Stand: 15.10.2026, 07:25 Uhr
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Nach dem Angriff eines Kampfhundes auf einen Dackel befasste sich der Gemeinderat mit einer Leinenpflicht. Der Hund, der den Dackel tötete, war behördlich als nicht aggressiv eingestuft.
Feldkirchen – Nach der tödlichen Attacke eines Kampfhundes auf einen Dackel im Dornacher Feld stellte die CSU-Fraktion den Eilantrag auf Erlass einer Leinenpflicht für alle „Listenhunde“. Ebenso sollte eine Maulkorbpflicht im Umkreis von 100 Metern von Spielplätzen und KiTas geprüft werden. Da beides laut Ordnungsamtleiterin Kathrin Jochim nicht generell möglich ist, wird nun eine Leinenpflicht für „große Hunde“ geprüft.
Ich persönlich finde ja die kleinen Hunde deutlich aggressiver als die großen.
Vor der Diskussion im Feldkirchner Gemeinderat hatte das ehemalige Ratsmitglied Reinhard Mulzer einen flammenden Appell für die Einführung einer Leinenpflicht gehalten. „Ich bin Kreisjagdberater für den Landkreis München, bilde im Zuge dieser Tätigkeit Hunde aus und habe schon immer eigene Hunde. Leider hatten wir auch in meiner Familie einmal meinen sehr negativen Vorfall mit einem aggressiven Rottweiler, der meine Frau angegriffen hat.“ Mulzer plädierte angesichts von mehreren Vorfällen in Feldkirchen mit freilaufenden, beißwütigen Hunden für eine allgemeine Leinenpflicht. „Es gibt so tolle Flexi-Leinen, die sind zehn Meter lang, da hat jeder Hund genügend Platz zum Laufen und Schnüffeln – und ist doch an der Leine.“
Martin Obergroßberger (CSU) begründete den Antrag seiner Fraktion damit, dass man aus aktuellem Anlass eine bestmögliche Lösung für alle Hunde finden möchte. „Uns geht es nicht um die Verteufelung sämtlicher Hundehalter, sondern um die Prüfung, ob man regional eine Leinenpflicht einführen kann oder für den ganzen Ort. Vielleicht kann man sich auch an anderen Gemeinden orientieren, was die machen.“
Kathrin Jochim sagte, eine generelle Leinenpflicht für alle Hunde im Ort sei rechtlich nicht möglich, auch keine Maulkorbpflicht. „Wir haben in Feldkirchen vier sogenannte Listenhunde oder Kampfhunde, diese werden getestet, ob sie aggressiv sind. Zwei dieser vier haben eine Leinen- und Maulkorbpflicht, wir würden also letztlich etwas für zwei Hunde einführen“, sagte Jochim. Wird ein Listenhund als nicht aggressiv eingestuft, kann er sich im Ort frei bewegen. Dies traf auch auf den Hund zu, der den Dackel getötet hat. Jochim schlug daher vor, eine Leinenpflicht nicht für Listenhunde zu prüfen, sondern für „große Hunde“ mit einer Schulterhöhe über 50 Zentimeter.
Es gibt so tolle Flexi-Leinen, die sind zehn Meter lang, da hat jeder Hund genügend Platz zum Laufen und Schnüffeln.
Matthias Haaf (FDP) fragte, wer diese Leinenpflicht kontrolliere. „Ich persönlich finde ja die kleinen Hunde deutlich aggressiver als die großen.“ Christian Wilhelm (SPD) findet den Antrag gut, „aber ich denke, es ist nicht gut für einen Hund, wenn er nur an der Leine laufen darf. Dafür wäre eben die von uns vorgeschlagene Hundewiese ideal geeignet.“
Einstimmig beschloss der Gemeinderat, dass die Verwaltung eine Leinen- und Maulkorbpflicht für große Hunde prüfen soll, ebenso für Listenhunde.