Lange Sperre für Fälschung: Dreister Rezept-Schwindel fällt Top-Läuferin auf die Füße

Lange Sperre für Fälschung

Dreister Rezept-Schwindel fällt Top-Läuferin auf die Füße

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22.10.2026 | 18:55 Uhr

Dumm gelaufen: Eine der besten Marathonläuferinnen wird positiv auf eine verbotene Substanz getestet. Als Erklärung legt sie ein Rezept von einem Arzt vor. Es stellt sich heraus: Alles gefälscht. Jetzt wird sie jahrelang gesperrt.

Diese Fake-Nummer ging so richtig nach hinten los: Die Marathonläuferin Ruti Aga ist für sechs Jahre gesperrt worden, weil sie eine Verschreibung für eine Substanz fälschte, das bei ihr nachgewiesen worden war. Dumm nur: Die genannte Klinik in ihrer Heimat Äthiopien gibt es gar nicht. Die Unterschrift stammte auch nicht von einem Doktor, sondern von einem Familienmitglied.

Die 32-Jährige war nach einer Probe im Anschluss an ihren erfolgreichen Halbmarathon in China im März 2026 positiv auf die Substanz Methylprednisolon getestet worden. Sie steht auf der Dopingliste und ist im Wettkampf verboten. Es handelt sich um ein Kortison-Steroidhormon, das Schmerzen lindern und Regeneration beschleunigen soll. Aga erklärte den Nachweis damit, dass sie den Stoff seit 2025 zur Behandlung einer Knieverletzung verschrieben bekommen habe und legte Dokumente vor, die das belegen sollten.

Die Anti-Doping-Jäger fanden dann aber heraus, dass das vor ihr präsentierte Rezept von einer medizinischen Einrichtung ausgestellt wurde, die es gar nicht gibt. Unterschrieben war es von einem Familienmitglied, das sich als Arzt ausgab. Der Schwindel flog auf. Die äthiopische Anti-Doping-Behörde bestätigte, dass keine Einrichtung unter diesem Namen gefunden werden konnte.

Die Athletics Integrity Unit (AIU) bestätigte in einer Pressemitteilung, dass gegen die Läuferin wegen des "Vorhandenseins und der Einnahme einer verbotenen Substanz" eine zweijährige Sperre sowie wegen "Manipulation" des Anti-Doping-Verfahrens eine weitere vierjährige Sperre verhängt worden sei. "Der Schutz eines fairen Wettbewerbs erfordert Ressourcen, aber dieser Fall sendet eine klare Botschaft: Versuche, zu betrügen, werden aufgedeckt", sagte Brett Clothier, Geschäftsführer der AIU.

Zum Zeitpunkt des Tests war Aga an Nummer elf der Welt gerankt. Ihre Bestzeit im Marathon liegt bei 2:18:09 (in Dubai aufgestellt). 2019 gewann sie den prestigeträchtigen Tokio-Marathon und wurde zudem Dritte in New York. Beim Berlin-Marathon lief sie zwischen 2016 und 2018 drei Mal in Serie aufs Podium.

Verwendete Quellen: ntv.de, msc