Katharina Bauer holt Gold im Siebenkampf – und verpasst DM um einen Punkt

Stand: 28.08.2026, 18:09 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Überraschender Erfolg: Katharina Bauer von der SG Hausham ist Bayerische Meisterin im Siebenkampf der Juniorinnen U23.

Überraschender Erfolg: Katharina Bauer von der SG Hausham ist Bayerische Meisterin im Siebenkampf der Juniorinnen U23. © Ludwig Stuffer

Die 20-Jährige von der SG Hausham wird Bayerische Meisterin mit 4699 Punkten. Für die Deutschen Meisterschaften hätte sie exakt einen Punkt mehr gebraucht.

Hausham – Sie ist die neue „Königin der Athletinnen“: Leichtathletin Katharina Bauer von der SG Hausham eroberte bei den Bayerischen Mehrkampf-Meisterschaften in Regensburg die Goldmedaille.

Für die ehrgeizige Athletin lief in dieser Saison alles wie am Schnürchen. Bereits vor wenigen Wochen wurde sie Bayerische Meisterin der Juniorinnen U23 über 100 Meter Hürden (wir berichteten). Vor einem Jahr war dies alles noch gar nicht greifbar: Nach einer Blessur bei den bayerischen Mehrkampf-Titelkämpfen im Jahr 2024 zog sie sich eine schwere und komplizierte Fußverletzung am Innen- und Außenband zu und musste danach stabilisierende Verschraubungen hinnehmen. In der Saison 2025 befand sie sich auf Reha.

„Der Aufbau war nach der Verletzung wirklich sehr schwer, denn wir mussten die Belastbarkeit und Geschmeidigkeit vom Fuß wieder stärken“, erzählt ihr Vater und Trainer Matthias Bauer. Die Haushamerin musste ihren Fuß schonen, deshalb „sind wir viel gelaufen und haben nur ganz wenig Hürden-Training gemacht“. In dieser Saison sei die 20-Jährige absolut beschwerdefrei. Allerdings erwies sich das Training nicht als ganz einfach: Wegen ihres Bauingenieurstudiums in München sind aktuell nur drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche möglich.

Bei den Bayerischen Mehrkampf-Meisterschaften in Regensburg legte Bauer zum Finale ihrer sehr erfolgreichen Saison noch einen Erfolg obendrauf: Im Siebenkampf der Juniorinnen U23 wurde sie mit ihrer neuen persönlichen Bestmarke von 4699 Punkten überlegen Bayerische Meisterin vor Lena Echteler von der LG Augsburg (4246 Punkte) und Luisa Englisch von der LG Region Landshut (4035).

Auf ihrem Weg zu Gold erzielte sie 14,37 Sekunden über 100 Meter Hürden und 5,46 Meter im Weitsprung. Hinzu kamen 1,57 Meter im Hochsprung, 9,45 Meter im Kugelstoßen, 26,21 Sekunden im 200-Meter-Rennen, 33,08 Meter im Speerwurf und 2:39,81 Minuten im 800-Meter-Lauf. Mit ihrer Leistung war Bauer sehr zufrieden, doch es gab einen kleinen Wermutstropfen: Um einen hauchdünnen Zähler verfehlte sie das DM-Limit von 4700 Punkten.

„Wir haben schon beim deutschen Verband wegen eines Sonderrechts angefragt, doch uns wurde dies nicht genehmigt“, verrät ihr Vater. Früher seien das Limit niedriger und die Felder relativ klein gewesen, deshalb treffe diese Entscheidung Vater und Tochter relativ hart. „Es wird leider immer elitärer, und die Felder sind mit knapp 15 Teilnehmern ohnehin klein. Da frage ich mich schon nach dem Sinn.“

Dennoch zieht Katharina Bauer rückblickend ein sehr positives Fazit ihrer ersten vollständigen Saison. Bislang hatte sie immer wieder abgebrochen: Die Corona-Pandemie blockierte sie in ihrer sportlichen Entwicklung. 2022 reiste sie während der Saison nach Irland. „Für uns war es das erste Jahr, in dem alles geklappt hat. Die beiden Bayern-Titel im Siebenkampf und über 100 Meter Hürden sind überraschend gekommen.“ Auch in den nächsten beiden Jahren wird Bauer noch in der Klasse der Juniorinnen starten dürfen. Dann wird sie sich weiterhin auf die Hürden-Strecke fokussieren, um sich endlich für die deutschen Mehrkampf-Titelkämpfe zu qualifizieren. „Das müssten wir schon hinbekommen, wenn wir mit einem gesunden Fuß die Belastung wieder hochfahren können, mehr Sprünge absolvieren und mehr Kraft aufbauen können.“

Karen Wüstefeld wird Zweite der U18

Nachdem die bayerischen Titelkämpfe der Jugend U18 dieses Jahr bereits im Juni in Pfaffenhofen ausgetragen wurden, fanden in dieser Altersgruppe in Regensburg offene Mehrkämpfe statt. Im Siebenkampf der U18 überzeugte die Holzkirchnerin Karen Wüstefeld mit dem zweiten Platz: Mit ihrem neuen persönlichen Rekord von 4727 Punkten fehlten ihr nur vier Zähler auf die siegreiche Janina Kastenhuber vom TV Altötting (4731 Punkte).

Im Trikot der LG Stadtwerke München hatte die 16-jährige Leichtathletin dennoch allen Grund zur Freude, denn mit ihrer absolvierten Leistung erfüllte sie die begehrte DM-Norm von 4500 Punkten. Neben persönlichen Bestleistungen im Kugelstoßen mit 9,56 Metern und im Speerwurf mit 26,94 Metern, erreichte Wüstefeld 14,38 Sekunden über 100 Meter Hürden, 1,62 Meter im Hochsprung, 25,92 Sekunden im 200-Meter-Lauf, 5,32 Meter im Weitsprung und 2:31,72 Minuten auf der 800-Meter-Strecke.