KfZ-Versicherung steigt 2027 für Millionen Fahrzeuge: Neue Typklassen haben deutlichen Effekt

Stand: 02.10.2026, 06:59 Uhr

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Ein rotes Auto steht mit einem Blechschaden in einer Parklücke, während ein graues Auto vorbeifährt.

Ein rotes Auto steht mit einem Blechschaden in einer Parklücke, während ein graues Auto vorbeifährt. © Robert Michael/dpa

Für Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland bringt das Jahr 2027 spürbare Änderungen bei der Kfz-Versicherung. Hintergrund sind die neuen Typklassen.

München – Wer ein Auto in Deutschland zulässt, muss sich für das Versicherungsjahr 2027 auf teils deutliche Verschiebungen bei den Beiträgen einstellen. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt, wurden für rund 33.800 Modelle die Typklassen neu berechnet. Die Daten spiegeln die Unfallzahlen und Reparaturkosten der Jahre 2023 bis 2025 wider. Für die Mehrheit von gut 71 Prozent (rund 30 Millionen Fahrzeughalter) ändert sich zwar nichts – doch für Millionen andere wird die Police teurer oder günstiger.

Neue Typklassen lassen KFZ-Versicherung 2027 steigen oder auch fallen

So haben die Versicherer die Typklassen für Autos von 7,4 Millionen Menschen erhöht. Auf der anderen Seite werden die Typklassen für 5,1 Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer günstiger, wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft mitteilte.

Der ADAC listet einige Beispiele auf. Teurer werden demnach:

  • BMW 330d Touring xDrive: steigt in der Haftpflicht um zwei Stufen (auf Typklasse 17).
  • Citroën C4 1.2: klettert in der Haftpflicht um zwei Klassen (auf 18) und in der Vollkasko um eine Klasse (auf 18).
  • Škoda Rapid 1.2: Haftpflicht verschlechtert sich um zwei Klassen (auf 19).
  • Mercedes CLA 250 E steigt in Haftpflicht-, Vollkasko- und Teilkasko-Klasse um je eine Stufe.
  • Audi Q4 35 e-tron: steigt in Haftpflicht, Voll- und Teilkasko jeweils um eine Stufe.

Diese Autos kommen 2027 günstiger weg:

  • VW T7 Multivan 2.0 TDI: verbessert sich in der Haftpflicht um zwei Klassen (auf Typklasse 12) und in der Vollkasko um eine Stufe.
  • Mercedes GLC 200 4Matic: sinkt in der Haftpflicht um eine Klasse und in der Vollkasko um zwei Klassen.
  • BMW 316i: wird in Haftpflicht und Vollkasko um je eine, in der Teilkasko um zwei Klassen günstiger.
  • Škoda Fabia 1.2: sinkt in allen drei Versicherungsarten um jeweils eine Typklasse.

KFZ-Versicherung verändert sich durch Tyklassen: Das steckt dahinter

Das System unterscheidet zwischen Haftpflicht (Klassen 10 bis 25), Vollkasko (10 bis 34) und Teilkasko (10 bis 33). „Als Faustregel gilt: Je teurer ein Auto und dessen Ersatzteile sind, desto höher fällt meist die Kasko-Typklasse aus“, betont GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. So finden sich in den oberen Vollkasko-Klassen etwa viele Sportwagen wie der Porsche 911 – während dieselben Modelle in der Haftpflicht oft in der günstigsten Klasse 10 bleiben, da deren Fahrer verhältnismäßig wenige Fremdschäden verursachen.

Neben dem Fahrzeugmodell und der regionalen Schadenbilanz (Regionalklasse) beeinflusst vor allem das Alter der Fahrer das Unfallrisiko: Junge Fahranfänger und Senioren ab Mitte 60 verursachen statistisch deutlich mehr Schäden als Menschen mittleren Alters.

Die neuen Typklassen sind für die Kfz-Versicherer unverbindlich, dienen aber als zentrale Grundlage für die Beitragsanpassungen 2027. Wer durch eine Neueinstufung eine Beitragserhöhung erhält, hat in der Regel ein vierwöchiges Sonderkündigungsrecht. Für reguläre Kündigungen und einen Tarifwechsel zum Jahreswechsel ist wie gewohnt der 30. November der entscheidende Stichtag. (Verwendete Quellen: dpa, ADAC)