Wer bekommt den Deutschen Buchpreis? Diese sechs Romane können gewinnen

Sechs Titel sind übrig im Rennen um den Deutschen Buchpreis. Die Shortlist ist in diesem Jahr eine Zusammenstellung gewichtiger Epen, oft mit Bezug zur (deutschen) Geschichte und politischen Gegenwart. Wer die Auszeichnung bekommt, wird  bei der Verleihung am heutigen Montag, 5. Oktober, bekannt gegeben – dem Tag vor der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. Der Deutsche Buchpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Branche. Insgesamt hatte die Jury 205 Titel gesichtet, die zwischen Herbst 2025 und Anfang September 2026 erschienen sind. Zunächst wurden 20 Bücher für die Longlist ausgewählt, diese wurde dann auf die sechs Titel umfassende Shortlist gekürzt.

Diese Romane sind in der Endauswahl:

Shida Bazyars „Die Lücken“ (Kiepenheuer & Witsch) ist ein Roman über deutsche Vergangenheitsbewältigung und die Verweigerung derselben am Beispiel eines fiktiven Dorfes im Hunsrück. Bazyar (die mit ihrem Roman „Nachts ist es leise in Teheran“ auch für den International Booker Prize nominiert war) erzählt von jüdischen Familien und NS-Profiteuren bis hin zu Familien, die Jahrzehnte später aus dem Iran flüchten.

Literatur

:Man reibt sich gemeinsam die Augen

Ein Buch, von dem man wünscht, dass es einen nie wieder ausspuckt: Shida Bazyars neuer Roman „Die Lücken“ ist ein fein recherchiertes und orchestriertes Heimatepos aus dem Hunsrück. Und bereits für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Franziska Gänslers „Orca“ (Kein & Aber) ist die Coming-of-Age-Geschichte einer jungen Wurstverkäuferin in Zeiten des Klimaaktivismus. Darin geht es um Zugehörigkeit und Freundschaft, Klimagerechtigkeit und Radikalisierung.

Franziska Gänslers neuer Roman „Orca“

:Richtig Bock auf Apokalypse

Mit ihrem neuen Roman „Orca“ hat es Franziska Gänsler auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft: eine Coming-of-Age-Story im Milieu der Klimaaktivisten.

Valeria Gordeevs „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“ (S. Fischer) ist das einzige Debüt auf der Liste. Es geht in dem von der Bachmann-Preisträgerin selbst illustrierten Collage-Roman um eine Familie zwischen Kiew, Moskau und Berlin und um eine Welt, die aus den Fugen geraten ist.

Literatur

:Wer will denn die Unsterblichkeit?

Valeria Gordeevs Debütroman „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“ ist genial und größenwahnsinnig – und ein Kandidat für den Deutschen Buchpreis.

Elias Hirschls „Schleifen“ (Zsolnay) ist ein aberwitziger Ideenroman, der die Sprache bis an ihre Grenzen erforscht.

Porträt des Schriftstellers Elias Hirschl

:2000 Einfälle auf 400 Seiten, mindestens

Der österreichische Literatur-Shootingstar Elias Hirschl hat einen aberwitzigen Ideenroman geschrieben. „Schleifen“ erzählt von der Abschaffung der Sprache. Ein Versuch, mit ihm darüber zu sprechen.

Peggy Mädlers „Selbstregulierung des Herzens“ (Galiani Berlin) ist in der DDR und im gerade wieder vereinigten Deutschland angesiedelt. Auch die Geschichte der Kybernetik in der DDR wird darin erzählt.

Literatur

:Die Formel für ein besseres Leben

Peggy Mädlers Roman „Selbstregulierung des Herzens“ ist ein Panorama ostdeutscher Lebensläufe – und eine Geschichte der Kybernetik in der DDR.

Dana Vowinckels „Anton und Alma“ (Suhrkamp) erzählt eine große Liebesgeschichte, die verschränkt wird mit einer Erzählung über die Folgen des Terrors vom 7. Oktober, als die Hamas Israel überfiel.