Quereinsteiger als Lehrkräfte: Anteil bleibt bei zehn Prozent

Online seit heute, 8.29 Uhr

Ein Zehntel der neu angestellten Lehrkräfte waren zuletzt Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger mit passendem Studium und einschlägiger Berufserfahrung, die berufsbegleitend eine pädagogische Ausbildung nachholen.

Ähnlich viele werden dieses Schuljahr erwartet, mehr sollten es für Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) nicht werden. „Die aktuelle Aufteilung von ca. zehn Prozent ist eine gute Maximaldurchmischung“, sagte er. Den Berufseinstieg der Quereinsteiger will er verbessern.

Quereinsteiger brächten durch die Erfahrungen aus der Privatwirtschaft „einen echten Mehrwert in die Schulen“, betonte der Minister im APA-Gespräch. Mittlerweile sei das Interesse an dem Modell auch so groß, dass man zur Qualitätssicherung sehr selektiv auswählen könne, wer das Zertifikat für den Quereinstieg bekommt.

„Optimierungsbedarf“ beim Einstieg

„Optimierungsbedarf“ sieht der Minister aber bei der Frage, wie der Berufseinstieg der Neo-Lehrer gestaltet wird. Laut aktuellen Untersuchungen der Pädagogischen Hochschulen (PH) bringen Quereinsteiger in der Regel große Motivation und Lernbereitschaft mit und trauen sich auch die Bewältigung schwieriger Situationen im Unterricht zu, werden aber durch eine „vielfach unzureichende“ Begleitung am Beginn, unklare Rollen und hohe Belastung durch die Stundenverteilung demotiviert.

Keine Änderungspläne bei Ausbildung

„Wir müssen die Eingangsphase intensivieren, um so den Einstieg in den Schulalltag zu erleichtern und zu verbessern“, betonte Wiederkehr. Zu den Expertenempfehlungen gehören etwa strukturierte Mentoringprogramme, Unterrichtsbeobachtung durch und bei Kolleginnen und Kollegen, Lerncoachings und Reflexion im Rahmen der PH-Lehrveranstaltungen.

An der berufsbegleitenden pädagogischen Ausbildung der Quereinsteiger will Wiederkehr – anders als ebenfalls empfohlen – hingegen vorerst nichts ändern. Regierungsprogramm vorgesehen." Das aktuelle Modell existiert nur für allgemeinbildende Fächer – etwa Deutsch und Geografie – an Mittelschulen, AHS und Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) bzw. in der Sonderpädagogik.