KI-Waffen: UN und Rotes Kreuz fordern Verbote für autonome Waffensysteme

Die Entwicklung sogenannter Killerroboter kommt gefährlich schnell voran, warnen die Vereinten Nationen. Auch das Rote Kreuz mahnt zur Regulierung von KI-Waffensystemen.

Quelle: DIE ZEIT, KNA, epd, Reuters, AFP,

yil

  1. August 2026, 13:07 Uhr

Ihr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zon-speechbert-production.s3.eu-central-1.amazonaws.com/articles/8372a331-3621-4b95-bcd1-3ce91b7a3906/full_38e4fec870fc71a23c0521a0012583cede6e46b96c80e9b49ad29813ba0cab819a32d01fbd48672d90cfe6f78fe08f1e.mp3

10 Kommentare
Autonome Waffensysteme KI UNO Rotes Kreuz António Guterres Mirjana Spoljaric
Autonome Roboterhunde (ohne KI) bei einer Militärparade der US-Armee in Washington, D. C. im vergangenen Jahr D.C.WASHINGTON, DC - JUNE 14: Autonomous Robotic Dogs (Q-UGV) walk in the 250th birthday parade on June 14, 2025 in Washington, DC. The U.S. Army is marking its 250th birthday with a military parade including roughly 6,600 troops, 150 vehicles, and over 50 aircraft.  The parade, which coincides with President Donald Trump's 79th birthday, is designed to tell the history of the Army. (Photo by Andrew Harnik/Getty Images) © Andrew Harnik/​Getty Images

Die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz haben Verbote und Beschränkungen für autonome Waffensysteme verlangt. Die Entwicklung der Waffensysteme, auch Killerroboter genannt, sei in Rekordtempo vorangeschritten, sagten UN-Generalsekretär António Guterres und die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Mirjana Spoljaric. Es müssten sofort Verhandlungen beginnen, um ein internationales rechtsverbindliches Instrument zur Regulierung autonomer Waffensysteme mit klaren Verboten und Beschränkungen zu verabschieden. »Wir stehen gefährlich nahe davor, eine moralische rote Linie zu überschreiten: das autonome Zielen auf Menschen durch Maschinen«, teilten die beiden in Genf mit.

Der Einsatz KI-getriebener Waffen auf dem Gefechtsfeld erhöht laut Guterres und Spoljaric das Risiko, Zivilisten und Infrastruktur zu schädigen. Das Leid der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten könne sich demnach verschlimmern. Autonome Waffensysteme stellten »eine weitere Eskalationsstufe dar, die die menschliche Kontrolle über den Einsatz von Gewalt verringert«.

Bereits 2023 hatten Guterres und Spoljaric die Staatengemeinschaft aufgerufen, Beschränkungen für die sich rasant entwickelnde Technologie zu beschließen. »Heute erneuern wir diesen Aufruf mit umso größerer Dringlichkeit«, teilten sie jetzt mit.

Russland, USA und Israel blockieren mögliche Verträge

Vor dem Hintergrund der Kriege und Konflikte in der Golfregion, dem Sudan oder der Ukraine, wo immer häufiger Drohnen eingesetzt werden, mehren sich die Befürchtungen. An der Entwicklung solcher Waffen beteiligte Wissenschaftler und Ingenieure hätten selbst Bedenken geäußert, fügten die Vertreter der UN und des Roten Kreuzes hinzu. »Wenn die Architekten dieser Technologie Grenzen fordern, können die Staaten nicht untätig bleiben.«

Bisher gibt es keinen Vertrag zur Regelung autonomer und KI-gestützter Waffen. Über solch einen Vertrag wird seit etwa zehn Jahren diskutiert. Militärmächte wie Russland, die USA und Israel sperren sich gegen konkrete Vereinbarungen über die sogenannten Killerroboter. In der kommenden Woche findet eine weitere Gesprächsrunde in Genf statt.