Stand: 09.10.2026, 08:00 Uhr
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Der KSV Baunatal trifft am Samstag auf den SC 1960 Hanau, der nach dem Trainerwechsel zuletzt zweimal nicht verlor. Bei den VW-Städtern könnte Andrei Bursuc eine wichtige Rolle zukommen.
Baunatal – Für die Hessenliga-Fußballer des KSV Baunatal in ihrer derzeitigen Lage sind alle Begegnungen wichtig. Denn sie belegen nach zwölf Spielen den enttäuschenden 15. Tabellenplatz. Von besonderer Bedeutung ist daher die anstehende Partie. Denn mit dem SC 1960 Hanau ist eine Mannschaft zu Gast, die noch um einen Rang schlechter dasteht. Angepfiffen wird das Kellerduell am Samstag um 14 Uhr im Parkstadion. Herausspringen soll der zweite Dreier zu Hause – es wäre zugleich der vierte Saisonsieg.
Wir können mehr. Die Punkte werden kommen.
Die Südhessen wechselten kürzlich den Trainer. Für Enis Dzihic kam Sedat Gören. Mit dem früheren langjährigen Coach der SG Barockstadt scheint es besser zu laufen. Aus den beiden Spielen mit ihm holte Hanau vier Punkte und blieb ohne Gegentreffer. Die Mannschaft ist gespickt mit bekannten Namen wie den Offensivkräften Mert Pekesen, Halil Yilmaz und Dominik Wüst. Wobei die beiden Letzteren in der Vergangenheit häufig zusammen den Verein wechselten und nach Zwischenstationen unter anderem in Eddersheim und Hummetroth nun in Hanau landeten.
Einer, auf den es beim Baunataler Vorhaben, die gefährlichen Angreifer der Gäste zu stoppen, ankommen könnte, ist Andrei Bursuc. Der Außenverteidiger kam im Sommer vom Lichtenauer FV und brachte es inzwischen auf zehn Einsätze. Sein Vater Iulian war moldawischer Nationalspieler und spielte in Litauen, Belarus und Usbekistan. Hinter dem 29-jährigen Andrei liegt daher schon ein bewegtes Leben.
„Ja, ich habe viel erlebt und viele Erfahrungen gesammelt“, sagt er. Nach Deutschland kam er zur Saison 2022/23 über hier lebende Freunde wie Eduard Grosu und Alexandru Cucu, die in der regionalen Fußballszene schon seit längerer Zeit zu Hause sind. Bursuc lebt in Lichtenau und arbeitet als Fahrer im Paketdienst. Mit der deutschen Sprache macht er Fortschritte, obwohl er zu seinem Bedauern nie einen Kurs besuchte. „Ich habe alles in der Kabine und an der Arbeit gelernt“, sagt er.
Die prekäre Lage der Baunataler schreckt ihn nicht. „Wir können mehr, die Punkte werden kommen“, betont Bursuc. Ebenso wenig mag er den kommenden Gegner an dessen Position messen: „Alle Mannschaften in der Hessenliga sind stark. Man darf nicht auf die Tabelle schauen.“
Das sieht Dominik Schaumburg genauso. „Fast jedes Spiel ist ein Fifty-Fifty-Spiel. Egal, ob es gegen Hanau oder Stadtallendorf geht. Man kann jedes verlieren, aber auch jedes gewinnen“, erklärt der Sportliche Leiter des KSV. Was seiner Mannschaft bisher fehlt? „Glück, Selbstvertrauen und der Mut, schnörkelloser nach vorn zu spielen. Von allem ein bisschen. Und dazu diverse Kleinigkeiten.“
Nicht zuletzt denkt Schaumburg dabei an das Heimspiel im August gegen Gießen. Seiner Mannschaft war damals vom Schiedsrichter die Anerkennung zweier regulärer Treffer verwehrt geblieben. „Jetzt müssen wir den Abstiegskampf annehmen und uns Stück für Stück unten rausarbeiten“, erklärt Schaumburg.
Positiv urteilt Schaumburg über Bursuc. „Er hat eine super Einstellung, gibt immer alles für die Mannschaft und hängt sich rein“, sagt er und ergänzt: „Andrei ist auch spielerisch ein starker Kämpfertyp und macht seine Seite gut zu. Und er wird immer besser.“ All diese Stärken, so hoffen die Baunataler, wird der Moldawier am Samstag gegen Hanau in die Waagschale werfen. Damit es endlich klappt mit dem zweiten Sieg auf eigenem Platz. Und der KSV hoffentlich allmählich zu alter Heimstärke zurückfindet.