Litauens Premier preist Merz – und warnt vor dem Kreml: „Fault von innen“
Stand: 06.10.2026, 22:43 Uhr
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Der baltische Regierungschef betrachtet Berlin mittlerweile als entscheidenden Motor bei der Unterstützung für Kiew. Er lobt die deutsche Brigade.
Berlin – Litauens Premierminister Mindaugas Sinkevičius sieht in Bundeskanzler Friedrich Merz den europäischen Taktgeber im Ukraine-Krieg. „Bundeskanzler Merz übernimmt die Führung auf europäischer Seite“, sagte Sinkevičius der Welt. Zuvor hatte Merz in Kiew weitere 1,3 Milliarden Euro zugesagt, unter anderem für Luftabwehrsysteme und die Reparatur des ukrainischen Stromnetzes.
Ernste Lage an der Front und Warnung vor Kriegsmüdigkeit
Die Lage an der Front ist laut Sinkevičius ernst; der kommende Winter werde besonders hart, weil Russland gezielt die Energieinfrastruktur angreife. „Sie setzen ballistische Raketen ein und Jet-Triebwerk-Drohnen, die schwer abzufangen sind.“ Die Ukraine brauche weiterhin entschlossene Hilfe: „Wir dürfen keine Kriegsmüdigkeit haben. Wir sind nicht diejenigen, die im Krieg sind. Sie sind es, und sie kämpfen für den Frieden Europas.“
Eine Illusion über Putins Regime
Vor einer gefährlichen Fehleinschätzung warnt der Premier bei der Betrachtung Russlands: Putins Regime stehe nicht vor dem Zusammenbruch. „Aber es verfällt. Es fault von innen.“ Das mache den Kreml nicht schwächer, sondern unberechenbarer. Bei einem Erfolg in der Ukraine werde Moskau nicht haltmachen: „Russland würde weitermachen. Das darf nicht geschehen.“
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Hybride Angriffe und Bundeswehr-Brigade
Die deutsch-litauische Brigade in Rudninkai wertet Sinkevičius als strategischen Erfolg. Bis Ende 2027 soll der Verband vollständig einsatzfähig sein: „Ich werde Sie persönlich zur Zeremonie Ende 2027 einladen.“ Die Stationierung schütze nicht nur Litauen, sondern auch Deutschland und ganz Europa.
Deutschland als wichtigster Partner
Merz wiederum hat bei dem Besuch die Bedeutung der Sicherheit des Baltikums für Deutschland unterstrichen: „Die Sicherheit des Baltikums ist die Sicherheit Deutschlands und die Sicherheit von Berlin wird auch in Vilnius verteidigt.“ Die NATO hatte im Zuge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ihre östliche Flanke verstärkt.
„Moskau testet uns mit immer schärferen, hybriden Angriffen, hier in Deutschland genauso wie in Litauen.“ Russlands Ziel sei es, „uns in unserer Hilfe für die Ukraine zu beeinträchtigen“ sowie „die NATO zu verunsichern und zu spalten“. Merz betonte: „Genau das werden wir nicht zulassen.“ (Quellen: Welt, AFP) (frs)