Heute, 01:37
NZZ-Redaktion
Nach Trump-Attacke: Ukrainische Regierung stützt Selenski
Die ukrainische Regierung weist die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einem neuen Präsidenten zurück. Aussenminister Andri Sybiha schrieb am Abend auf der Plattform X, Selenski geniesse die Unterstützung des ukrainischen Volkes und dieses habe das Recht, selbst zu entscheiden. «Äusserungen aus dem Ausland bestätigen nur, dass er seine Aufgabe gut erfüllt. Er verdient Unterstützung.»
Russland beschoss die ukrainische Hauptstadt Kiew derweil auch am Abend. Bürgermeister Witali Klitschko schrieb auf der Plattform Telegram, es gebe bereits acht Verletzte, darunter eine 15-Jährige.
Trump hatte am Samstag einen neuen Präsidenten für die Ukraine gefordert und behauptet, Selenski habe vielfach die Gelegenheit gehabt, den Ukraine-Krieg zu beenden, und sich dagegen entschieden. «Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt.» Die Ukrainer sollten einen neuen Anführer suchen, der eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges schliessen könne. Denn trotz vieler Möglichkeiten habe Selenski das «aus irgendeinem Grund nie getan.»
Begonnen wurde der Krieg aber nicht von der Ukraine, sondern von Russland, dass vor mehr als viereinhalb Jahren in das Nachbarland einmarschiert war. Kremlchef Wladimir Putin hat mehrfach Angebote für einen bedingungslosen Waffenstillstand abgelehnt. Auch spätere diplomatische Initiativen verliefen im Sande.
Gestern, 17:34
NZZ-Redaktion
Trump fordert Ablösung des ukrainischen Präsidenten
US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Präsidenten für die Ukraine gefordert. Wolodimir Selenski habe vielfach die Gelegenheit gehabt, den Ukraine-Krieg zu beenden, und sich dagegen entschieden, behauptete Trump in Washington. «Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt.» Das berichtet die Deutsche-Presseagentur.
Trump zufolge sollten sich die Ukrainer einen neuen Anführer suchen, der eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges schliessen könne. Denn trotz vieler Möglichkeiten habe Selenskyj das «aus irgendeinem Grund nie getan.»
Begonnen wurde der Krieg aber nicht von der Ukraine, sondern von Russland, dass vor gut vier Jahren in das Nachbarland einmarschiert war. Kremlchef Wladimir Putin hat mehrfach Angebote für einen bedingungslosen Waffenstillstand abgelehnt. Auch spätere diplomatische Initiativen verliefen im Sande.
Gestern, 14:03
NZZ-Redaktion
Verletzte und Stromabschaltung nach neuem Angriff auf Kiew
Die russischen Streitkräfte haben die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. Dabei wurde nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko unter anderem ein Restaurant getroffen. Sechs Menschen seien verletzt worden, fünf von ihnen ins Krankenhaus gebracht worden, schrieb er auf der Plattform Telegram. Weil ein Energieobjekt beschädigt worden sei, gebe es ausserdem Probleme bei der Wasserversorgung.
Präsident Wolodimir Selenski warf der russischen Führung Terror gegen die Zivilbevölkerung vor. «Sie setzen auf eine Fortsetzung des Kriegs, Terror gegen normale Menschen und Zerstörung der Infrastruktur», schrieb er in den sozialen Medien. Es brauche Signale zur Unterstützung der Ukraine und zur Einschränkung der Fähigkeit Russlands, Krieg zu führen.
Der staatliche Stromnetzbetreiber Ukrenergo teilte mit, dass ein Grossteil der Verbraucher in der Hauptstadt und ihrem Umland infolge russischer Drohnenangriffe ohne Strom sei. Auch der Stromversorger DTEK schrieb bei Telegram von grossflächigen Notabschaltungen.

Feuerwehrkräfte vor einem von russischen Raketen getroffenen Open-Air Restaurant in Kiew.
Andrii Khodkov / REUTERSGestern, 08:11
NZZ-Redaktion
Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in Saporischja
Bei russischen Angriffen sind im Südosten der Ukraine mindestens sieben Personen getötet worden. Die Gebietshauptstadt Saporischja sei an mehreren Stellen getroffen worden, schrieb der Militärgouverneur der gleichnamigen Region, Michailo Semikin, auf der Plattform Telegram.
Unter den Todesopfern seien drei Minderjährige, ausserdem gebe es zehn Verletzte, schrieb er. Such- und Rettungsarbeiten dauern demnach an. Semikin veröffentlichte Fotos und Videos, die Schäden und starke Zerstörungen an Wohnhäusern und ausgebrannte Autos zeigen.
Freitag, 9. Okt., 13:57
NZZ-Redaktion
Baltenstaaten fordern EU-Transitverbot für russisches Getreide
Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben die EU in einem gemeinsamen Brief dazu aufgefordert, den Transit von russischem Getreide durch die Europäische Union zu verbieten.
Die EU dürfe Russland nicht erlauben, die wirtschaftlichen Folgen seiner Aggression auszugleichen. Auch müsse sie verhindern, dass aus besetzten Gebieten der Ukraine gestohlenes Getreide durch die EU exportiert werde. «Wir müssen den Druck auf den Aggressor erhöhen und der Ukraine helfen, ihre Waren auf den Weltmarkt zu bringen», betonten Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda und die Regierungschefs Kristen Michal aus Estland und Andris Kulbergs aus Lettland.
Estland hatte in der Vorwoche ein Transitverbot für russisches Getreide verhängt. Auch Lettland und Litauen versuchen, durch verschiedene Massnahmen wie höhere Tarife und strengere Kontrollen die Getreidelieferungen zu unterbinden.
Freitag, 9. Okt., 13:54
NZZ-Redaktion
Ukraine greift erneut russischen Internetreisen Yandex an
Die ukrainische Armee hat nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski den zweiten Tag in Folge ein Datenzentrum des grössten russischen Internetkonzerns Yandex angegriffen. Das schrieb Selenski in sozialen Netzwerken, ohne den Ort zu nennen.
Betroffen war eine Computeranlage in Kaluga südwestlich von Moskau. Yandex bestätigte, dass einige Teile des Rechenzentrums ausgefallen seien. Nach Angaben von Gouverneur Wladislaw Schapscha wurden neun Personen im Gebiet Kaluga verletzt.
Freitag, 9. Okt., 10:50
NZZ-Redaktion
Montenegro nimmt russischen Militärblogger fest: Medwedew droht auf Telegram
Montenegro hat am Freitag den einflussreichen russischen Militärblogger Michail Swintschuk festgenommen. Der Gründer des Blogs «Rybar» wurde zusammen mit vier weiteren Russen festgesetzt. Der montenegrinische Ministerpräsident Milojko Spajic verwies auf Hinweise auf russische Destabilisierungsversuche.
Der Blog «Rybar» hat mehr als 1,5 Millionen Abonnenten. Kollegen von Swintschuk erklärten nach der Festnahme, er habe sich legal in Montenegro aufgehalten und dort Filmaufnahmen geplant. Sie forderten seine Freilassung.
Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew drohte daraufhin auf Telegram indirekt mit der Festnahme westlicher Staatsbürger. Moskau müsse seinen «Austauschfonds» möglicherweise mit Europäern und Amerikanern aufstocken, um inhaftierte Russen freizubekommen.
Freitag, 9. Okt., 05:11
NZZ-Redaktion
Ukrainischer Drohnenangriff trifft Rechenzentrum von Yandex
Der Kreml hat die Ukraine in den vergangenen Tagen massiv angegriffen. Nun intensiviert auch die Ukraine den Beschuss russischer Regionen. Bei einem ukrainischen Angriff wurden in der russischen Grenzregion Belgorod zwei Menschen getötet und vier verletzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass am Freitag unter Berufung auf lokale Behördenvertreter berichtete. Bei einem Drohnenangriff auf die zentralrussische Region Kaluga wurden zudem neun Menschen verletzt, hiess es weiter.
In Kaluga befindet sich auch ein Rechenzentrum des russischen Technologiekonzerns Yandex. Mehrere Module des Zentrums seien durch die ukrainischen Angriffe vollständig ausser Betrieb gesetzt worden, teilte Yandex mit. Einige Dienste des Unternehmens könnten dadurch beeinträchtigt sein.
In der Ukraine wurden über Nacht in der Stadt Saporischja eine Person getötet und sieben weitere verletzt, wie die regionalen Behörden über Telegram mitteilten.
Yandex ist das russische Analog zu Google.
Evgenia Novozhenina / ReutersFreitag, 9. Okt., 03:24
NZZ-Redaktion
Deutschlands Aussenminister wirft Russland «brutale Zermürbungstaktik» vor
Nach den jüngsten massiven Angriffen auf die Ukraine mit zahlreichen zivilen Opfern hat der deutsche Aussenminister Johann Wadephul Russland scharf kritisiert. Präsident Wladimir Putin setze «seinen Raketenterror auf die Ukrainerinnen und Ukrainer, darunter viele Kinder, mit immer grösserer Härte fort», sagte Wadephul der Deutschen Presseagentur. «Diese Zermürbungstaktik ist unfassbar brutal.» Putin werde dennoch scheitern, «am Widerstand der Ukraine - und an unserer fortgesetzten Unterstützung für deren Verteidigung».
Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas hatte zuvor erklärt, es liefen Vorbereitungen der EU, um 1.600 weitere Personen und Unternehmen mit Verbindungen zum militärisch-industriellen Komplex Russlands mit Strafmassnahmen zu belegen.

CDU-Aussenminister Johann Wadephul
Florian Gaertner / ImagoDonnerstag, 8. Okt., 18:50
NZZ-Redaktion
Tote und Stromausfälle nach russischen Angriffen in Kiew
Infolge russischer Drohnenangriffe sind in Kiew mindestens vier Menschen getötet worden. Weitere 19 seien verletzt worden, teilt der Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram mit. 13 von ihnen seien in Spitäler eingeliefert worden.
Am Abend kam es laut dem Energieministerium wegen der Drohnenattacken zu Ausfällen von Teilen des Stromnetzes von Kiew. Kurzzeitig fiel die U-Bahn der Dreimillionenstadt wegen eines Spannungsabfalls aus. Im Westteil der Stadt kam es laut dem örtlichen Versorgungsunternehmen zu Problemen bei der Wasserversorgung. Für den Freitag wurden bereits stundenweise Stromsperren angekündigt.
