Kreml bestätigt Besuch von CIA-Chef Ratcliffe in Moskau

Online seit heute, 8.26 Uhr

Der Kreml hat die Reise von John Ratcliffe, Direktor des US-Auslandsgeheimdiensts CIA, nach Moskau bestätigt. Ratcliffe sei zu Kontakten „zwischen den Geheimdiensten“ in die russische Hauptstadt gekommen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der „Washington Post“.

Zu den Inhalten von Ratcliffes Gesprächen in Moskau machte Peskow keine Angaben. Gemutmaßt wurde unter anderem, dass Ratcliffe Russland vor einer weiteren Eskalation im Ukraine-Krieg warnen wollte, aber auch der Iran-Krieg könnte ein Thema gewesen sein. In der Früh sagte Peskow auf Anfrage russischer Nachrichtenagenturen, dass es kein Treffen Präsident Wladimir Putins mit Ratcliffe gegeben habe.

Keine Drohnenangriffe auf Moskau

Am Vortag hatte Peskow nach Landung eines US-Militärflugzeugs in Moskau noch behauptet, ihm sei nichts über einen Besuch Ratcliffes bekannt. Es gab belustigte Kommentare in sozialen Netzwerken, nachdem dort Aufnahmen von dem Flugzeug auftauchten, etwa mit der Frage, wie eine riesige Maschine ohne Wissen der Staatsführung mit dem CIA-Chef an Bord einfach auf dem Flughafen Wnukowo landen könne.

Gestern Abend hob das US-Flugzeug nach Berichten russischer Staatsmedien wieder in Richtung Riga ab. Auffällig war in Moskau, dass es gestern keine ukrainischen Drohnenangriffe gab. Laut US-Medien hatten die Amerikaner Kiew gebeten, die Angriffe zeitweilig einzustellen.

Letzter Besuch eines CIA-Chefs unter Biden

Für Ratcliffe dürfte es der erste Besuch als CIA-Chef in Moskau gewesen sein. Zuletzt hatte 2021 der damalige CIA-Chef William Burns Russland besucht, der sich mit Putin traf. Burns sollte damals im Auftrag von US-Präsident Joe Biden eine Eskalation im Ukraine-Konflikt verhindern. Putin begann seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar 2022. Auch danach gab es weiter Kontakte zwischen Geheimdiensten und Militär.

Die Ukraine hatte zuvor unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mitgeteilt, Putin plane eine Mobilmachung nach der Parlamentswahl im September. Peskow wies das gestern erneut als Falschinformation zurück, die nur das Ziel habe, die Lage in Russland vor der Wahl zu destabilisieren.