Linken-Legende Ramelow will in Sachsen-Anhalt locken – und wirft CDU „Rumeiern“ vor
Stand: 11.08.2026, 07:25 Uhr
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Die Linke bietet der Union ein Bündnis an. Das Motiv: AfD stoppen. Die CDU bleibt bislang hart. Jetzt holt Ramelow zum emotionalen Appell aus.
Berlin/Magdeburg – „Es ist die CDU, die rumeiert, statt zu sagen: Wir arbeiten bei Themen zusammen, bei denen wir zusammenarbeiten können“: Mit diesen Worten drängt Bodo Ramelow aktuell auf ein Bündnis der Linkspartei mit der CDU – Hintergrund ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September.

Bundestagsvizepräsident und Linken-Politiker Ramelow forderte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) eine Kooperation, um eine AfD-Regierung abzuwenden. Zuvor hatte Linken-Chef Luigi Pantisano im ZDF eine Unterstützung oder Wahl des amtierenden CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze nicht ausgeschlossen.
Ausgangslage: Die AfD führt in den Umfragen in Sachsen-Anhalt
Aktuellen Umfragen zufolge liegt die AfD deutlich vor der CDU und der drittplatzierten Linken. Ramelow argumentierte laut RND, es sei notwendig, über Parteigrenzen hinweg miteinander zu reden, um die politische Handlungsfähigkeit des Bundeslandes zu sichern.
Pantisano verwies in der Rheinischen Post auf bereits bestehende kommunale Kooperationen mit der CDU und bezeichnete sich im Gegensatz zu Teilen der Union als pragmatisch.
Vorgabe der Bundespartei: AfD-Verbot gilt bundesweit
Die CDU-Führung weist Debatten über ein Bündnis strikt zurück. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) hatte eine Zusammenarbeit mit der Linken im ZDF-„Morgenmagazin“ entschieden abgelehnt, da er keine inhaltlichen Übereinstimmungen mit der Partei sehe.
Bezüglich der AfD betonte Frei gegenüber den Funke-Zeitungen, dass die Landes-CDU ohnehin nicht eigenmächtig über eine Regierungsbeteiligung entscheiden dürfe. Zwar halte sich die Bundespartei normalerweise aus Länder-Koalitionen heraus, das Kooperationsverbot mit der AfD sei jedoch ein Grundsatzbeschluss, der für die gesamte Partei gelte und nicht regional angepasst werden könne.
Unterstützung für Merz trotz strategischer Unklarheiten
Frei räumte in den Funke-Zeitungen ein, dass die Ergebnisse der Septemberwahlen die Regierungsarbeit in Berlin beeinflussen würden. Spekulationen über eine Ablösung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Falle schlechter Wahlergebnisse im Osten widersprach er jedoch vehement: „Die Autorität des Kanzlers ist intakt.“
„Die Autorität des Kanzlers ist intakt.“
Gleichzeitig kritisierte der Fraktionschef die jüngsten Personalwechsel von Merz in Kabinett und Partei. Diese seien nicht optimal verlaufen, wodurch nach außen der Eindruck mangelnder strategischer Klarheit entstanden sei. Für die anstehenden Reformen im Bund benötige die Koalition jedoch zwingend starke Regierungsparteien. (Quellen: RND, ZDF, Funke-Zeitungen) (frs)