Krösche bei seinem Eintracht-Abschied emotional wie nie zuvor
Stand: 19.10.2026, 19:25 Uhr
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Kühl und analytisch? So kannten viele Mitglieder von Eintracht Frankfurt Ex-Sportvorstand Markus Krösche. Bei seinem Abschied öffnete er sich.
Frankfurt – Schon weit vor der um 17.30 Uhr in der Jahrhunderthalle startenden Mitgliederversammlung von Eintracht Frankfurt wurde es emotional, als Markus Krösche erschien. Etliche Kollegen aus dem Aufsichtsrat und Vorstand, aber auch Fans und Journalisten gingen auf den scheidenden Sportvorstand zu. Am Sonntagabend verkündeten die Hessen die Trennung nach über fünf gemeinsamen Jahren.

Präsident und Aufsichtsratchef Mathias Beck eröffnete die Versammlung mit seiner Rede. Um etwa 18.14 Uhr holte er Krösche auf die Bühne. Der 46-Jährige musste von Beginn an mit den Tränen kämpfen: „Normalerweise bin ich ein rationaler Mensch. Aber die vergangenen Tage waren nicht einfach für mich.“ Vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln hatten sich alle Seiten bereits getroffen und geeinigt, die Zusammenarbeit zu beenden.
Krösche gab zu: „Nachdem alle Bescheid wussten, dass wir die Trennung am Sonntag nach fünf super Jahren verkünden und ich um 20.30 Uhr im Waldstadion stehe und weiß, dass es das letzte Spiel ist, war ich sehr emotional.“ Seine große Stärke war stets der rationale Blick auf das Geschehen: „Nach einem Sieg bin ich nicht oberkörperfrei durch Frankfurt gerannt. Und wenn wir verloren haben, habe ich mich nicht in den Keller gesetzt.“
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Die jüngere Vergangenheit hat bei ihm allerdings zu einem Umdenken geführt. Krösche hatte nicht mehr die Kraft und Energie, die ihn stets ausgezeichnet hat. Der gebürtige Hannoveraner wirkte immer müder, auch ein Mallorca-Urlaub in der Länderspielpause konnte den Energiehaushalt nicht vollständig auffüllen: „Ich habe mir Gedanken über den Anspruch gemacht, den ich an meine Arbeit habe. Und ich habe mir Gedanken gemacht, welchen Anspruch ihr Mitglieder an mich haben solltet. Dabei bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht mehr das Beste für Eintracht Frankfurt herausholen kann.“
Es sind bemerkenswerte und ehrliche Worte von Krösche, der vor seinem Abschied noch eine Ausstiegsklausel ausgehandelt haben soll. Er hat deshalb die Konsequenz gezogen und hat den Hauptausschuss informiert: „Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir in Zukunft getrennte Wege gehen. Die Eintracht kann nun die Weichen stellen, um weiterhin so erfolgreich zu sein wie in den vergangenen Jahren.“
Der Applaus in der Halle wurde immer lauter und Krösche kämpfte immer mehr mit den Emotionen: „Ich kann heute nur Danke sagen für extrem erfolgreiche und emotionale Jahre. Ihr habt mir gezeigt, was es bedeutet, bei einem Traditionsklub zu arbeiten. Und ihr habt mir gezeigt, was man als Eintracht Frankfurt packen kann. Das hat mir so viel Power, Energie und Leidenschaft für diesen Job gegeben. Dafür bin ich extrem dankbar.“
Er richtete seinen Dank auch in Richtung Vorstandskollegen und Aufsichtsrat: „Es war eine unglaubliche Zeit. Wir haben viel bewegt. Und wir haben oft gelacht und viel Spaß zusammengehabt.“ Man habe schwierige und vor allem viele gute Zeiten durchlebt: „Wir haben viele Dinge gemeinsam gut vorangebracht.“
Seine letzten Worte der Rede schickte er in Richtung der 1.341 anwesenden Mitglieder: „Es war eine besondere Reise. Ihr habt mir viel gegeben. Ich denke an die Europa-League-Reise mit Barcelona und Sevilla. Ich wünsche dem Klub nur das Beste der Welt. Ich habe bewusst heute dieses Jacket angezogen. In den vergangenen Jahren bin ich ein Eintrachtler geworden und ich werde immer ein Eintrachtler bleiben.“