Kommentar zum Trainer-Knall in Basel
Degen wollte das Richtige tun – jetzt verlieren alle
Der Rauswurf von Stephan Lichtsteiner beim FC Basel kommt mit Ansage. Der Trainer-Knall beim FCB steht aber nicht nur für eine Niederlage Lichtsteiners, sondern auch von Klubboss David Degen, schreibt Blick-Sportchef Emanuel Gisi.
Publiziert: 19:54 Uhr
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Aktualisiert: 20:03 Uhr
Emanuel GisiSportchef
Der FCB hat den roten Knopf gedrückt. Stephan Lichtsteiner (42) ist als Trainer in Basel Geschichte. Nach wenig mehr als einem halben Jahr, nach nur einem Punkt in der englischen Woche und nachdem er nun schon eine ganze Weile «Dead Man Walking» war. Man muss es so hart sagen: Es war absehbar.
Wer einen Ex-Profi ohne nennenswerte Trainererfahrung auf die heisseste Trainerbank der Super League setzt, geht eine sehr riskante Wette ein. Nun wissen wir: am Ende verlieren beide, Klub wie Trainer. Basel zahlt einen Preis: Zwei entlassene Trainer binnen eines Jahres und die Erkenntnis, dass man im Moment weit weg von der nationalen Spitze ist. Dabei wollte Klubboss David Degen (43) im Sommer das Richtige tun, als er Lichtsteiner den Rücken stärkte und ihn nicht entliess, obwohl der Trainer wenige sportliche Argumente für eine Weiterbeschäftigung lieferte.
Nur: Die Misstöne waren früh in der Saison schon da, die Unzufriedenheit mit der Arbeit Lichtsteiners auch, wie Blick schon Mitte August berichtete.
Auch Lichtsteiner geht beschädigt aus der Geschichte hervor: Die Umstände seines Abgangs passen zu seiner maximal unglücklichen Amtszeit, die geprägt war von schlechter Kommunikation nach innen wie nach aussen und dem schweren Vorwurf, dass ihm die Empathie im Umgang mit seinen Spielern fehle. Wer gibt ihm mit diesem Zeugnis eine nächste Chance?
Die gute Nachricht für die FCB-Fans zum Schluss: Das Basler Kader ist gar nicht so schlecht zusammengestellt. Für viele Insider kann der FCB in Sachen Talent mit YB und Lugano mithalten. Dementsprechend gross wird auch der Druck auf Lichtsteiners Nachfolger sein. Gelingt es ihm, aus dieser Gruppe begabter Individualisten um Captain Xherdan Shaqiri eine funktionierende Mannschaft zu formen, ist viel möglich. Auch in dieser Saison. Dafür muss die nächste Trainer-Personalie von Degen und seiner Führungscrew aber sitzen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 6 | 13 | 18 | |
2 | BSC Young Boys | 7 | 12 | 15 | |
3 | FC Sion | 6 | 3 | 12 | |
4 | FC St. Gallen | 6 | 1 | 10 | |
5 | FC Basel | 7 | 0 | 10 | |
6 | FC Luzern | 7 | -3 | 9 | |
7 | FC Thun | 6 | -6 | 7 | |
8 | FC Zürich | 7 | -7 | 7 | |
9 | FC Vaduz | 7 | -1 | 6 | |
10 | FC Lausanne-Sport | 7 | -3 | 6 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 6 | -5 | 5 | |
12 | Servette FC | 6 | -4 | 4 |
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde