KI-Roboter als Lover: Premiere von „Een perfekten Keerl" am Samstag

Stand: 06.08.2026, 06:30 Uhr

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Also, das ist doch so etwas von offensichtlich: Jenny Hüsch (Heike Schmitz) himmelt den Tierarzt Nils (Jochen Davids) an. Aber der merkt nichts.

Also, das ist doch so etwas von offensichtlich: Jenny Hüsch (Heike Schmitz) himmelt den Tierarzt Nils (Jochen Davids) an. Aber der merkt nichts. © Wenck

Die Freilichtbühne Daverden zeigt ab 8. August die Komödie „Een perfekten Keerl oder blots KI". Hauptfigur Jenny testet einen humanoiden Roboter – der sich als ultimative Nervensäge entpuppt.

Daverden – Konzentration. Wer denkt, es sei einfach, eine Komödie zu spielen, der liegt komplett falsch. Heike Schmitz weiß, wie es geht. Sie spielt mit der Jenny Hüsch eine der Hauptrollen auf der Freilichtbühne Daverden in diesem Jahr. Volker Meyer alias Martin betritt, schon annähernd für die Rolle zurechtgemacht, die Szene. Schmitz guckt, stutzt. Die Lippen beben, das Gesicht verzerrt sich. Mein Gott, sie wird doch nicht in Tränen ausbrechen?

Nö. Es folgt einer der wahrscheinlich beeindruckendsten Prust- und Lachanfälle in der Probengeschichte der Freilichtbühne. Auslöser ist Volker Meyers falscher Schnurrbart. Ein „Moustache“, wie der Franzose und die Modewelt sagen. Meyer schaut unschuldig-verzweifelt. Heike-Jenny fängt sich irgendwann. „Gut, dass das heute passiert.“

In „Een perfekten Keerl oder blots KI“, der Komödie in drei Akten von Winnie Abel, die plattdeutsche Fassung ist von Heino Buerhoop, ist dieser Auftritt nämlich nicht vorgesehen. Schade eigentlich. Aber auch so bietet die Geschichte des Stücks reichlich Humor und Anlass, in Gelächter auszubrechen. Auf den Zuschauerrängen, versteht sich.

Hühnerhalterin Jenny ist in Liebesdingen total unbeholfen und bedient sich eines Liebes-Chatbots, einer künstlichen Intelligenz, mit der sie sich jeden Tag schreibt und sogar telefoniert. Aber dann steht eines Tages eine IT-Firma vor der Tür. Entwicklerin Martina (Mieke Penczek) hat Göttin gespielt, bringt das großartigste Geschenk mit, was je ein Mensch ersonnen hat: Alex (Willem Gohde), der humanoide Roboter, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz. Den darf Jenny testen, wenn sie möchte. Und wie Jenny möchte. Allerdings hätte sie vorher das Kleingedruckte lesen sollen.

Der KI-Lover entpuppt sich als die ultimative Nervensäge. Und dann darf Jenny noch nicht mal jemandem davon erzählen! Wie wird man den Typen jetzt los? Da saust eine Axt auf einen Kopf, da hört man einen Trecker hin- und herfahren... ups, da liegt ja einer drunter. Macht nix, der kann das ab.

Da haben wir ihn, der perfekte Liebhaber wird ausgepackt. Erst macht „Alex“ ja viel Freude, aber dann nervt er nur noch.

Da haben wir ihn, der perfekte Liebhaber wird ausgepackt. Erst macht „Alex“ ja viel Freude, aber dann nervt er nur noch. © Wenck

Die Geschichte allein ist schon schräg. Dazu bevölkern die Bühne auch noch etliche, sagen wir mal „interessante“ Typen, die in Daverden dem ersten Probeneindruck nach ideal besetzt werden konnten. Da ist Silke Thies als Caro Hüsch. Sie weiß im Gegensatz zu ihrer Schwester, wie man Männer aufreißt. Julia Wachtmann spielt die pingelig penetrante Dörte. Jochen Davids den anbetungswürdigen Tierarzt Nils. Peter Hellwinkel (Frank) geht unter anderem in ein Eierlikör-Wetttrinken mit Alex – und wird grandios untergehen.

Karin Sievers hat als Hüsch-Oma Ursula immer eine beeindruckende Flinte als Argumentationshilfe zur Hand, wenn ihr gnadenloses Mundwerk nicht mehr überzeugt. Sievers probiert bei der Probe eine von mehreren zur Wahl stehenden Perücken aus. Himmel, ist das nicht furchtbar heiß bei diesem Wetter? Karin Sievers zuckt die Achseln. Sicher, der Schweiß läuft. „Man muss schon ein bisschen bekloppt sein, wenn man sowas hier macht“, fügt Regisseurin Katrin Lange-Spreckels trocken an. Aha. Das kann ja heiter werden.

Die Premiere ist am kommenden Samstag, 8. August, um 20 Uhr. Am Sonntag, 9. August, wird um 18 Uhr gespielt. Weitere Vorstellungen sind am 12. August und 15. August um 20 Uhr, am 16. August wieder um 18 Uhr sowie am 19. und 22. August um 20 Uhr. Zum Abschluss ist am 23. August noch eine Sonntagsvorstellung um 11 Uhr geplant. Bei allen Vorstellungen am Wochenende ist das Blasorchester des TSV Daverden mit am Start.

Karten lassen sich im Internet über die Seite freilichtbuehne-daverden.de platzgenau im Vorverkauf erwerben. Reservierungen sind außerdem über die Telefonnummer 0163/2198 865 oder per E-Mail an [email protected] möglich. Der Eintritt kostet zehn Euro, ermäßigt fünf Euro. Für Gruppen ab 15 Leuten gibt es einen Rabatt.