8,8 Millionen Einwohner betroffen
Hacker knacken alle Meldedaten in EU-Land
Von t-online, dpa
05.10.2026 - 13:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Datenskandal im EU-Stand Dänemark. Rund 8,8 Millionen Personendaten sind gehackt worden. Die Regierung räumt Versäumnisse ein.
In Dänemark haben sich Unbekannte Zugriff auf die Daten des zentralen Personenregisters (CPR) verschafft. Die zuständige Ministerin Christina Egelund erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau: "Ich mache kein Geheimnis daraus, dass es sich um einen schwerwiegenden Vorfall handelt, den wir sehr ernst nehmen." Das genaue Ausmaß sei noch unklar.
Den Erkenntnissen zufolge wurde über den legalen Zugang eines dänischen Unternehmens auf das CPR-System zugegriffen. Zugänglich waren demnach Namen, Adressen, CPR-Nummern und weiteren Daten von rund 8,8 Millionen registrierten Personen. "Gemeinsam mit allen zuständigen Behörden sind wir dabei, das gesamte Ausmaß des Vorfalls zu ermitteln", sagte Egelund.
Das dänische Personenregister enthält laut Ministerium Daten von rund elf Millionen Personen. Dazu gehören neben heute lebenden und in Dänemark wohnhaften Personen auch Verstorbene sowie Personen, die ins Ausland gezogen sind. Gespeichert sind laut der Nachrichtenagentur Ritzau beispielsweise auch die Zugehörigkeit zur dänischen Volkskirche sowie gegebenenfalls Informationen über eine Entmündigung oder Einschränkungen der rechtlichen Handlungsfähigkeit.
Ministerin gesteht Fehler ein
Noch sind die Hintergründe des Vorfalls weitgehend unklar. Ministerin Egelund räumte aber auch Fehler bei den Sicherheitsvorkehrungen der eigenen Behörden ein: "Ich mache kein Geheimnis daraus, dass auch mir klar ist, dass die Sicherheitsvorkehrungen für diese Art von Zugriff nicht ausreichend waren", sagte sie nach Angaben der Zeitung "Berlingske Tidende".
Dänemark hatte zuletzt auch eine Serie hybrider Angriffe erlebt. So musste im Herbst vergangenen Jahres nach Drohnenvorfällen auch der Flughafen in Kopenhagen zeitweise geschlossen werden. Ein Zusammenhang mit dem aktuellen Datenvorfall ist bislang nicht bekannt.
Das Land zählt zu den engsten Verbündeten der Ukraine im Krieg gegen Russland. In Dänemark entsteht derzeit eine Fabrik des ukrainischen Rüstungsunternehmens Fire Point, in der künftig Raketentreibstoff produziert werden soll. Der Produktionsstart ist nach Verzögerungen für Ende 2027 geplant.