Stand: 10.09.2026, 20:59 Uhr
Vor etwas mehr als einem Jahr spielte er noch in der 3. Liga – nun soll er ein Kandidat für die DFB-Elf sein. Dabei feierte er bereits sein Debüt für eine andere Nation.
Gelsenkirchen – Der kometenhafte Aufstieg von Schalkes Soufiane El Faouzi sucht seinesgleichen und scheint bei weitem noch nicht beendet zu sein. Vor knapp zwei Jahren wechselte dieser aus der zweiten Mannschaft der Fortuna aus Düsseldorf zur Alemannia Aachen, welche erst in der Vorsaison aus der Regionalliga in die dritte Liga aufgestiegen war.

Ohne jegliche Eingewöhnungszeit wurde er direkt zum absoluten Stamm- und Schlüsselspieler für den souveränen Aachener Klassenerhalt. Während die Alemannia in der Liga verblieb, ging es für El Faouzi im Sommer 2025 dennoch eine Spielklasse nach oben zum FC Schalke, der ihn für 200.000 Euro loseiste. Und wieder wuchs der Mittelfeldspieler an seinen Aufgaben und wurde auch unter Miron Muslic prompt zum Stammspieler. Am Ende der Saison stand der Aufstieg in die Bundesliga.
Überzeugt Bundestrainer Klopp Schalke-Star El Faouzi vom Verbandswechsel zum DFB?
Aus der dritten in die erste deutsche Spielklasse binnen drei Jahren und der El-Faouzi-Höhenflug scheint nicht zu stoppen zu sein. Wie Der Westen und die Recklinghäuser Zeitung berichten, soll der 24-Jährige auch das Interesse von Bundestrainer Jürgen Klopp geweckt zu haben. Doch kommt der DFB bei El Faouzi zu spät?
Denn dieser ist zwar in Deutschland – genauer in Siegen – geboren und besitzt auch eine deutsche Staatsbürgerschaft, feierte sein Nationalmannschaftsdebüt jedoch bereits für ein anderes Land. Als Teil des vorzeitigen WM-Kaders Marokkos, spielte El Faouzi im Rahmen der Tuniervorbereitung bereits eine Halbzeit im Trikot der Nordafrikaner – dem Herkunftsland seiner Eltern, die vor seiner Geburt nach Deutschland zogen. Im endgültigen Kader für die Weltmeisterschaft stand er jedoch nicht.
Doch es gibt noch Hoffnung für Klopp und den DFB, schließlich handelte es sich bei besagtem Spiel, einem 5:0-Sieg gegen Burundi, lediglich um ein Freundschaftsspiel, welches dementsprechend außerhalb des offiziellen FIFA-Rahmens stattfand. Ein entscheidendes Detail, schließlich ist daher ein Verbandswechsel immer noch möglich.
„Es werden Spieler Möglichkeiten bekommen, die noch gar nicht damit rechnen“, hatte Klopp bei seiner Antrittspressekonferenz verkündet. „Jeder, der berechtigt ist, für das Nationalteam zu spielen, sollte sich anstrengen – denn ich werde gucken“. Argumente sammelt El Faouzi jedenfalls seit mittlerweile zwei Jahren und hat stets bewiesen, sich schnell an das nächsthöhere Niveau anzupassen. Bald auch im Dress des DFBs?
El Faouzi vom Profil wie gemacht für Klopp-Fußball
Schließlich passen seine Spielweise und Mentalität perfekt in den klassischen Klopp-Fußball. In den letzten beiden Saisons war er jeweils der laufstärkste Spieler aller drei deutschen Profiligen und ist trotz seines feinen Fußes auch für seine Bereitschaft, gegen den Ball zu arbeiten, bekannt. Anlagen, die in Klopps Gegenpressing-System gerne gesehen werden würden.
Ob El Faouzi jedoch tatsächlich von einem Verbandswechsel überzeugt werden kann und er in der Tat eine größere Rolle in den Klopp-Planungen spielt, wird sich eventuell schon bei der nächsten Nominierung für die anstehende Länderspielpause Ende September/Anfang Oktober zeigen. Der Kader wird bereits am 17. September verkündet. (hbr)