Kein Strom, kein Prozessor: Dieser Computer aus Plastik und Gummibändern kostete 1963 nur 5 Dollar

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1963 kostete dieser Computer gerade einmal 5 Dollar. Einen Prozessor, Akku oder Stromanschluss brauchte er nicht - gerechnet wurde mit Plastik, Metallstäben und Gummibändern.

Das ist der Digi-Comp 1.

Das ist der Digi-Comp 1. (Quelle: TechEBlog)

Ein Computer, der aus Plastik und Gummibändern besteht - klingt nach einer Folge von MacGyver, war aber wirklich so erhältlich. Der Digi-Comp 1 kam 1963 als Bausatz für rund 5 Dollar auf den Markt. Er hat keine Bauteile wie Prozessor oder Festplatte, stattdessen funktioniert er komplett mechanisch mit Gummibändern, Plastikröhrchen und Metallstäben. Damit wollte man den Leuten zeigen, wie ein Computer arbeitet. In einer Zeit vor dem ersten Heimcomputer war das eine aufregende Erfahrung.

Der Digi-Comp 1 hat nicht einmal eine Batterie oder einen Akku, er besteht laut dem TechEBlog komplett aus weißen und roten Plastikteilen sowie Metallstäben und besagten Gummibändern. Außerdem gibt es drei Anzeigen für Zahlen. Drei kleine Fenster auf der Vorderseite zeigten jeweils eine 0 oder 1 an. Zusammen ergaben sie eine dreistellige Binärzahl von 000 bis 111 - also acht Werte von 0 bis 7. Damit ist es ein funktionierender mechanischer 3-Bit-Digitalrechner.

So rechnet ein Computer aus Gummibändern

Das Prinzip klingt komplizierter, als es ist: Im Inneren sind drei Flipflops verbaut, die ähnlich wie ein Lichtschalter in zwei Positionen stehen können. Beim Digi-Comp 1 entsprechen diese einer 0 oder einer 1. Zusammen speichern die drei Schalter zum Beispiel den Wert 001.

Mit kleinen Kunststoffröhrchen legt ihr anschließend fest, nach welchen Regeln sich dieser Wert verändern soll. Je nachdem, wo ihr die Röhrchen einsetzt, können bestimmte Metallstäbe sich bewegen, andere werden blockiert. Die Mechanik reagiert auf den aktuellen Wert und bestimmt anhand der eingestellten Regeln, welcher Wert als Nächstes folgt - ihr könnt mehrere Berechnungen durchführen, ohne die Röhrchen umzustecken.

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Das große Quiz der Wissenschaft

Frage 1 / 26

Beginnen wir mit einer Technik-Frage, immerhin seid ihr hier bei Netzwelt.

Den Befehl, die Rechnung auszuführen, gebt ihr mit der Clock-Taste. Sie übernimmt die Funktion des Taktgebers. Bei modernen Prozessoren laufen davon mehrere Milliarden Taktzyklen pro Sekunde ab. Beim Digi-Comp gebt ihr den Takt dagegen selbst vor: Bewegt ihr die "Clock"-Taste einmal vor und zurück, führt die Maschine einen Arbeitsschritt aus. Dabei werden Metallstäbe blockiert oder freigegeben und die drei Schalter für 0 und 1 bewegt. Gummibänder halten die Mechanik unter Spannung und ziehen die beweglichen Teile anschließend wieder zurück.

Einmal eingestellt, könnt ihr mit der "Clock"-Taste von 0 bis 7 zählen, ohne die Röhrchen zwischendurch umzubauen. Damit ist der Digi-Comp 1 eine Finite State Machine, auf Deutsch endlicher Automat, da der Computer nur eine begrenzte Anzahl von Zuständen und feste Regeln kennt.

Rechnen, zählen und sogar spielen

Der einfache Rechner konnte aber nicht nur binär zählen, sondern einfache Additionen und Subtraktionen demonstrieren oder sogar Logikrätsel und das Strategiespiel Nim umsetzen. Das beiliegende Handbuch erklärte die nötigen Einstellungen und vermittelte gleichzeitig die Grundlagen von Binärzahlen und Computerlogik. Im Jahr 1963 war das außergewöhnlich. Computer gab es zwar schon, jedoch waren sie riesig und nicht für den Heimbedarf gedacht. Man könnte den Digi-Comp 1 also zum ersten Heimcomputer der Welt krönen.

Heute funktioniert es ähnlich 

Heute sitzen auf Prozessoren Milliarden von Transistoren, die Informationen als Nullen und Einsen verarbeiten. Anders als der Digi-Comp sind moderne Computer aber nicht auf drei Bit beschränkt. Sie verarbeiten deutlich längere Zahlenfolgen und können dadurch wesentlich mehr Informationen verarbeiten - durch die schnelle Taktung sind sie außerdem deutlich schneller. Wer Lust hat, mit einem Digi-Comp 1 zu spielen, findet im Netz Vintagegeräte oder 3D-Druck-Anleitungen.

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