E. coli in Flüssen und Seen: Studie zeigt, warum beim Wildbaden Gesundheitsrisiken bleiben

Baden in Flüssen und Seen: Studie zeigt Risiken für Haut und Magen-Darm

Stand: 28.08.2026, 14:02 Uhr

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Ein Mann geht am an einem See baden

Ein Mann geht am in einem See baden (Archivbild). © Christin Klose/dpa-tmn

Eine Studie mit fast 2.400 Menschen zeigt: Wildbaden kann Magen-Darm-Beschwerden und Hautprobleme begünstigen – auch wenn EU-Standards erfüllt sind.

Berlin – Schwimmer in Flüssen und Seen haben ein höheres Risiko für Magen-Darm-Beschwerden und Hautausschläge. Wie unter anderem die britische Tageszeitung The Guardian berichtete, steigt das Risiko für Magen-Darm-Erkrankungen in Gewässern mit erhöhten Werten von E. coli und ähnlichen Indikatoren für fäkalen Eintrag signifikant an. An einer entsprechenden, in Ungarn durchgeführten kontrollierten Studie nahmen fast 2.400 Personen teil, die nach dem Zufallsprinzip entweder ins Wasser gingen oder am Ufer blieben.

Eine Woche nach dem Test gaben rund 2,1 Prozent der Schwimmer an, unter Magen-Darm-Symptomen wie Durchfall, Erbrechen oder Übelkeit gelitten zu haben, verglichen mit 1,9 Prozent in der Kontrollgruppe. Noch deutlicher fiel der Unterschied bei Hautbeschwerden aus: Hautausschläge, Geschwüre oder Juckreiz traten bei Schwimmern doppelt so häufig auf wie bei Personen, die nicht im Wasser waren. Letztere Probleme konnten jedoch nicht direkt auf die gemessenen Fäkalkeime zurückgeführt werden, weshalb Forscher andere Ursachen wie Algen oder Parasiten vermuten.

Kritik an aktuellen WHO-Richtlinien

Die Ergebnisse stellen die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgenommene Gewichtung von Indikatorgruppen infrage. Entgegen der aktuellen Empfehlung der WHO, sich bei der Süßwasserüberwachung vor allem auf Enterokokken zu konzentrieren, zeigte sich in der Untersuchung ein direkter Zusammenhang zwischen Erkrankungen und der Belastung durch E. coli. Der Studienleiter Professor Paul Hunter von der University of East Anglia betonte laut The Guardian, dass E. coli insbesondere in Binnengewässern weiterhin Teil der Standardüberwachung sein sollte.

Während die untersuchten ungarischen Badestellen zum Zeitpunkt der Tests die geltenden EU-Wasserqualitätsstandards erfüllten, verdeutlichen die Daten die gesundheitlichen Risiken durch Gewässerverschmutzung. Auch an anderen Orten führen erhöhte Keimwerte regelmäßig zu Einschränkungen; so mussten in Finnland kürzlich Strandbäder wegen erhöhter Enterokokken-Werte vorübergehend gesperrt werden, wie die Zeitung Ilta-Sanomat berichtete. (Redaktion)