Gestern, 09:09
Salome Woerlen
Kiew: Suche nach Vermissten nach Angriff auf Munitionslager
Nach den von Russland ausgelösten Explosionen in einem Munitionsdepot nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Von nunmehr 38 Toten und noch 4 Vermissten sprach Präsident Wolodimir Selenski am Morgen in den sozialen Netzwerken. In dem Dorf Myla rund fünf Kilometer westlich von Kiew gingen die Arbeiten zur Beseitigung der Folgen des russischen Angriffs und die Suche nach weiteren Opfern demnach weiter.
Es gebe 20 Verletzte, darunter zwei Kinder, teilte Selenski bei Telegram mit. Am Vortag war von 37 Toten und mehr als 40 Verletzten die Rede gewesen. «Den Rettungskräften ist es gelungen, die meisten Brände zu löschen», sagte Selenski. Sprengstoffexperten seien im Einsatz, um die durch die Explosionen weggeschleuderte Munition aufzuspüren. Das kontaminierte Gelände sei gross.
Russland hatte das Depot, wo auch Granaten und Minen gelagert waren, am Freitag angegriffen. Erst am Samstag wurde bekannt, dass das Munitionslager - entgegen den ukrainischen Vorschriften - in einem Wohngebiet operierte. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Bewohner eines Altenheims.
«Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen», sagte Selenskyj. Er hatte am Vortag angekündigt, die Verantwortlichen für die Nachlässigkeit zur Verantwortung zu ziehen. Die Ermittlungen dazu dauern an.
Samstag, 29. Aug., 11:28
Michele Coviello
Mindestens 37 Tote nach Angriff in Region Kiew
Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Munitionslager sind westlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens 37 Personen getötet worden. Das meldet der Gouverneur der Region. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski schrieb auf Telegram: «Es gibt erhebliche Schäden an der umliegenden Infrastruktur: Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim wurden beschädigt.»
Bei dem Angriff auf das Munitionslager am Freitagabend wurden laut Angaben des Gouverneurs des Gebiets Kiew, Timur Tkatschenko, auch mehr als 40 Personen verletzt. Mehr als 300 Rettungskräfte waren demnach im Einsatz. Laut Präsident Selenski wurden fast 400 Personen in Sicherheit gebracht. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, wurde bei dem Angriff auf das knapp fünf Kilometer von der Stadtgrenze Kiews entfernte Dorf Mila ein Unternehmensgelände getroffen. Selenski nannte keine Details, schrieb aber: «Es gibt Vorschriften: Munition darf es nicht neben Häusern und anderen Wohngebäuden geben.» Er verwies auf eingeleitete Strafverfahren.
Samstag, 29. Aug., 11:05
Michele Coviello
Russland gibt an, drei Dörfer eingenommen zu haben
Die russische Armee gibt laut eigenen Angaben an, drei Dörfer in der Ostukraine eingenommen zu haben. Wie das russische Verteidigungsministerium auf seinem Telegram-Kanal schreibt, hätten die russischen Truppen das Dorf Khrapiwschina in der Region Sumi sowie die Dörfer Nowoandriiwka und Rubischne in der Region Donezk eingenommen.
Zudem habe Russland ein Logistikzentrum in der Region Kiew angegriffen, in dem Komponenten für ukrainische ballistische Raketen gelagert wurden. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.
Samstag, 29. Aug., 10:59
Michele Coviello
27 Tote in der Region Kiew nach russischem Angriff
Bei einem nächtlichen russischen Luftangriff auf die Region Kiew sind mindestens 27 Personen ums Leben gekommen. Das teilt Gouverneur Timur Tkatschenko mit. In einem Beitrag in der Messaging-App Telegram fügte er hinzu, dass zudem 42 Personen verletzt worden seien und mehr als 380 aus dem angegriffenen Bezirk Butscha evakuiert würden.

Rauch über einer Siedlung in der Region Kiew nach einem weiteren russischen Angriff. (Aufnahme: Samstag, 29. August)
Alina Smutko/ReutersFreitag, 28. Aug., 18:40
Elena Panagiotidis
Selenski droht Russland mit bis zu 1000 Drohnen täglich
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat Moskau mit einer Intensivierung der Drohnenschläge im russischen Hinterland gedroht. «Die Aufgabe lautet: täglich 1000 Drohnen für Langstreckenangriffe gegen Russland. Derzeit führen wir durchschnittlich über 300 solcher Langstreckenangriffe aus - das muss mehr werden», sagte Selenski in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. Die Ukraine müsse den Einsatz von Waffen zur Abwehr russischer Angriffe maximieren, betonte er.
Mit den Angriffen etwa auf Ölraffinerien, Logistikzentren und militärische Ziele hat Kiew die Kosten für Moskaus Krieg in die Höhe getrieben. Kremlchef Wladimir Putin hatte wirtschaftliche Schäden zwar eingeräumt, sie aber als nicht kritisch heruntergespielt. Putin wiederum drohte der Ukraine mit Attacken, die weitaus mehr Zerstörungen anrichteten als umgekehrt.
Zudem hat Selenski laut eigenen Angaben von den USA Informationen über mehrere Treffen in Moskau in den vergangenen Tagen erhalten. Wer daran teilgenommen habe, sagte Selenski nicht. Er dankte Washington zugleich für die Informationen und für den «notwendigen Ton» in den Gesprächen mit Russland.
Freitag, 28. Aug., 18:30
Elena Panagiotidis
Italien holt früheren ukrainischen Verteidigungsminister als Innovationsberater
Der frühere ukrainische Verteidigungsminister Michajlo Fedorow wird Innovationsberater im italienischen Verteidigungsministerium. Fedorow habe ein entsprechendes Angebot angenommen, teilte Verteidigungsminister Guido Crosetto am Freitag mit. Crosetto würdigte den 35-Jährigen als treibende Kraft hinter der militärischen Innovation in der Ukraine und erklärte, er freue sich, dass Fedorow Italien künftig in Fragen der Verteidigungsinnovation beraten werde.
Fedorow war im Juli entlassen worden, sechs Monate nach seiner Ernennung zum Verteidigungsminister. Mit Reformen bei Beschaffung und Mobilisierung hatte er sich mit Teilen des militärischen Establishments und politischen Rivalen angelegt. Auf X erklärte Fedorow, er wolle Italien dabei unterstützen, moderne Kriegstechnologien einzuführen, den Verteidigungssektor zu stärken und sich auf neue globale Sicherheitsrisiken einzustellen.
Freitag, 28. Aug., 12:25
Jana Kehl
Russische Angriffskrieg hat Grossteil der Lebensmittellager zerstört
Russische Angriffe auf Lebensmittellager in der Ukraine haben rund 90 Prozent ihrer Lagerkapazität zerstört, erklärte Landwirtschaftsminister Taras Wisotski am Freitag. «Bis heute sind rund 90 Prozent der vom Einzelhandel betriebenen Lebensmittelversorgungsketten unterbrochen», so Wisotski. «Das bedeutet nicht, dass die Ukrainer ohne Lebensmittel dastehen werden.» Wisotski fügte hinzu, dass verschiedene Versorgungsmöglichkeiten in Betracht gezogen würden, darunter direkte Lieferungen von den Produktionsstätten an die Einzelhandelsketten.
Freitag, 28. Aug., 11:32
Lucia Grassi
Tote und Verletzte bei russisch-ukrainischen Drohnenattacken
Bei ukrainischen Drohnenangriffen ist in der zentralrussischen Region Jaroslawl mindestens eine Person ums Leben gekommen. Weitere 27 seien unter anderem durch herabstürzende Drohnentrümmer verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets bei Telegram mit. Die Einsatzkräfte hätten mehrere Brände gelöscht. Insgesamt wurden laut den Angaben 67 ukrainische Drohnen abgeschossen.

Strassenszene nach einem russischen Drohnenangriff in der Region Kiew, 28.8.2026
Alina Smutko / REUTERSDer ukrainische Generalstab bestätigte die Drohnenangriffe in einer auf sozialen Netzwerken veröffentlichten Mitteilung. Ziel war laut der Mitteilung eine Ölraffinerie des Unternehmens «Slavneft», auf deren Betriebsgelände ein Brand ausbrach. Jaroslawl liegt nordöstlich der russischen Hauptstadt Moskau und ist etwa 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Bei russischen Drohnenangriffen starb nach Behördenangaben im Landkreis Butscha bei Kiew mindestens eine Person. Im Kiewer Umland seien zudem zwei weitere Zivilisten verletzt worden, wie Gouverneur Timur Tkatschenko bei Telegram mitteilte. Ziel russischer Angriffe waren laut den Angaben Lagerhallen. Beschädigt worden seien auch mehr als ein Dutzend Wohnhäuser.
Freitag, 28. Aug., 11:29
Lucia Grassi
Sortierzentren von ukrainischem Kurierdienst bei russischen Angriffen zerstört
Russland hat mehrere Drohnenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und die umliegende Region geflogen und dabei Lagerhäuser und Wohnhäuser beschädigt. Dies war der zweite Tag in Folge mit Angriffen. Laut ukrainischen Behörden zielen diese darauf ab, das tägliche Leben von Millionen Einwohnern lahmzulegen.
Die Angriffe zerstörten Sortierzentren des führenden ukrainischen privaten Kurierdienstes «Nova Poshta» in der Nähe von Kiew und in der nördlichen Stadt Sumi, wie das Unternehmen mitteilte.
Donnerstag, 27. Aug., 18:26
Leonie Charlotte Wagner
Trump: Putin wird Nato-Gebiet nicht angreifen
US-Präsident Donald Trump zeigt sich überzeugt, dass Russland keine Nato-Verbündeten attackieren wird. Auf die Frage, ob der russische Präsident Wladimir Putin zugestimmt oder sich verpflichtet habe, von einer solchen Offensive abzusehen, sagte Trump im Oval Office: «Ich hatte gute Gespräche mit ihm. Er wird kein Nato-Territorium angreifen.»
Das «Wall Street Journal» und das Magazin «Politico» hatten zuvor unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen berichtet, dass CIA-Chef John Ratcliffe bei seinem Besuch am Dienstag in Moskau vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt haben soll. Trump lehnte es nun ab, Medienberichte über den Zweck der Reise von Ratcliffe zu kommentieren. «Sie werden nicht angreifen», sagte er lediglich.