Stand: 28.07.2026, 19:00 Uhr
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Regen ist nicht in Sicht: Auf die anhaltende Trockenheit und die tropischen Temperaturen reagieren auch die Städte Geretsried und Wolfratshausen.
Geretsried/Wolfratshausen – Die Stadt München hat die Bürger angesichts der anhaltenden Trockenheit zum Wassersparen aufgerufen. Sie geht selbst mit gutem Beispiel voran, indem sie einige Zierbrunnen stillgelegt hat. Die öffentlichen Grünanlagen werden nicht mehr oder nur noch reduziert bewässert, die eigenen Fahrzeuge werden zurzeit nicht gewaschen. Auch die Städte Wolfratshausen und Geretsried machen sich – nicht erst seit diesem Sommer – Gedanken darüber, wie sich kostbares Trinkwasser einsparen lässt.
Kostbares Trinkwasser einsparen: So reagieren Städte in Oberbayern auf die erneute Hitzwelle
Die Stadt Geretsried gehe in der aktuellen Trockenphase sehr bewusst und sparsam mit Wasser um, teilt Pressesprecher Thomas Loibl auf Anfrage unserer Zeitung mit. Wie berichtet, ist die Trinkwasserversorgung in der größten Stadt des Landkreises angespannt. Die Stadtwerke rufen die Bürger deshalb zum sparsamen Umgang mit der wertvollen Ressource auf. Der Bauhof bewässert laut Loibl nur dort, wo es aus fachlicher Sicht notwendig ist, um wertvolle Pflanzungen zu erhalten.
Vorrang hätten Pflanztröge, junge Bäume und Neupflanzungen, die noch kein ausreichend tiefes Wurzelwerk besäßen. Viele Jungbäume seien mit sogenannten Gießsäcken ausgestattet. Diese gäben das Wasser nur langsam und gezielt an den Wurzelbereich ab, sodass deutlich weniger des kostbaren Guts verloren gehe.
Gleichzeitig setze die Stadt bei Neupflanzungen zunehmend auf trockenheitsverträgliche Arten und passe ihre Grünflächen Schritt für Schritt an die veränderten klimatischen Bedingungen an. „Sedum-Arten oder Skabiosen kommen auch mit längeren Trockenphasen gut zurecht“, erklärt Loibl. Sie erholten sich nach Niederschlägen schnell wieder und müssten meist nicht zusätzlich gegossen werden. Klimaresiliente Arten seien Silberlinden, Amberbäume und Französische Ahorne.
Bauhof der Stadt Geretsried richtet Reservoirs ein
Laut Thomas Loibl arbeitet der städtische Bauhof außerdem daran, Regenwasser-Reservoirs einzurichten. Ziel sei es, künftig Niederschlagswasser aufzufangen und für die Bewässerung der Grünflächen wiederzuverwenden. Teilweise würden Anwohner im Rahmen von Patenschaften die vom Umweltamt angelegten insektenfreundlichen Beete pflegen und – wenn erforderlich – auch gießen. Loibl: „Dieses ehrenamtliche Engagement ist eine wertvolle Unterstützung für uns und trägt dazu bei, das Stadtgrün zu erhalten. Zusammen mit der Umweltreferentin des Stadtrats soll dieses erfolgreiche Modell künftig weiterentwickelt und ausgebaut werden.“
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Die Bäume, die wir frisch gepflanzt haben, müssen wir schon gießen, sonst gehen sie ja ein.
In Wolfratshausen sind die Trinkwasserpegel nach Auskunft von Bauamtsleiter Matthias Schmidberger „zum Glück stabil“. Das Trinkwasser kommt aus zwei rund 80 Meter tiefen Brunnen. Dennoch schaut der Bauhof natürlich darauf, dass im Sommer kein Wasser verschwendet wird. Ganz auf das Bewässern verzichten kann man in der Loisachstadt aber ebenso wenig wie in Geretsried. „Die Bäume, die wir frisch gepflanzt haben, müssen wir schon gießen, sonst gehen sie ja ein“, sagt Schmidberger. Das geschehe frühmorgens oder – durch eine Fremdfirma – spätabends.
In die Pflanzentröge mit bienenfreundlichen Blumen habe man Kapillarmatten gelegt, die für eine gleichmäßige Versorgung mit Feuchtigkeit sorgten. Eine weitere Verbesserung habe man durch Pellets aus Schafwolle von Weidacher Schafen erzielen können. Die gepresste Wolle, die in die Erde gegeben werde, wirke zum einen wie ein Dünger, zum anderen speichere sie ebenfalls Wasser. „Seit der Umstellung vor zwei Jahren fahren wir täglich etwa 4500 Liter Wasser pro Tag zu den Anlagen raus, statt wie früher etwa 5500“, sagt der Bauamtsleiter.
Marienbrunnen in der Wolfratshauser Altstadt sprudelt weiter
Die Notwendigkeit, den Marienbrunnen abzustellen wie in München, sieht Schmidberger derzeit nicht, da dessen Wasser sich ja in einem Kreislauf befinde. Keinesfalls sparen wolle die Stadt beim Trinkwasserspender im Heimatmuseum. Jeder wisse, wie wichtig es sei, im Hochsommer ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Da werde man den kostenlosen Service in Zeiten des Klimawandels sicher beibehalten.
Fontänen in Geretsried wurden abgestellt
Auch die Brunnen an der Egerlandstraße, am Neuen Platz und am Johannisplatz sowie die Wasserläufe am Karl-Lederer-Platz in Geretsried arbeiten mit einem geschlossenen Wasserkreislauf. Thomas Loibl zufolge werden sie zu Beginn der Saison einmal mit Trinkwasser befüllt. Anschließend werde das Wasser kontinuierlich gereinigt und wiederverwendet. Lediglich kleinere Mengen müssten bei Bedarf ersetzt werden, etwa wenn Wasser verdunste oder durch spielende Kinder verloren gehe.
Anders verhalte es sich beim Fontänenfeld vor der Hofpfisterei. Dieses werde ausschließlich mit frischem Trinkwasser betrieben. Thomas Loibl erklärt: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Trockenheit und der angespannten Versorgungslage wurde das Fontänenfeld daher auf Anweisung von Bürgermeister Patrik Kohlert vorübergehend außer Betrieb genommen. Die Stadt Geretsried möchte damit einen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Trinkwasser leisten.“ (von Tanja Lühr)