Schnappacher Benefizlauf mit Rekord Mats im Kinderwagen, Jonas im Herzen – So emotional war der Ruhbachtallauf
Sulzbach · 275 Teilnehmer gingen in Schnappach beim Spendenlauf für den achtjährigen Jonas aus Friedrichsthal an den Start. Beim Bambinilauf startete ein ganz besonders junger Teilnehmer. Wie weit die Läufer gemeinsam kamen.
02.08.2026 , 17:47 Uhr
Alle für Jonas unterwegs auf der drei Kilometer langen, anspruchsvollen Strecke. Foto: Petra Pabst
Foto: Petra Pabst
Mit einer Rekordbeteiligung, idealem Laufwetter und großem Engagement für den guten Zweck ist am Sonntag der 20. Saarland-Versicherungen-Ruhbachtallauf über die Bühne gegangen. Insgesamt 275 Läuferinnen und Läufer, Wanderer und Nordic Walker kamen auf das Gelände des SV Schnappach und machten die Jubiläumsveranstaltung zur bislang größten ihrer Art.
Ideale äußere Bedingungen
Schon vor dem Start herrschte rund um den Anmeldewagen reges Treiben. Zahlreiche Laufgruppen aus der Region hatten sich auf den Weg nach Schnappach gemacht, darunter die LLG Wustweiler, Phoenix Dudweiler, die FriBi Fun-Runners und viele mehr. Die rund drei Kilometer lange Strecke durch das Ruhbachtal gilt als durchaus anspruchsvoll. Strahlender Sonnenschein und eine leichte Brise boten dabei nahezu ideale Voraussetzungen für die Veranstaltung.
Seit inzwischen 20 Jahren organisieren Michael Henrichs und Hans-Werner Jäckel den Benefizlauf. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Saarland-Versicherung (Agentur Klos und Team) sowie der für die Zeitmessung zuständigen Agentur Meisterchip. Rund 40.000 Euro konnten in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits für soziale Projekte gesammelt werden. Die Finanzierung des Benefizlaufes erfolgt ausschließlich über Sponsoren, Unterstützer und freiwillige Spenden.
Sichtlich bewegt bedankte sich Michael Henrichs bei allen Helfern, Sponsoren und Teilnehmenden. Gemeinsam mit Alex Bungert, Werner Jäckel und Albert Gorges hatte er den Ruhbachtallauf einst ins Leben gerufen. „Miteinander füreinander in schweren Zeiten da sein – das ist mein Ziel“, sagte Henrichs.
In diesem Jahr kommen die Erlöse dem achtjährigen Jonas aus Friedrichsthal zugute. Er leidet an einem seltenen Gendefekt und lebt mit erheblichen körperlichen und geistigen Einschränkungen (wir berichteten). Gemeinsam mit seiner Mutter Jasmin und Schwester Luna verfolgte er die Veranstaltung vor Ort.
Der sechs Woche alte Mats im Kinderwagen dabei
Vor dem Hauptlauf gehörte die Strecke zunächst den jüngsten Teilnehmern. Beim Bambinilauf gingen zahlreiche Kinder von null bis acht Jahre an den Start. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der erst eineinhalb Wochen alte Mats Hirth, der im Kinderwagen seine erste „Laufveranstaltung“ absolvierte. Die zweijährige Lilli Becker aus St. Ingbert bewältigte die gesamte Runde dagegen bereits zu Fuß gemeinsam mit ihrem Vater und Großvater. Alle Kinder wurden mit Medaillen, T-Shirts und kleinen Überraschungen belohnt. Bei den Erwachsenen reichte das Teilnehmerfeld von 18 bis 77 Jahren und unterstrich einmal mehr den generationsübergreifenden Charakter der Veranstaltung.
Kurz nach 10 Uhr fiel der Startschuss für den Hauptlauf. Unter den Teilnehmern war auch das Team der Grojos Elversberg. Während der 15-jährige Niklas Groß erstmals dabei war, gehören Heike Groß, Ralf Kirsch und Stefan Nieweling zu den Stammgästen. Die schattige Waldstrecke und der karitative Gedanke seien für sie der Grund, immer wieder nach Schnappach zu kommen.
Neue Bestmarken erreicht
Sportlich wurden neue Bestmarken erreicht. Statt der angepeilten 1000 Kilometer kamen durch mehr als 675 gelaufene Runden deutlich über 2000 Kilometer zusammen – rund 50 Runden mehr als im Vorjahr. Dafür sagten Heller Bau und Heller Dach eine zusätzliche großzügige Spende zu. Schnellste Läufer waren die Brüder Tom und Jan Zaffuto, die nach 13:25 Minuten gemeinsam die Ziellinie überquerten. Die größte Ausdauer bewiesen Micha Arnold von den Hartfüßler Trail Saar e. V. sowie Julia Pierzina mit jeweils elf gelaufenen Runden.
Zum Abschluss wandte sich Michael Henrichs direkt an Jonas: „Heute sind alle Teilnehmer gewissermaßen bis nach Moskau für dich gelaufen.“ Sein Dank galt außerdem dem SV Schnappach, den zahlreichen Helfern, Sponsoren und Spendern, die den Ruhbachtallauf seit vielen Jahren tragen. Die endgültige Spendensumme wird in den kommenden Tagen bekannt gegeben. (cis/evy)