR.de, "Wer hat hier das Sagen?" - Mit 15 Jahren führt er sein Rettungsteam, 11.09.2026, 6:01 Uhr