Stand: 12.08.2026, 21:33 Uhr
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Picknickkörbe, Spezialbrillen – und kein freies Fleckerl: Beim Höhepunkt der SoFi am Mittwochabend war nicht nur die Sonne zu 89 Prozent verdeckt...
München – Was für ein Spektakel: Pünktlich um 19.23 Uhr geht es los. Der Mond beginnt sich, vor die Sonne zu schieben. Allmählich wird es dunkler, die Temperatur sinkt spürbar.
Sonnenfinsternis in München: Am Olympiaberg wird es bereits ab 18 Uhr voll
In ganz Bayern verfolgen Millionen Schaulustige das seltene Himmelsspektakel. Auch in München haben sich Tausende teilweise stundenlang in langen Schlangen angestellt, um noch eine der rar gewordenen Spezialbrillen zu ergattern. Diejenigen, die noch eine bekommen haben, können ganz genau beobachten, wie sich das Rund des Mondes immer mehr vor die Sonne schiebt.
Besonders gut lässt sich das Ereignis vom Olympiaberg aus betrachten. Die Menschen pilgerten in kleinen und großen Gruppen mit Picknickkörben, Decken und Sonnenschirmen auf den Berg und harrten schwitzend im prallen Sonnenschein aus. Bereits um 18 Uhr sind die besten Plätze belegt – besonders die im Schatten der Bäume.

Eine halbe Stunde später ist auch ganz oben jedes Fleckerl besetzt. Mittendrin: Angi Denz (66) mit ihrer Schwiegertochter Anne Urbanek (34), die schon um 16 Uhr den Oly-Berg erklommen haben. „Es ist faszinierend“, sagt Denz, die auch schon die Sonnenfinsternis 1999 beobachtet hat. „Es passiert so selten und hat etwas Magisches, wenn die Sonne so verdunkelt wird.“

Veronika Berg (42) und ihr Sohn Bennet (14) aus Traunstein haben sogar extra ihren München-Aufenthalt verlängert, um die Sonnenfinsternis zu verfolgen. „Das Wetter ist ja perfekt“, schwärmte Veronika Berg, die noch Brillen von Bekannten ergattern konnte.

Hobby-Astronom Gleb Sverdlin (20) ist samt seinem Fünf-Kilo-Teleskop angerückt. Für ihn ist das Naturschauspiel ein wahres Wunder, für das er das Gewicht gerne auf den Berg schleppte. „Die Astronomie zeigt uns, wie klein wir Menschen sind“, sagt er. „Und ich hoffe, dass wir im Universum nicht alleine sind.“
Auf dem Oly-Berg war Sverdlin gestern jedenfalls nicht alleine. Die Bilder erinnerten an das Taylor-Swift-Konzert im Sommer 2024, als tausende Swifties die Anhöhe stürmten. Dieses Mal applaudierten die Menschen aber keinem Popstar, sondern dem verdunkelten Himmel.
Höhepunkt, der den Münchnern lange in Erinnerung bleibt

Bei der letzten Sonnenfinsternis am 11. August 1999 verdeckte der Mond die Sonne komplett. Am Mittwoch sahen die Menschen nur eine partielle Finsternis. Beim Höhepunkt um 20.15 Uhr waren dabei etwa 89 Prozent der Sonne vom Mond verdeckt.
Dafür wurden die Schaulustigen heuer durch den Zeitpunkt des Spektakels versöhnt. Die Mischung aus tiefer Finsternis und Sonnenuntergang machten den Abend zu einem besonderen Erlebnis, von dem die Münchner wohl noch in Jahren erzählen werden. Zumal quasi als Zugabe noch ein Feuerwerk des „Sommerfestivals im Olympiapark“ auf die Schaulustigen wartete...