KI-Revolution: Welche Berufe laut Forschern bis 2045 komplett verschwinden könnten
Stand: 14.07.2026, 14:15 Uhr
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KI wird den Arbeitsmarkt radikal umkrempeln. Während Tech-CEOs bereits vom Ende menschlicher Arbeit träumen, zeigen Studien: Bestimmte Berufsfelder bleiben resistent gegen die digitale Disruption.
München – Bis 2045 könnte Künstliche Intelligenz praktisch jeden menschlichen Job ersetzen. Diese düstere Prognose stammt nicht von Technologie-Skeptikern, sondern von Adam Dorr, Forschungsdirektor der Denkfabrik RethinkX. Der 48-jährige Wissenschaftler vergleicht die heutige Arbeitswelt mit Pferden im Automobilzeitalter: überflüssig, obsolet, ersetzbar.
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„Maschinen, die denken können, sind da, und ihre Fähigkeiten erweitern sich Tag für Tag ohne Ende“, so Dorr laut t-online.de. Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer nicht handelt, wird überrollt.

Nicht alle Berufe werden verschwinden. Dorrs Analyse identifiziert eine schmale Auswahl überlebensfähiger Tätigkeiten – vor allem solche, die auf menschlichen Verbindungen, Vertrauen und ethischer Komplexität basieren. Sexarbeiter, Sporttrainer, Politiker und Ethiker könnten demnach eine Zukunft haben. „Es wird eine Nische für menschliche Arbeit in einigen Bereichen geben“, erklärt der Forscher.
Die Überlebenden der KI-Revolution
Das Problem: Diese Nischen reichen bei weitem nicht aus, um Milliarden Menschen zu beschäftigen. Während Geoffrey Hinton, oft als „Pate der KI“ bezeichnet, vor Risiken für „alltägliche intellektuelle Arbeit“ warnt, prognostiziert Anthropic-Chef Dario Amodei, dass die Hälfte aller Einstiegsjobs im Bürobereich binnen fünf Jahren verschwinden könnte.
Die Tech-Branche selbst ist gespalten: Nvidia-Chef Jensen Huang und Metas Yann LeCun betonen, KI werde Jobs transformieren, nicht eliminieren, wie t-online.de berichtet.
Programmieren bald überflüssig?
Besonders dramatisch könnte der Wandel für Entwickler werden. Laut heise.de sprechen Tech-CEOs bereits von massiven Verschiebungen: Alphabet-Chef Sundar Pichai erwartet, dass 25 Prozent des neuen Codes KI-generiert sein werden. Microsoft-CEO Satya Nadella nennt 20 bis 30 Prozent, während Mark Zuckerberg für Meta sogar mit 50 Prozent KI-Code im kommenden Jahr rechnet.
Arbeitsmarktforscher Enzo Weber relativiert jedoch: „Wenn man abgleicht, welche Tätigkeiten zu Berufen gehören und welche Möglichkeiten heute KI-Technologie hat, dann zählt Standardprogrammierung tatsächlich zu den Tätigkeiten, die in ziemlich großem Umfang bereits ersetzbar sind.“
Eine IAB-Studie beziffert das Automatisierungspotenzial im IKT-Bereich auf 56 Prozent, wie heise.de dokumentiert. Dennoch bedeute dies nicht zwangsläufig Jobverlust, sondern Transformation: „Die Technologie ist ja nicht die Einzige, die sich weiterentwickeln kann – Menschen können das auch.“
Zwischen Hype und Realität
Die Debatte über KI und Arbeitsplatzverlust polarisiert. Während Beratungsfirmen wie Goldman Sachs prognostizieren, dass weltweit 300 Millionen Vollzeitstellen durch KI ersetzt werden könnten, argumentieren andere Ökonomen, dass neue Technologien historisch betrachtet stets neue Arbeitsplätze geschaffen haben.
Kritiker wie der Soziologe Antonio Casilli warnen vor überzogenen Erwartungen. In seinem Buch „Waiting for Robots“ argumentiert er, dass KI oft weniger leistet als versprochen: „Den Verbrauchern werden autonome Fahrzeuge versprochen, und sie erhalten assistiertes Fahren“, zitiert jacobin.de den Forscher. Statt Jobverlust durch Roboter beobachtet er eher eine Verlagerung zu prekärer digitaler Arbeit.
Ökonomen wie Anton Korinek und Joseph Stiglitz nehmen eine differenziertere Position ein. Sie warnen vor „Innovationsrenten“, die zu wachsender Ungleichheit führen könnten. „KI könnte die Löhne in vielen Bereichen senken und zu einer Umverteilung zugunsten der Unternehmerseite führen“, so ihre Analyse laut jacobin.de.
Business Punk Check
Der KI-Hype verdeckt die eigentliche Revolution: Nicht das Ende aller Jobs steht bevor, sondern eine massive Machtverschiebung im Arbeitsmarkt. Die Automatisierungswelle trifft dieses Mal die gut bezahlte Mittelschicht – genau jene Gruppe, die bisher als Stabilitätsanker des Kapitalismus galt.
Während Tech-CEOs von 50 Prozent KI-generiertem Code träumen, verschweigen sie, dass ihre eigenen Geschäftsmodelle oft bisher nicht rentabel sind.
Die wahre Disruption liegt nicht in der Technologie selbst, sondern in der Frage, wer die Kontrolle über sie behält. Wer jetzt nur über Jobverluste diskutiert, verpasst den Kern: Es geht um eine fundamentale Neuverteilung wirtschaftlicher Macht. Frühere industrielle Revolutionen haben gezeigt: Ohne politische Gestaltung profitieren nur wenige von technologischen Umbrüchen.