Die Mieten für neu angebotene Wohnungen steigen laut einer Auswertung nach einer ruhigeren Phase wieder stärker – vor allem im Bestand. Zwei deutsche Städte stechen heraus.
15.10.2026, 07.26 Uhr
Baugerüste an einem Wohnhaus in Berlin
Foto: Soeren Stache / dpa
Es ist der stärkste Anstieg seit Anfang 2025: Die Mieten für neu angebotene Wohnungen in Deutschland legen nach einer Phase der Beruhigung wieder kräftiger zu. Im bundesweiten Durchschnitt stiegen sie im dritten Quartal ohne Berücksichtigung der Inflation um 1,2 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr, wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) zu seiner Auswertung mitteilt.
Im Vergleich zum Vorjahresquartal beträgt das Plus 3,7 Prozent. Die Betrachtung des Vorjahreszeitraums klammert, anders als der Vergleich zum Vorquartal, saisonale Effekte auf dem Wohnungsmarkt aus.
»Nachdem sich die Jahresrate zwei Quartale lang um die Marke von drei Prozent bewegt hat, nimmt die Mietpreisdynamik nun wieder leicht zu«, sagte IfW-Experte Jonas Zdrzalek. So legten die Mieten für Bestandswohnungen im Sommerquartal um 1,2 Prozent zu, jene für Neubauten um 0,6 Prozent.
Getragen wird die Entwicklung hauptsächlich von Wohnungen im Bestand, während die Mieten für Neubauten weniger stark zulegen. Bestandswohnungen sind bereits bewohnte Wohnungen, die in der Tendenz günstiger sind als Neubauwohnungen. Als mögliche Erklärung nennt das Institut, dass sich bei den hohen Preisen nur ein kleinerer Kreis von Haushalten Neubauwohnungen leisten kann. Den Daten zufolge bleiben Neubauwohnungen in den größten Städten im Schnitt 14 Tage länger auf dem Markt als Bestandswohnungen.
Berlin und Düsseldorf mit den größten Steigerungen
Die Entwicklung auf regionaler Ebene ist jedoch sehr unterschiedlich. Besonders stark zogen die Angebotsmieten im Quartalsvergleich in Berlin (plus 2,1 Prozent) und Düsseldorf (plus 2,0 Prozent) an, während sie in Köln stagnierten.
Auch außerhalb der acht größten Städte überwiegen laut IfW die Zuwächse, allerdings mit deutlich unterschiedlicher Intensität. Besonders kräftig stiegen die Angebotsmieten im Quartalsvergleich in Hamm (plus 2,3 Prozent), Mannheim (plus 2,3 Prozent), Bochum (plus 2,2 Prozent) und Nürnberg (plus 1,9 Prozent). Rückgänge blieben die Ausnahme und zeigten sich in Wiesbaden (minus 0,8 Prozent), Bonn (minus 0,4 Prozent) und Mönchengladbach (minus 0,4 Prozent).
Günstigste Stadt ist Chemnitz
Im Jahresvergleich ist Hamburg mit einem Plus von 6,7 Prozent der Spitzenreiter unter den acht größten Städten. Außerhalb der acht größten Städte legten die Mieten in Bochum, Augsburg und Mannheim am kräftigsten zu. Das Plus in den drei Städten lag zwischen 6,3 und 5 Prozent.
Die teuerste Stadt Deutschlands bleibt mit großem Abstand München mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 23,70 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Frankfurt am Main (17,90 Euro) und Hamburg (16,50 Euro). Die günstigste im Index erfasste Stadt ist Chemnitz mit 6,30 Euro.
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Das Kiel Institut wertet nach eigenen Angaben die Mieten in 37 Städten und Regionen aus. Darunter sind die 30 bevölkerungsreichsten Städte des Landes. Der Mietpreisindex Greix gibt daher vor allem einen Überblick, wie sich Mieten in Großstädten entwickeln. Der Mietpreisindex setzt sich aus Immobilienmarktdaten aus mehr als 100 Quellen zusammen.
Die steigenden Mieten bestimmen aktuell besonders in Berlin die politische Debatte. Die Linkspartei, die aus der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus als stärkste Partei hervorgegangen ist, will große private Wohnungsunternehmen vergesellschaften. Vonovia und die Tochter Deutsche Wohnen verfügen in der Hauptstadt und Umgebung über rund 138.000 Wohnungen.
mmq/Reuters/dpa