Veränderungssperre Geestland: Das denken die Bürgermeisterkandidaten

Stand: 06.08.2026, 06:30 Uhr

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Bei der Putenschlachterei Geestland ist eine Erweiterung geplant. Die Bürgermeisterkandidaten sind unterschiedlicher Meinung dazu, ob eine Veränderungssperre den Ausbau stoppen soll. © wz

Der Wildeshauser Stadtrat entscheidet, ob die Erweiterung der Putenschlachterei Geestland per Veränderungssperre gestoppt wird. Alle drei Bürgermeisterkandidaten haben sich vorab positioniert.

Wildeshausen – Am heutigen Donnerstag, 5. August, entscheidet der Wildeshauser Stadtrat ab 19 Uhr im Rathaus darüber, ob die Erweiterung der Putenschlachterei Geestland mit einer Veränderungssperre gestoppt werden soll. Die Mediengruppe Kreiszeitung hat die drei Bürgermeisterkandidaten befragt, wie sie sich in der Sache positionieren.

„Wildeshausen lebt von einer vielfältigen Wirtschaft – doch erfolgreiche Standortentwicklung gelingt nur im vertrauensvollen Miteinander von Unternehmen, Politik und Verwaltung. Im aktuellen Fall ist genau diese Kommunikation ins Stocken geraten und hat einem emotional aufgeladenen Lagerdenken Platz gemacht, das keiner Seite nützt. Eine Veränderungssperre darf dabei nie das erste Mittel sein; entscheidend ist die Rückkehr zu gegenseitigem Vertrauen – und hier sehe ich das Amt des Bürgermeisters in einer klaren Vermittlerrolle, um im Rat eine einvernehmliche Lösung für beide Seiten zu erreichen“, teilt Matthias Ruhle (parteilos) mit.

Jan Kreienborg (parteilos) sagt: „Geestland ist ein wichtiger Arbeitgeber. Eine befristete Veränderungssperre halte ich für vertretbar, wenn sie der rechtssicheren Sicherung der laufenden Bauleitplanung dient und nicht zum Dauerstopp wird. Zu klären sind insbesondere die betriebliche Notwendigkeit, mögliche Alternativen, die Gebäudehöhe, der Verkehr und die Auswirkungen auf die Nachbarschaft. Das Ergebnis darf nicht vorweggenommen werden: Ziel ist eine transparente Abwägung und eine tragfähige Entscheidung für den Standort und die Stadt.“

Und von Jens-Peter Hennken (CDW) heißt es: „Eine Veränderungssperre ist ein erheblicher Eingriff und darf nur eingesetzt werden, wenn sie rechtlich erforderlich und gut begründet ist. Ziel muss ein transparentes Verfahren und die Gleichbehandlung aller Unternehmen sein. Beides erkenne ich in der Sitzungsvorlage bislang nicht. Deshalb habe ich für die CDW-Fraktion beantragt, Vertreter von Geestland in den Bauausschuss einzuladen. Wir sollten zunächst alle Fakten kennen: Welche Investition ist geplant, warum ist sie notwendig und welche Auswirkungen hat sie?“