Stand: 12.08.2026, 21:34 Uhr
Kommentare

Die Krieger-Gruppe hat nach Informationen des Höchster Kreisblatts das rund 10 Hektar große Areal „In der Lach" verkauft. Käufer soll der amerikanische Internetgigant Amazon sein.
Diedenbergen – Seit Langem schon wird spekuliert, wie es im Hofheimer Gewerbegebiet „In der Lach“ weitergeht. Schließlich hatte der Maschinenbauer Polar Cutting Technologies (früher Polar Mohr) schon vor Bekanntwerden des Endes für das Unternehmen alle Pläne, nach Diedenbergen umzuziehen, aufgegeben. Die Archäologen buddeln noch auf dem Gelände, auf dem in diesem Jahr noch die Bauern ernten konnten. Bekannt wurde zudem, dass wohl eine Etylen-Fernleitung, die von Köln in den Industriepark Höchst führt, verlegt werden muss. Das alles sind Kosten und das alles kostet Zeit.
Nun kommt die Hammer-Nachricht, die mancher insgeheim schon befürchtet haben mag. Die Krieger-Gruppe, die das Gelände „In der Lach“ seit vielen Jahren in ihrem Besitz hat und auf den Äckern nahe der Autobahnauffahrt Diedenbergen endlich das von ihr schon so lange beabsichtigte, rund 10 Hektar große Gewerbegebiet umsetzen wollte, soll nach Informationen dieser Zeitung das gesamte Areal veräußert haben.
Käufer, so heißt es, sei Amazon. Der Internet-Gigant aus den USA hat drei Verteilzentren im Rhein-Main-Gebiet, in Raunheim, Weiterstadt und Friedrichsdorf. In Hofheim-Diedenbergen könnte aber auch statt eines weiteren Verteilzentrums etwas entstehen, was gerade ganz besonders en vogue ist: Von einem möglichen Rechenzentrum ist die Rede.
Die Stadt hat mit Krieger einen städtebaulichen Vertrag geschlossen und außerdem einen Bebauungsplan beschlossen. Sie hatte vor allem im Sinn, heimischem Gewerbe in Diedenbergen Flächen zu bieten. Zahlreiche Betriebe sollen schon im Rathaus deswegen vorstellig geworden sein. Einem Möbelhaus, wie es der eigentlich dieser Branche verhaftete Krieger-Konzern gern in Diedenbergen gebaut hätte, hatte die Stadt bewusst eine Absage erteilt.
Als Entwickler von Gewerbegebieten ist Amazon bislang nicht in Erscheinung getreten. Die Frage wird daher sein: Welche Chancen hat die Stadt noch, auf das, was nun in Diedenbergen realisiert werden soll, Einfluss zu nehmen? Gilt der städtebauliche Vertrag, der unter anderem regelte, dass Krieger sämtliche Erschließungskosten zu tragen hatte, auch für den neuen Inhaber der Flächen? Und: Gibt es eine Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass Amazon Gewerbesteuerzahler in Hofheim wird?
Was die Diedenberger zu der neuesten Wendung dieser Geschichte sagen werden, ist besonders spannend. Just an diesem Donnerstag, 13. August 2026, ist Ortsbeiratssitzung (19.30 Uhr, Evangelisches Gemeindehaus). Dem Vernehmen nach soll dort auch ein Vertreter von Krieger-Bau als Experte zugegen sein, denn das Gewerbegebiet „In der Lach“ ist ohnehin Dauer-Tagesordnungspunkt.