Nordostpassage: Frachter aus Südkorea auf Arktisroute

Südkorea hat erstmals mit einem Frachter eine kommerzielle Hin- und Rückreise nach Europa über die alternative Schifffahrtsroute durch die Arktis vollendet. Die „PanStar Acro“ legte nach der 50-tägigen Test-Rundfahrt wieder im Hafen von Busan im Südosten des Landes an, wie südkoreanische Medien unter Berufung auf das Ministerium für Ozeane und Fischerei berichteten. Damit brauchte das Schiff etwas länger als die geplanten 45 Tage.

Der Frachter war am 22. August mit deutlich weniger Containern als möglich von Busan zu der Testfahrt über die sogenannte Nordostpassage aufgebrochen. Später machte das Schiff unter anderem mit Chemieprodukten und Gebrauchtwagen an Bord Halt in Felixstowe (Großbritannien), Rotterdam (Niederlande) und Danzig (Polen).

Südkoreas Regierung prüft mit der Testfahrt die Machbarkeit der Arktisroute für den kommerziellen Schiffsverkehr. Seoul will die Arktis-Passage langfristig als neue Handelsroute etablieren und die Hafenstadt Busan zu einem internationalen Logistikzentrum ausbauen.

Suche nach Alternativen

Zwar ist der Seeweg über die Arktis jedes Jahr lange vereist. Doch im Zuge des Klimawandels zieht sich das Meereis zurück, was die Route in den vergangenen Jahren immer attraktiver machte.

Schon länger interessieren sich deshalb Russland und China für den Handelsweg, über den Schiffe europäische Häfen deutlich schneller als auf der klassischen Route über das Südchinesische Meer, die Straße von Malakka, den Indischen Ozean, das Rote Meer und den Suezkanal erreichen können. Verstärkt wurde die Suche nach neuen Handelswegen durch die Konfliktlage im Nahen Osten und den damit einhergehenden Einschränkungen für die Schifffahrt.

Umweltschützer warnen vor Umweltfolgen durch steigenden kommerziellen Schiffverkehr in der Arktis. Für die Logistikbranche dürften laut Beobachtern zuverlässige Fahrpläne und Ladevolumen entscheidend sein, um die Route attraktiv zu machen.