KI-Blase in der Endphase – Analysten mahnen zur Vorsicht
Sind extreme Kursschwankungen und nervöse Anleger erst der Anfang?
Tech-Anleger werden nervös: Meta und Apple verlieren je 10 Prozent, Amazon, Alphabet und Microsoft legen bis zu 20 Prozent zu. Die Risiken im KI-Sektor steigen, Milliardeninvestitionen werfen Fragen auf. Experten warnen vor hohen Risiken und Ansteckungsgefahr.
Publiziert: 17:47 Uhr
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Aktualisiert: vor 32 Minuten
Darum gehts
KI-generiert, redaktionell geprüft
- Tech-Aktien zeigen starke Schwankungen, Nasdaq 100 verlor von 15. Juni bis 29. Juli 10 Prozent
- Nvidia sichert OpenAI-Projekte mit bis zu 600-Milliarden-Dollar-Finanzierung ab
- 2026 erwartet der KI-Sektor weltweit Investitionen von knapp 1000 Milliarden Dollar
Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft
Die Nervosität unter den Anlegern ist gestiegen. Lange Zeit kannten die Aktienkurse von Tech-Firmen fast nur eine Richtung: nach oben. Nun aber sind die Geschäftszahlen in den Fokus gerückt. Bereits kleine Abweichungen reichen, damit ein Aktienkurs deutlich sinkt oder steil hochspringt.
Meta, der Mutterkonzern von Facebook, tauchte diese Woche zwischenzeitig um rund 10 Prozent. Der Umsatz stieg zwar stärker als erwartet, doch das gilt auch für die Kosten. Zudem hat der Ausblick etwas enttäuscht. Auch die Apple-Aktie büsste 10 Prozent ein – unter anderem wegen Lieferengpässen und einer Wachstumsprognose, die unter den Erwartungen der Analysten lag.
Auf der anderen Seite legten Amazon, Alphabet und Microsoft innert Wochenfrist zwischen 10 und 20 Prozent zu – getrieben von enormen Zuwächsen im Cloud-Geschäft. Eine grosse Zurückhaltung unter den Anlegern ist also noch nicht auszumachen.
Harte Zahlen statt Kursträume
Solch starke Ausschläge sind typisch, wenn sich eine Marktrallye in ihrer Endphase befindet. Dann zählen statt Kursträumen immer mehr die harten Zahlen. Auch die Raiffeisen-Analysten sehen im Anlageguide von dieser Woche vermehrt Hinweise darauf, dass der aktuelle Marktzyklus weit fortgeschritten ist. Denn: In einer solchen Phase nimmt die Zahl der Börsengänge zu, da die Eigentümer ihre Unternehmen zu einem möglichst hohen Preis an die Börse bringen wollen. Wie im Fall des grössten Börsengangs aller Zeiten von SpaceX von Elon Musk (55).
Trotz der zwar etwas gedämpften, aber anhaltenden Euphorie kam es im Tech-Sektor in den vergangenen Wochen zu deutlichen Korrekturen: Der technologielastige US-Index Nasdaq 100 hat zwischen 15. Juni und 29. Juli um gut 10 Prozent nachgegeben, bevor er sich wieder leicht erholt hat. Deutlich Luft lassen mussten zuletzt auch Chiphersteller wie Intel. Die Aktie büsste rund 25 Prozent ein.
Risiken im Tech-Sektor steigen
Der US-Starinvestor Ray Dalio (76) warnte jüngst wieder vor einem Platzen der KI-Blase. Die Chance von weiteren Korrekturen ist in Anbetracht der hohen Bewertungen gross: «Das heisst nicht, dass eine grössere Börsenkorrektur oder ein Crash unmittelbar bevorsteht», schreibt die Raiffeisen in der jüngsten Analyse. Anleger sollten jedoch alarmiert sein und die Risiken im eigenen Portfolio kritisch hinterfragen. «Wenn die Herde in dieselbe Richtung läuft, sollte man sich genau umschauen. Die besten Anlagechancen von morgen finden sich selten dort, wo heute die grösste Euphorie herrscht», kommentiert Raiffeisen-Anlagechef Matthias Geissbühler (51).
Denn die Risiken im Tech-Sektor steigen, gerade auch in Anbetracht der Milliardeninvestitionen der Konzerne. In diesem Jahr sollen im KI-Sektor über 800 Milliarden Dollar investiert werden. Im kommenden Jahr sollen knapp 1000 Milliarden Dollar folgen. Das führt zunehmend zur Frage, ob diese Monsterinvestitionen bei den Konzernen jemals genug Profit abwerfen können.
Keine Empfehlung für Anleger
Dieser Artikel dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Meinungen und Einschätzungen beruhen auf sorgfältiger Recherche, können jedoch nicht die individuelle Prüfung und Beratung durch Fachleute ersetzen. Börsenentwicklungen sind von vielen Faktoren abhängig und nicht vorhersehbar. Investitionen in Aktien, Kryptowährungen und andere Finanzprodukte bergen Risiken, einschliesslich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals.
Dieser Artikel dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Meinungen und Einschätzungen beruhen auf sorgfältiger Recherche, können jedoch nicht die individuelle Prüfung und Beratung durch Fachleute ersetzen. Börsenentwicklungen sind von vielen Faktoren abhängig und nicht vorhersehbar. Investitionen in Aktien, Kryptowährungen und andere Finanzprodukte bergen Risiken, einschliesslich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals.
Finanzierungen werfen Fragen auf
Dieses Klumpenrisiko wird durch zirkuläre Finanzierungen verschärft. Tech-Konzerne geben sich gegenseitig Kreditgarantien über Hunderte Milliarden und blasen so die Nachfrage auf. Zuletzt gab der Chiphersteller Nvidia bekannt, den Bau eines Rechenzentrums von OpenAI für bis zu 250 Milliarden Dollar abzusichern. Nvidia könnte OpenAI zudem den Kauf von Chips für 350 Milliarden Dollar vorfinanzieren – bei Nvidia. Gerät ein grosser Tech-Konzern künftig in Probleme, besteht bei diesem Finanzierungsmodell eine grosse Ansteckungsgefahr.
Mit der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende sei die aktuelle Situation gemäss Raiffeisen nicht vergleichbar: Denn damals erhielten auch Firmen Höchstbewertungen, obwohl sie keinen nennenswerten Umsatz generierten.
Die heutigen Tech-Konzerne sind Umsatzriesen. Wer die Gewinne von morgen einstreicht, ist gemäss einer UBS-Analyse jedoch offen. Das dortige Fazit: Anleger sollten in Zeiten wie heute nicht zu stark auf einzelne Pferde setzen. Es seien selten die etablierten Firmen, die eine neue Ära bestimmen.