Kleinstadt zieht immer mehr Touristen an – obwohl sie manchmal verwechselt wird

Stand: 03.10.2026, 15:16 Uhr

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Schongau wird als Reiseziel beliebter: Übernachtungszahlen und Stadtführungen boomen. Doch manchmal verwechseln Besucher die Stadt mit Schwangau.

Schongau – Die oberbayerische Kleinstadt erlebt einen bemerkenswerten Aufschwung im Tourismus. Wie Merkur-Reporter Andreas Jäger berichtet, steigen sowohl die Übernachtungszahlen als auch die Teilnehmerzahlen bei Führungen und Floßfahrten deutlich an. Doch gelegentlich sorgt der Stadtname noch für kuriose Verwechslungen.

  • Schongau verzeichnete 2025 rund 38.500 Übernachtungen – deutlich mehr als die 26.000 im Vor-Corona-Jahr 2019.
  • Stadtführungen und Floßfahrten erreichten mit 5121 und 3342 Teilnehmern neue Höchstwerte.
  • Manche Touristen verwechseln Schongau mit Schwangau und suchen vergeblich nach Schloss Neuschwanstein.

Schongau als Reiseziel: Familien und Radfahrer entdecken die Lechstadt

Der typische Schongau-Besucher lässt sich laut Kreisheimatpfleger Jürgen Erhard so beschreiben: ein pensionierter Lehrer auf dem E-Bike entlang der Via Claudia Augusta. „Der verfügt über eine gewisse Kaufkraft und ist kulturell interessiert“, erklärt Erhard. Doch die Stadt zieht längst nicht nur Senioren an. Touristinfo-Chef Maximilian Geiger betont, dass zunehmend auch Familien die Lechstadt für sich entdecken – „zum Beispiel durch das ‚Plantsch' oder den Märchenwald“, so Geiger. Angebote wie die „Schohu“-Rallye oder der Museumsrucksack richten sich gezielt an junge Familien.

Touristinfo-Leiter Maximilian Geiger und Kreisheimatpfleger Jürgen Erhard freuen sich über das gestiegene touristische Interesse an Schongau. Im Hintergrund: Die Stadtmauer, Schongaus Alleinstellungsmerkmal, das die beiden noch stärker in den Fokus rücken möchten.

Touristinfo-Leiter Maximilian Geiger und Kreisheimatpfleger Jürgen Erhard freuen sich über das gestiegene touristische Interesse an Schongau. Im Hintergrund: Die Stadtmauer, Schongaus Alleinstellungsmerkmal, das die beiden noch stärker in den Fokus rücken möchten. © Andreas Jäger

Die Gäste kommen aus unterschiedlichen Gründen nach Schongau: Manche folgen der Via Claudia Augusta oder der Romantischen Straße, andere wurden durch die Henkerstochter-Romane oder Fernsehbeiträge aufmerksam. „Kräuterhexe Uschi Engelwurz ist unser Besuchermagnet“, sagt Geiger. Die meisten Besucher stammen aus Deutschland, unter den internationalen Gästen stellen Italiener die größte Gruppe. Dennoch dominiert in Schongau nach wie vor der Tagestourismus.

Schongau ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau und liegt am Lech.

Online-Auftritt und Selfie-Points: Schongau will junge Besucher gewinnen

Bei aller Freude über den wachsenden Zulauf sehen Geiger und Erhard eine Lücke: Junge, alleinstehende Menschen interessieren sich bislang kaum für die Stadt. Um das zu ändern, wurde bereits die Internetseite überarbeitet und mit der Schongau-App verknüpft. „Unseren Social-Media-Auftritt haben wir schon deutlich ausgebaut, aber es könnte noch mehr sein“, so Geiger. Erhard plant zudem sogenannte „Selfie-Points“ – speziell gestaltete Fotomotive an markanten Orten. Ein solcher Punkt könnte an der historischen Stadtmauer entstehen, die Erhard als Alleinstellungsmerkmal hervorhebt: „Wir sind die Stadt mit der Stadtmauer.“

Dass der Name Schongau bisweilen noch für Verwirrung sorgt, zeigt eine Anekdote von Geiger. Ein aufgebrachtes Ehepaar stand eines Tages in der Touristinfo – die beiden hatten am Bahnhof nach „dem Schloss“ gefragt und waren in die Altstadt geschickt worden. Statt Neuschwanstein fanden sie dort allerdings nur das Schongauer Schloss vor. Die Enttäuschung war groß. Schongau hat zwar einiges zu bieten – aber eben nicht alles.